Die Wehrkirche St. Georg*1 in Nürnberg-Kraftshof

Die Kirche St. Georg findet man in Kraftshof in der Kraftshofer Hauptstraße 170, im Norden von Nürnberg.

Sie wurde warscheinlich von der Patrizierfamilie Kreß von Kressenstein (Friedrich Kreß) in den Jahren 1305 bis 1315 im gotischen Stil erbaut. Das Langhaus wurde im Jahre 1438 erweitert. Der fünfeckige Wehrfriedhof entstand in den Jahren 1505 bis 1510. Die Wehrmauer ist mit begehbaren Wehrgängen ausgestattet und an den Ausgucken befinden sich Gesichter, die wohl der Abschreckung dienen sollten. Die Anlage ist beispielhaft für eine mittelalterliche Kirchenburg in Franken.

Die umfangreiche Innenausstattung stammt ebenfalls von der Familie Kreß. Die Familie übte von 1781 bis 1969 das Patronatsrecht in St. Georg aus. Insgesamt ist das Kircheninnere von den fünf großen Grabmonumenten der Familie geprägt, daneben sind drei Altäre zu bestaunen: Der Hauptaltar aus dem Jahre 1480, der den Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen zeigt, ein Leonhardsaltar aus dem Jahre 1476 und die Muttergottes eines Marienaltars aus dem 15. Jh., von dem sonst leider nichts mehr erhalten ist. Sehr interessant ist auch die Holzbalkendecke.

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch eine großzügige Spende der Brüder Samuel und Rush Kreß (New York) ermöglicht. Die Einweihung fand im Jahre 1952 statt. Die Kirche ist besonders beliebt für Hochzeiten.

Die St. Georgskirche ist vom Ostersonntag bis zum Reformationsfest täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Sie lädt alle Besucher zur Besichtigung und zur Stille ein. In den Wintermonaten
bleibt die Kirche geschlossen.
Führungen können Sie jederzeit mit dem Pfarrbüro vereinbaren. Die Führungen sind kostenlos, eine Spende zur Erhaltung der Kirche ist sehr willkommen.

Kontakt:
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nürnberg-Kraftshof St. Georgskirche
Kraftshofer Hauptstraße 165
90427 Nürnberg
Tel: 0911 305998
Fax: 0911 305964

Der heilige Georg:
Der Name Georg stammt aus dem Griechischen und bedeutet Landmann. Der heilige Georg stammte waharscheinlich aus Kappadokien und starb um 303 als römischer Soldat den Märtyrertod. Er wird am 23. April verehrt.
Im späten Mittelater galt er als allgemeiner Volksheilger, in den Ostkirchen wurde er als "Groß-Märtyrer" verehrt; er gilt als Schutzheiliger der Waffenschmiede, Bauern, Schützenbruderschaften und moderner Jugendbünde, v. a. der Reiter und der Pferde. Englischer Nationalheiliger ist er seit dem 13. Jh.
Im Abendland, wo er zunächst mit Palme dargestellt wird, wurde er spätestens seit den Kreuzzügen (1. Kreuzzug, 1096, 2. Kreuzzug 1147-49, 3. Kreuzzug 1189, 4. Kreuzzug 1202-04, 5. Kreuzzug, 1228, 6. Kreuzug, 1248-54, 7. Kreuzzug, 1270) als Reiterheiliger verehrt. Er wird zu Pferd dargestellt, wie er den Drachen tötet. Auf seiner Fahne und seinem Schild ist zumeist ein Kreuz zu sehen.

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