Die Karlsbrücke in Nürnberg

Es gibt zwei Karlsbrücken über die Pegnitz, eine Obere (südliche) Karlsbrücke und eine Untere (nördliche) Karlsbrücke.

Die Obere Karlsbrücke war ursprünglich die "Brücke am Säumarkt" oder "Lange Brücke", auch "Hängende Brücke" genannt. Sie war eine an steinernen Pfählern hängende, überdachte Holzbrücke und wurde im Jahre 1452 anstelle einer anderen alten Holzbrücke errichtet. Im Jahre 1603/04 wurde die "Hängende Brücke" wiederum durch eine über 40 m lange und 7,5 m breite Holzbrücke ersetzt. Der Ratsbaumeister Wolf-Jacob Stromer ließ sie nach dem Vorbild einer Brentabrücke (Andrea Palladio, Architekt (1508 bis 80)) errichten. Die neu entstandene Brücke beherbergte 20 Krambuden an ihren Längsseiten, die von Händlern angemietet werden konnten. So kam sie auch zu ihrem weiteren Namen "ABC-Brücke", denn in Nürnberg war es üblich die Buden nach dem Alphabet zu kennzeichnen. Im Jahre 1728 wurde die "ABC-Brücke" komplett renoviert. Es war eine zweibogige Sandsteinbrücke entstanden, die zu Ehren Kaiser Karls VI. und seiner Ehefrau Elisabeth, "Elisabeth-" oder "Kaiserbrücke" genannte wurde. Die Bezeichnung "Elisabethbrücke" konnte sich schließlich durchsetzen. Zwei Obelisken mit kaiserlichen Emblemen und kaisertreuen Inschriften hinter schmiedeeisernen Gittern charakterisieren die Brücke.

Kaiser Karl VI. war der zweite Sohn Kaiser Leopolds I., er wurde am 1.10.1685 in Wien geboren und starb am 20.10.1740 auch dort. Er wurde im Jahre 1711, nach dem Tod seines Bruders Joseph I., zum Kaiser gekrönt. Auf der Spitze des einen Obelisken auf der Karlsbrücke hält eine Friedenstaube einen Ölzweig als Zeichen des Friedens in seinem Schnabel, dies war ein Zeichen für die Siege über die Türken (1716-18, Türkenkriege), die er während seiner Amtszeit eringen konnte und somit den Frieden sicherte. Die gewonnenen Ländereien gingen allerdings alle - bis auf das Banat - im Türkenkrieg von 1735 bis 39 wieder verloren.

Die Untere (nördliche) Karlsbrücke wurde bereits im Jahre 1486 aus Sandstein errichtet und verbindet den Trödelmarkt mit dem Sebalder Pegnitzufer (frühere Bezeichnungen: Säubrücke, Holzbrücke, Derrersbrücke, Bitterholzbrücke).

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