Der Armbrustschützenbrunnen in Nürnberg

Der Armbrustschützenbrunnen steht in St. Johannis auf der Hallerwiese. Er soll an die Jagdtradition der Schnepperschützen errinnern, weshalb er bisweilen auch als "Schnepperschützenbrunnen" bezeichnet wird.

Seit dem 16. Jh. gab es drei offizielle Armbrustschützen-Gesellschaften mit eigenen Schießgräben: Die Schnepperschützen, die Eibenschützen und die Herrenschützen.

Die Schnepperschützen waren die Schützen mit der leichtesten Armbrust und sie schossen auf die kürzeste Entfernung (27 m). Sie waren gewissermaßen die erste Stufe in der Ausbildung zum richtigen Armbrustschützen. Im Laufe der Jahre entfiel dieser Ausbildungsgang allerdings und die Schnepperschützen gründeten eine eigene Schützengesellschaft, die bis heute fort besteht. Die Schnepperschützen-Gesellschaft ist heute im Besitz der Gärten im Stadtgraben und der Schießbetrieb gehört zur Armbrustabteilung der "Priviligierten Hauptschützengesellschaft Nürnberg".

Die Gesellschaften der Eibenschützen und der Herrenschützen (sie schossen mit der schweren Armbrust auf eine Entfernung von 120 Schritt (95,3 m)) wurden 1808 aufgelöst.

Der kleine Armbrustschützenbrunnen bildet das Zentrum des Parks auf der Hallerwiese. Die steinerne Brunnenschale sitzt auf einem Pfeiler und in ihrer Mitte befindet sich ein Sockel für die knieende Figur eines Armbrustschützen in der höfischen Tracht des 16. Jh. Zwei Groteskenmasken am Schalenfuß dienen als Wasserspeiher und zwei Löwenköpfe schmücken den Figurensockel.

In seiner Gesamtgestaltung orientiert sich der Brunnen an der Formensprache der deutschen Spätrenaissance und wurde im Jahre 1904 von Leonhard Herzog gebaut.

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