Melanchtonkirche in Nürnberg

Die Melanchtonkirche steht in der Augsburger Straße 12 in Ziegelstein.

Seit 1923 befand sich an ihrer Stelle eine Notkirche (Stadtvikariatsstelle Ziegelstein, zugehörig zur Pfarrei St. Jobst). Die Pfarrei Ziegelstein ist seit 1935 eine unabhängige Kirchengemeinde, die Melanchtonkirche wurde allerdings erst am 15.12.1940 geweiht. Nach den Plänen von German Bestelmeyer (s.a. Gustav-Adolf-Gedächtniskirche und Friedenskirche) entstand ein rechteckiger Saalbau mit Satteldach. Die Kunstuhr über dem Haupteingang stellt eine Besonderheit dar, sie soll den Betrachter an seine Todesstunde erinnern (Der Tod von Ziegelstein, instand gesetzt im Jahre 1985). Bis 1950 wurde die Kirche nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Im Jahre 1971 wurde die Kirchengemeinde in Melanchtongemeinde umbenannt.

Die Kirche ist benannt nach Philipp Melanchton Humanist und Reformator (geb. 1497 in Bretten, gest. 1560 in Wittenberg). Sein Großonkel Johannes Reuchlin sorgte für seine Ausbildung. Er studierte in Heidelberg "Baccalaureus Atrium" und in Tübingen "Magister artium". Einige Lehrjahre verbrachte er an der "Realistenburse" in Tübingen bis er 1518, auf Empfehlung seines Onkels, Professor für Griechisch in Wittenberg wurde. Im Jahre 1519 schloss er sich Martin Luther an und war bis zu dessen Tod sein treuester und engster Mitarbeiter. Drei seiner wichtigsten Schriften zählen zu den Grundlagen der Reformation. Das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana, 1530), die gegen die katholische "Confutatio" gerichtete Apologie der Augustana (1530/31) und der "Tractatus de potestante et primatu papae" (1537). Man kann sagen, dass er die Kirchenwerdung der Reformation im Ganzen betrachtet stärker bestimmt hat als Luther. Er war maßgebend an der Organisation und Ausgestaltung des evangelischen Kirchen- und Schulwesens, das langsam in Deutschland entstand, beteiligt und man nannte ihn schon zu Lebzeiten "Preceptor Germaniae". Er war bei den Religionsgesprächen in Marburg (1529), Worms (1540) und Regensburg (1541) dabei. In Nürnberg erinnert ein Denkmal an ihn (Sebalder Altstadt, Egidienplatz), die erste größere Bildhauerarbeit des Jakob Daniel Burgschmiet. Das Melanchton-Gymnasium ist nach ihm benannt, ebenso eine Straße in Steinbühl.

Kontakt:

Melanchtonkirche Nürnberg
Gumbinner Straße 10
90411 Nürnberg

Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung
Schulstraße 30
D-06618 Naumburg/Saale
Tel.: 03445 775817
Fax: 03445 792923

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