St. Johannes Baptistkirche Nürnberg

Die St. Johannes Baptist Kirche steht in Eibach in der Eibacher Hauptstraße 59 im Süden Nürnbergs. Sie wurde 1343 als (katholische) Filialkirche von Katzwang erbaut und der Hl. Barbara und der Hl. Katharina geweiht. Mit Einführung der Reformation in Nürnberg im Jahre 1524 wurde Eibach protestantisch und die Kirche erhielt ein neues Patrozinium und wurde Johannes dem Täufer geweiht.

Das Bemerkenswerte an dieser evangelischen Dorfkirche ist der gewölbte Altarraum mit seinen im Jahr 1948 freigelegten Wandmalereien aus dem 15. Jh. Die Kirche wurde vermutlich von der Familie Motter Ende des 14. Jh. gestiftet, so dass bis Anfang des 15. Jh. eine spätgotische Kirche entstanden war, von der heute nur noch der erwähnte Chor erhalten ist.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) wurde die Turmspitze weg geschossen und im Jahre 1621 wurde der Glockenstuhl erneuert. Die Kirchenmauern wurden 1626 erhöht, vermutlich als Schutz vor der "Soldateska", der Wallensteinschen Truppen. So bezeugen noch heute dicke Mauern den einstigen Wehrcharakter der Kirche.

Im 18. Jh. wurde das Langhaus durch den Einbau von zwei Emporen im markgräflichen Stil umgestaltet (nach der preußischen Besetzung der Nürnberger Vororte, 1796, wurde die Pfarrei Eibach dem ehemaligen markgräflichen Dekanat Schwabach unterstellt). Im Jahre 1914 wurde die Kirche erneut umgebaut und im Jahre 1982 umfassend renoviert. Seit 1970 ist Eibach Sitz des Prodekans für den Prodekanatsbezirk Nürnberg-West.

Ende 2006 wurde neben der St. Johanneskirche das neue Gemeindezentrum eingeweiht und 2007 das Begegnungszentrum der evangelischen Familienarbeit renoviert und zum Jugendhaus ernannt.

Die Gemeinde Eibach wurde im Jahre 1289 in einer Verzichtserklärung zu einer Erbschaft erstmals urkundlich erwähnt.
Den Namen, im Mittelalter "Ybach" geschrieben, kann man als Siedlung „am Eibenwald“ oder „an der Eiben-ache“ (= am Eibenbach) deuten.
Das Dorf Eibach war Sitz einer Forsthube der adligen Familie Motter. Kirchlich gesehen gehörte Eibach zur Pfarrei Katzwang.

Ab 1344 war die Ortschaft im Besitz des alten Nürnberger Adelsgeschlecht der Waldstromer von Reichelsdorf. Sie führten auch das Patronat über die Kirche und waren als Reichsforstmeister für die beiden Forste St. Sebald und St. Lorenz - das Paul Stromersche Waldbuch von 1425 nennt darüber hinaus noch 105 Ortschaften im Lorenzer Wald - verantwortlich. Das Wappen der Waldstromer ist noch heute auf der Innenbrüstung des Chorfensters zu sehen.

Ab 1453 besaßen die Peßler die Forsthube Eibach. Weitere Grundherren waren das Lorenzer Waldamt, das Klarenamt, die Behaim, die Ebner, die Kreß und das Ansbacher Kastenamt Schwabach.

Das Hochgericht (Fraisch) stand dem Ansbacher OA Schwabach zu (von der Reichstadt Nürnberg bestritten), die Dorf- und Gemeindeherrschaft besaß das Landpflegeamt und die Kirchenhoheit besaß die Reichstadt Nürnberg.
Ab 1796 war Eibach wie viele Nürnberger Vororte von den Preußen besetzt und bildete nach dem Übergang zu Bayern ab 1808/18 eine an dem Pfarrsprengel angepassten Steuerdistrikt bzw. eine Gemeinde mit Maibach und Hinterhof.
1922 erfolgte die Eingemeindung nach Nürnberg.

Das Wort Baptist stammt aus dem Griechischen und bedeutet Täufer und ist hier lediglich der Beiname für Johannes den Täufer und hat im engeren Sinne nichts mit der Glaubensgemeinschaft der Baptisten zu tun.

Johannes der Täufer predigte kurz vor der Zeit Jesu und taufte die Menschen zum Zeichen der Buße und als Mittel der Reinigung von ihren Sünden. Herodes Antipas, der damalige Herrscher von Galiläa und Peräa fürchtete den steigenden Einfluss des "Bußpredigers" und ließ ihn, nachdem dieser seine zweite Frau Herodias beleidigt hatte, in der Festung Machaerus östlich des Toten Meeres einsperren. Antipas hatte wegen Herodias seine frühere Frau, die Tochter des Nabatäerköngis Aretas IV. (9 v. Chr. bis 40 n. Chr.) verlassen. Zudem war Herodias die Frau von Antipas' Halbbruder Philipus gewesen, so dass nach jüdischem Recht eine Ehe zwischen den beiden verboten gewesen wäre. Die Umstände vom Tod des Johannes werden bei Markus Matthäus beschrieben. Am Geburtstag des Antipas waren der ganze Hofstaat und alle vornehmen Bürger Galiläas zu einem Festmahl geladen. "Der Tanz der Salome", Herodias Tochter aus erster Ehe, stellte den Höhepuntkt des Festes dar und Antipas war von ihr so begeistert, dass er ihr jeden Wunsch erfüllen wollte, selbst wenn sie sein halbes Königreich fordern sollte. Als sie ihre Mutter fragte, was sie sich wünschen sollte, sah diese den Augenblick der Rache gekommen und drängte ihre Tochter sich den Kopf des Johannes zu wünschen. Antipas wollte ihr den Wunsch zwar ausreden, da er die Gespräche mit Johannes im Kerker genoss, sah sich letztendlich doch gezwungen sein Versprechen einzulösen und ließ Johannes den Täufer köpfen.

Kontakt:
Evang.-Luth. Pfarramt Eibach
Eibacher Hauptstr. 61
90451 Nürnberg
Telefon: 0911-64 99 25
Telefax: 0911-64 99 270

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 9.00 Uhr - 12.00 Uhr
Montag: 14.00 - 17.00 Uhrr
Dienstag: geschlossen
In den Schulferien ist das Pfarramt nur vormittags geöffnet.

 

 

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