Nikolauskirche in Nürnberg

Die Nikolauskirche steht in der Venatoriusstraße 2 in Kornburg.

Die Pfarrei Kornburg wurde aufgrund einer Stiftung der Gräfin Anna v. Nassau (gest. 1353) gegründet. Bereits 1345 wird an gleicher Stelle eine Niklauskapelle erwähnt. In der 2. Hälfte des 14. Jh. wurde die Niklauskirche errichtet. Sie wurde im 2. Markgrafenkrieg und im Dreißigjährigen Krieg zerstört und jeweils wieder aufgebaut. Im Jahre 1739/40 entstand ein Neubau, der wahrscheinlich vom markgräflichen Hofbaumeister Johan David Steingruber errichtet wurde. Der Stil entspricht dem der markgräflichen Kirchen zu jener Zeit. Lisenen (frz. lisièrem: Grenze, Rand: ein wenig vortretender, glatter, senkrechter Streifen zur Gliederung einer Wand) stellen den einzigen Schmuck an der Außenfassade mit zweireihig angeordneten Fenstern dar. Der Grundriss ist T-förmig, der Chorturm befindet sich im Osten. Es gibt eine Emporanlage, einen Kanzelaltar (typisch für den Altarbau für den markgräflichen Stil) und eine Loge für die Familie Rieter im Inneren.

Ursprünglich gehörte die Pfarrei Kornburg (wie auch Mögeldorf) zum "Altdorfer Kirchensatz". Dieser wurde durch den Pfalzgrafen und späteren König Ruprecht (1400 bis 1410) an die Universität Heidelberg (1386 gegründet) gestiftet. Im Jahre 1526 erwarb die Reichsstadt Nürnberg das Patronat über die Pfarrei zurück. Seit 1556 gehörte die Pfarrei zum markgräflichen Dekanat Schwabach (die Landeshoheit in Kronburg zwischen der Reichstadt Nürnberg und dem Markgrafentum Ansbach war zu jener Zeit allerdings umstritten) und wurde 1810 dem bayerischen Dekanat Schwabach eingegliedert, dem sie heute noch angehört.

Kornburg:

Im Jahre 1236 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Er war damals Sitz des Reichsministerialen "Chunradus de Chvrenburc". Dieser hatte das Amt des Butiglers (Oberbeamter des Reiches: er verwaltete das Reichsgut im Raum Nürnberg, führte den Vorsitz am "Kaiserlichen Landgericht des Burggrafentums Nürnberg", übte die Vogtei über die umliegenden Klöster aus, gründete Städte und Burgen, prägte Münzen und zog Abgaben ein. Im Jahre 1200 erstmals erwähnt wurde das Amt 1282 wieder aufgebhoben) der Stadt Nürnberg inne. Kornburg erhielt im Jahre 1364 das Marktrecht. Anfang des 13. Jh wurde die Wasserburg erbaut. Sie war im Besitz der Hohenfels, der Seckendorff und schließlich der Patrizierfamilie Rieter. Sie besaß das Schloss mit der Grundherrschaft in Form einer Vorschickung (eine Rechtsform, die es nur in der Reichsstadt Nürnberg gab. Sie diente zur Erhaltung von Familienbesitz v. a. der Patrizier, es beinhaltete u. a. eine Nutzungsrecht an Vermögen, zusammen mit Wohnrechten an Herrensitzen und Stadthäusern). Das Schloss wurde vier Mal zerstört und wieder aufgebaut: 1388 im Städtekrieg, 1449 im ersten Markgrafenkrieg, 1552 im zweiten Markgrafenkrieg (s. a. Nikolaus und Ulrich, Mögeldorf) und 1632 im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648). Ab dem Jahre 1838 kam das Schloss in Privathände und wurde nicht mehr gepflegt. 1922 bis 1927 übernahm Heinrich Nüßlein (Kunsthändler) das Schloss und ließ es renovieren und umbauen. Von da an beherbergte es für einige Jahre eine Galerie. Die Gebäude, die von einem Wassergraben umgeben sind, umschließen einen rechteckigen Innenhof. Der Schlossturm befindet sich am Eingang an der Südseite und diente zum Schutz. In den Jahren 1709 und 1731 entstanden zwei neue Schlossbauten: Das ehem. Seckendorrff-Egloffsteinsche Freihaus und das ehem. Müller-Vargetsche Freihaus. Ab 1792 war Kornburg unter Preußischer Herrschaft und 1806 fiel es an Bayern. Im Jahre 1808 wurde ein Steuerbezirk gebildet, die Gemeinde entstand im Jahre 1818. Im Jahre 1972 wurde Kornburg nach Nürnberg eingemeindet (Gebietsreform). Es ist der flächenmäßig größte Bezirk Nürnbergs.

Kontakt:
Pfarramt
Kornburger Hauptstr. 31
90455 Nürnberg
Tel: 09129/4246
Fax: 09129/2520

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