Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg

Die Martin-Niemöller-Gemeinde ist die jüngste der vier evangelischen Gemeinden in Langwasser. Sie gehörte ursprünglich zur Gemeinde der Dietrich-Bonhöfer-Kirche. Am 1. Januar 1987 wurde sie selbständig. Die Kirche "mit Lichtkreuz hinter dem Altar" wurde von den Architekten Eberhard Schunck und Dieter Ullrich erbaut (1985/86). Sie bildet zusammen mit der katholischen St. Maximilian-Kolbe-Kirche ein ökumenisches Gemeindezentrum mit gemeinsam genutztem Campanile.
Die beiden Kirchen, die Kindergärten, die Pfarrämter, das Jugendhaus und Gemeinderäume gruppieren sich um den Kirchhof, in dessen Mitte sich der gemeinsame Glockenturm erhebt.

Der Kirchenraum ist hell und von Licht durchflutet. Er lädt die Besucher zu Gottesdiensten, Meditationen und Festen ein. Die großen Fenster hinter dem Altar erlauben dem Betrachter einen Blick auf Langwasser und ein historisch belastetes Gelände, das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Das Gemeindegelände wird im Westen durch das Messezentrum, im Norden durch das Postzentrum, im Osten durch ein Gewerbegebiet und im Süden durch die U-Bahn-Linie eingegrenzt. Das Gebiet ist fast deckungsgleich mit dem Märzfeld aus der NS-Vergangenheit.

Martin Niemöller (* 14. Januar 1892 in Lippstadt; † 6. März 1984 in Wiesbaden) war ein evangelischer Theologe, der in den Wirren jener Zeit seinen Weg ging und Widerstände, auch die Inhaftierung im Konzentrationslager, überwand.
Im Kaiserreich war er Marineoffizier (U-Boot-Kommandant), nach dem Krieg, im Jahre 1919 heiratete er Else, geb. Bremer (* 20. Juli 1890, † 7. August 1961 durch einen Verkehrsunfall in Dänemark) und begann eine landwirtschaftliche Lehre in Wersen bei Osnabrück. Einen eigenen Hof konnte er sich nicht leisten und so entschloss er sich zum Studium der evangelischen Theologie in Münster (1919–1923). Im Jahre 1924 wurde er Vereinsgeistlicher der westfälischen Inneren Mission und 1927 Mitbegründer der Selbsthilfeeinrichtung „Darlehensgenossenschaft der Westfälischen Inneren Mission e.G.m.b.H.“, eines Vorgängerinstituts der heutigen KD-Bank eG - die Bank für Kirche und Diakonie. Während des Ruhrkampfes beteiligte er sich an der „Akademischen Wehr“. 1931 wurde Niemöller zum III. Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem berufen.

Niemöller unterstützte anfangs die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), erkannte aber sehr bald, dass die Vorstellungen dieser Bewegung nicht mit seinen Überzeugungen in Einklang zu bringen waren.
Im Herbst 1933 schloss er sich mit 70 Pfarrern im "Pfarrernotbund" zusammen, der sich gegen die Ausgrenzung von Christen jüdischer Herkunft aus dem kirchlichen Leben und gegen die Verfälschung biblischer Lehren durch die nationalsozialistischen Deutschen Christen wehren sollte. Schon bald übernahm Niemöller den Vorsitz dieser Organisation. Aus dem Notbund ging die "Bekennende Kirche" hervor, zu deren aktivsten Mitgliedern Niemöller zählte.

Zum ersten Mal wurde er im Jahre 1935 verhaftet, als er sich zusammen mit mehreren hundert Pfarrern gegen die Angriffe des NS-Ideologen Alfred Rosenberg wendet.

Am 1. Juli 1937 wird er erneut verhaftet und kommt schließlich im Konzentrationslager Sachsenhausen. Die Jahre 1941-1945 verbringt er im Konzentrationslager Dachau, aus dem ihn 1945 amerikanische Truppen befreien.

Nach 1945 wurde Mitglied des Rates der "Evangelischen Kirchen in Deutschland" (EKD) und war an dessen Neuordnung beteiligt.
Er war Präsident des Kirchlichen Außenamtes und vertrat neben anderen im Stuttgarter Schuldbekenntnis die These von der Mitschuld der evangelischen Kirche am Nationalsozialismus.

1946 nahm er an der Sitzung des Weltkirchenrates in Genf teil. Niemöller war einer, der immer auf Verständigung im beginnenden Kalten Krieg drängte.
Er unternahm mehrere Reisen in dei damaligen Ostblockstaaten und nachdem er 1952 vom russisch-orthodoxen Patriarchen Alexius nach Moskau eingeladen worden war, wollte er gerne als Seelsorger für Deutsche Kriegsgefangene in Russland bleiben, was ihm aber nicht erlaubt wurde.

Von 1947 bis 1964 war er Kirchenpräsident der evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau.

1955 gab er seinen Sitz im Rat der EKD auf, nachdem seine Arbeit auf der Weimarer Generalsynode scharf kritisiert worden war. 1958 nahm er am ersten Ostermarsch der Friedensbewegung von London zum Kernforschungszentrum Aldermaston teil. Im Jahre 1959 zeigte ihn der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß wegen seiner Aussage "Und darum ist heute die Ausbildung zum Soldaten die hohe Schule der Berufsverbrecher" an und auch sonst stieß er mit dieser Aussage auf heftige Kritik. 1961 wurde Niemöller zu einem der sechs Präsidenten des Weltkirchenrates gewählt. Beim Tod seiner Frau durch einen Autounfall wurde er selber schwer verletzt. Von 1967 bis 1968 war er Ehrenpräsident des Weltfriedensrates. Im Jahre 1971 wurde ihm das Goldkreuz des Bundesverdienstordens verliehen und im gleichen Jahr heiratete er Sibylle von Sell.

Er erhielt viele Ehrungen und Auszeichnungen in seinem Leben, u. a. die Albert-Schweitzer-Friedensmedaille. Er wurde wurde zum Ehrenpräsidenten der deutschen Friedensgesellschaft gewählt und 1983 wurde ihm die Ossietzky-Medaille verliehen. Er war Mitbegründer des Komitees für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit, gründete 1977 die Martin-Niemöller-Stiftung in Wiesbaden und war Mitbegründer der "Bibliothèque Internationale de la Paix" in Sarreguemines/Elsass, zudem Mitinitiator des "Krefelder Appells", der die einseitige Abrüstung in der NATO und den Verzicht auf die Stationierung amerikanischer Atomraketen in Europa forderte.

Martin Niemöller starb am 6. März 1984 in Wiesbaden.

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Dienstag: 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr (für Vermietungen - Herr Kraus)
Donnerstag:  10:00 Uhr bis 12:00 Uhr (Sprechstunde von Hr. Pfarrer Krestel)
Freitag:  10:00 Uhr bis 12:00 Uhr (Frau Kunzmann)
Telefon: 0911 / 86 80 21
Telefax: 0911 / 9 81 26 94

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