Der Nymphenbrunnen in Nürnberg

Der Nymphenbrunnen steht in Steinbühl am Aufseßplatz. Er wurde von Maximilian Brust im Jahre 1895 gestiftet und kostete 250.000 Goldmark, eine sehr hohe Summe für die damalige Zeit. Maximilian Brust war der Besitzer der Vereinigten Fränkischen Schuhfabriken (ein Zusammenschluss der Filz- und Lederschuhfabrikation der Brüder Albert und Louis Berneis aus Fürth mit der Filzschuhfabrik von Maximilian Brust im Jahre 1892). Der Entwurf für den Brunnen stammte von Fritz Zadow (Bildhauer, Medailleur, 1862 bis 1926), s.a. Burgschmietbrunnen. In der Kunstgießerei Christoph Lenz wurden die Bronzeteile gegegossen.

Der Nymphenbrunnen bildet den Mittelpunkt des Aufseßplatzes. Der Sockel wurde auf einen Felsunterbau platziert, darauf sitzt eine Nymphe mit zwei nackten Knaben. Die Knaben spielen mit einer Gans. Am Sockel sprudelt das Wasser aus grotesken Tierköpfen, zudem sprudelt es aus dem Krug der Nymphe und dem Schnabel der Gans.
Die Gesamtanlage orientiert sich an barocken Vorbildern (s.a. Bärenbrünnlein, Neptunbrunnen). Die Bronzefigur der Nymphe lässt sich dem Jugendstil zuordnen.

Nymphen sind nach altgriechische Religion weibliche, sehr volkstümliche Naturgottheiten im Gefolge der Artemis (griechische Gottheit, die mit ihren Nymphen jagend durch die Natur zog und das wilde Getier schützte, Schwester des Apoll). Sie tauchen allerdings auch als Begleiterinnen des Hermes , des Dionysos oder des Pan auf. Sie wurden als Spenderinnen der Fruchtbarkeit, auch als Geburtsgöttinnen in Höhlen und Grotten und an Quellen kultisch verehrt. In hellenistisch-römischer Zeit wurden sie als Wassergottheiten in Ruhe oder tanzend, mit Schale, Muschel, Urne und dgl. dargestellt.

Das Wort Barock stammt ursprünglich aus dem Portugiesischen: Dort wurde eine Perle, die nicht ganz kugelig war "barocco" genannt. Im Französchischen wurde es zu "baroque", Im Italienischen zu "barocco" und im Deutschen zu "barock" und bedeutet soviel wie absonderlich. Dieses Wort gab einer ganzen Kunstepoche seinen Namen. Der Begriff Barock steht zudem für ein Lebensgefühl, welches sich in sinnlich weitausladenden Gebärden äußert. Das Barock sieht das Leben als Freude, in der Renaissance (Epoche davor) betrachtete man das Leben als Aufgabe, in der Epoche danach, der Gotik wurde das Leben als schicksalgegeben angesehen.

Quellen:
Stadtlexikon Nürnberg, herausgegeben von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, W. Tümmels Verlag, Nürnberg, 2000.
Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten, Herausgeber Christoff von Imhoff, Verlag Albert Hofmann, Nürnberg, 1984.
Das große Buch der Baustile, Herbert Pothorn, Südwest Verlag München, 1986.
dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden, Verlag F. A. Brockhaus, Mannheim, 1989.

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