Kirche St. Klara

Die Kirche St. Klara in Nürnberg
Hier sehen Sie die St. Klara Kiche in Nürnberg

Die ursprüngliche Kirche wurde bereits um 1232 erbaut.

Ab 1241 war sie das Gotteshaus der Magdalenerinnen (Reuerinnen), die sich 1279 (auf Geheiß des Papstes) den Klarissinen (einem zweiten Orden der Franziskaner) anschlossen.

Der Chor wurde im Jahre 1274 eingeweiht (spätromanisch), das Langhaus wird wohl aus der gleichen Zeit stammen (s. romanisches Fenster an der Ostwand). 1420/28 wurde St. Klara gotisiert (Anbauten an der Nordseite). Der spätromanisch-frühgotische Ursprüng lässt sich heute noch an einem Portal an der Westseite erkennen.

Eine Äbtissin des Klosters war Caritas Pirckheimer (verst. 1532), die Schwester des Humanisten und Ratsherrn Willibald Pirckheimer (1470 bis 1530). Sie trat der Reformation mit aller Kraft entgegen. In der Nähe des südlichen Seitenaltars befindet sich ihr Grab. Die Kirche St. Klara diente dem evangelischen Gottesdienst. Nachdem die letzte dort lebende Nonne im Jahr 1596 verstorben war, wurden die umfangreichen Klosterbauten danach als Unterkunft für Pastorenwitwen und später auch als Leihhaus genutzt. 


Der Abriss des Klosters erfolgte im Jahr 1892, auf dem Gelände wurde die Luitpoldstraße angelegt. Die Kirche war bereits 1854 der damals wachsenden und seit 1800 (Ende des Konfessionalismus) wieder erlaubten katholischen Gemeinde überlassen worden.

Der einzige Teil, der vom Kloster noch erhalten ist, ist das "Silbertürmchen" links neben der Gräberreihe des ehemaligen Nonnenfriedhofs.

Die vor dem Frauentor an der Königsstrasse liegende Kirche ist seit 1996 auch als "Offene Kirche St. Klara" bekannt.

Die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten:
- Der reich geschnitzter linke Seitenaltar (Passionsszenen, 1517), der als das bedeutendste Kunstwerk der Kirche gilt.
- Der rechte Seitenaltar (Maria in der Mitte zwischen St. Nikolaus und St. Ulrich (um 1500).
- Eine monumentale Kreuzigungsgruppe von Veit Wirsberger (um 1510) im Langhaus (einziges Stück der ursprünglichen Kirchenausstattung, alle anderen Werke wurden erst nach 1854 in diese Kirche gebracht).
- Madonna an der Chorsüdwand (fränkisch, um 1500)
- Das Kreuz - Wunde und Wunder von Friedrich Brunner (2000)
- Das Bild "Geheimnis Mensch" von Frank Vaders (2001)
- das Grab der Äbtissin Caritas Pirckheimer, die sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts gegen die Reformation bekannte.

Vor der Kirche steht die Bronzefigur "Hiob", die im Jahre 1982 dort aufgestellt wurde. Sie stammt von Gerhard Marcks (1957).

Gottesdienste:
Montag bis Samstag 17:45 Abendmesse
Sonntag 20:30 Spätmesse - Sonntag Abendmahl (jeden 3. Sonntag im Monat)

Die Kirche ist von 08:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet.

Quellen:

Baedeckers Nürnberg, Stadtführer von Karl Baedecker, Baedecker GmbH, 1986.
Stadtlexikon Nürnberg, herausgegeben von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, W. Tümmels Verlag, Nürnberg, 2000.

Teilen: