Das Narrenschiff in Nürnberg

Der Brunnen Narrenschiff in Nürnberg

Das Narrenschiff ist ein Brunnen, der der Satire "Das Narrenschiff" des Straßburger Dichters und Humanisten Sebastian Brant (1457/58 bis 1521) nachempfunden ist. Brant war Syndikus und Stadtschreiber in Straßburg, wirkte aber in erster Linie durch deutschprachige Moralsatiren und Flugblätter. Seine Satire "Das Narrenschiff" stellt in Holzschnitten und gereimten Texten Laster und Torheiten in Gestalt von Narren dar.

Der Brunnen in Nürnberg stammt wie auch das Ehekarusell von dem Braunschweiger Jürgen Weber. Der Erstguss steht in Hameln, der Zweitguss wurde der Stadt Nürnberg gestiftet (Kurt Klutentreter) und stand bis 1989 in der Königstraße. Heute steht das Narrenschiff  auf dem (namenlosen) Platz zwischen Museumsbrücke, Spitalgasse und Plobenhofgasse. Menschliche Figuren, Tiergestalten und auch der Tod tummeln sich auf dem Schiff. Die beiden Spruchbänder am Brunnen stellen mit ihren Inschriften einen Bezug zur Gegenwart her.

1990 gab es Bestrebungen die Skulptur im Sinne des Künstlers ("das Schiff hätte wie eine Brunnenschale überlaufen und aus den Galleonsfiguren, der Krähe und dem Weinglas hätte Wasser sprudeln sollen") als Brunnen zu vervollständigen. Die Übernahme der mit 300.000 DM veranschlagten Kosten für einen höheren Konus, ein gepflastertes Becken und die Wasserversorgung hatte Klutentreter wiederum zugesagt. Der Kulturausschuss des Stadtrates lehnte, beraten durch den Beirat für Bildende Kunst, die Spende und die Fertigstellung des Brunnens ab. Die Brunnenplastik steht bis heute trocken auf einem Pflasterbuckel in der Fußgängerzone.

Quelle: wikipedia.de

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