Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Nürnberg

Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche steht in der Zugspitzstraße in Langwasser.

Die evangangelische Kirchengemeinde wurde im Jahre 1969 gegründet. Am 15.06.1969 wurde das "Dietrich-Bonhöffer-Haus" eingeweiht, um den evangelischen Christen in der Trabantenstadt Langwasser einen kirchlichen Mittelpunkt zu geben, der nicht nur Gotteshaus, sondern auch Begegnungsstätte werden sollte.

Am 24.11.1974 wurde der Grundstein für das Gemeindezentrum gelegt, die Einweihung des Gemeindezentrums mit Pfarramt, Kirche, Kindergarten und Gemeinderäumen nach Plänen des Architekten Albin Hennig erfolgte am 10.10.1976.

Das Gemeindegebiet umfasst knapp einen Quadratkilometer und hat rund 2600 Gemeindemitglieder.  

"Der markante Gebäudekomplex wirkt zwischen den rechtwinkligen Hochhäusern und einfachen Reiheneigenheimen wie ein geschliffener Diamant, der von Gottes großmütigem Plan inmitten nüchterner menschlichen Planung erzählt." Sie soll "Eine Kirche für die Welt" sein, nach Worten Dietrich Bonhöffers.

Dietrich Bonhöffer war evangelischer Theologe, der am 9.4.1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.
Er wurde am 4.2.1906 in Breslau geboren, war ab 1935 Direktor des Prediger-Seminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde. Im Mittelpunkt seiner Theologie stehen die Kirche, die "nichtreligöse" Auslegung der Bibel und die Diesseitigkeit des Christentums. Im Jahre 1936 wurde ihm die Lehrerlaubnis durch die Nationalsozialisten entzogen, 1938 wurde er aus Berlin ausgewiesen, ab 1940 erhielt er Redeverbot und ab 1941 Schreibverbot. Daraufhin schloss er sich der Widerstandsbewegung in Deutschland an und versucht Kontakte zur Britischen Regierung herzustellen. Als die Bomben auf deutsche Städte fielen, dachte er über die Zukunft der Kirche nach. Er betonte viel stärker als seine Zeitgenossen die Diesseitigkeit des Christentums in einer "mündig" gewordenen Welt. Er vertrat die Vorstellung einer offenen Kirche, die sich nicht in ihr Schneckenhaus zurück ziehen dürfe: "Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, ist unfähig, Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes zu sein. Darum müssen die früheren Worte verstummen, und unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen." Er wurde im April 1943 inhaftiert und nur wenige Wochen vor Kriegsende mit vielen seiner Mitstreiter ermordet.

Kontakt:
Evang.-Luth. Pfarramt
Zugspitzstr. 201
90471 Nürnberg
Tel.: 0911 814 90 99
Fax: 0911 86 16 31

 

 

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