Der Mauritiusbrunnen in Nürnberg

Der Mauritusbrunnen ist in der Sebalder Altstadt, in der Theresienstraße 7 zu finden.

Er befindet sich im nördlichen Flügel des ehemaligen Welserhofes. Er ziert eine kleine Nische und ist dem heiligen Mauritius gewidmet, der als Mohr in einer mittelalterlichen Ritterrüstung dargestellt ist. Der heilige Mauritius war der Anführer einer Thebäischen Legion unter Kaiser Maximian (286 bis 315). Die Legion bestand nur aus Christen. Sie verweigerten die Anbetung der römischen Götter und deshalb wurden alle bei Agaunum (heute: St. Maurice im Wallis) auf kaiserlichen Befehl enthauptet, so erzählt zumindest die Legende.

Die Bronzefigur des Heiligen steht über einem steinernen Brunnentrog und hält in der rechten Hand eine Lanze und in der linken Hand das Wappen der Familie Imhoff (mythologisierter Seelöwe auf rotem Hintergrund). Die Figur des Mauritius ist die Nachbildung einer Statue von Peter Vischer d. Ä. (um 1460 bis 1529), der seine Figur wiederum dem heiligen Mauritius vom Grabmal von Ernst von Sachsen (1476 bis 1513) im Magdeburger Dom nachempfunden hat.

Die Originalfigur des Nürnberger Mauritusbrunnen, die in der Kunstgießerei Lenz gegossen wurde, steht heute im Germanischen Nationalmuseum. Die Kopie steht seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs an ihrem heutigen Platz.  

Der Welserhof ist benannt nach Jakob Welser. Er wurde in den Jahren 1509 bis 1512 von Hans Behaim d. Ä. (Steinmetz, um 1455/60 bis 1538, von ihm stammen u. a. auch das Unschlitthaus, die Kaiserstallung und Mauhalle) neu errichtet. Davor war das Gebäude im Besitz der Familie Stromer und hieß "Haus zur Rose". Das Gebäude wechselte ab dem 17. Jh. mehrfach die Besitzer und ist heute mit seinen weiten Bögen auf dünnen Säulen, zierlichen Maßwerkbrüstungen in den Obergeschossen und einem feingliedrigen Treppenturm der wohl größte und schönste Altstadthof in Nürnberg, obwohl er nach dem Krieg (1962) nicht komplett wieder aufgebaut wurde. Die östliche Galerieseite ist heute nur noch eine Glaswand.  Bemerkenswert am Gebäude sind der oben beschrieben Mauritiusbrunnen und ein "ornamental aufgefasstes Renaissancechörlein (um 1550)".  Heute beherbergt das Gebäude die Finanzverwaltung der Stadt, die Stadtkämmerei und das Steueramt.

Der heilige Mauritius:

Er wurde zur Zeit der Karolinger als Patron der Langobarden (germanischer Stamm) vererht. Die Langobarden traten unter Agilulf zum Katholizismus über. Seither wird auf ihn die Heilige Lanze zurückgeführt. Zur Zeit der Ottonen (sächsische Fürsten aus dem Geschlecht der Liudolfinger) erstreckte sich seine politische Bedeutung sowie seine religiöse Verehrung über das ganze Reich. Im späten Mittelalter war der heilige Mauritus der Schutzherr verschiedener Ritterorden. In der bildenden Kunst wird er immer als Mohr (ob wegen seines Namens Moritz oder seiner Herkunft aus Afrika ist nicht ganz geklärt) in ritterlicher Rüstung, teilweise zu Fuß, teilweise auch zu Pferd, dargestellt. Die wohl berümteste Darstellung ist die Statue im Magdeburger Dom. Der Tag des Heiligen ist der 22. September.

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