St. Peter Kirche - Peterskirche in Nürnberg

Die Peterskirche steht im Ortsteil St. Peter in der Regensburgerstraße 62. Sie wurde zwischen 1897 und 1901 neben der zu klein gewordenen Peterskapelle im neugotischen Stil (Bau und Ausstattung) errichtet.

Von der Peterskapelle zur Peterskirche
Die Peterskapelle wurde zusammen mit einem Siechkobel (Leprosenhaus)*1 an der Hauptverbindungsstraße Nürnberg-Regensburg erbaut. Vermutlich wurde sie im Jahre 1327 von Ulirch III. Haller gestiftet. Einen dokumentarischen Nachweis über die Stiftung gibt es nicht. Erst durch das Testament des Gabriel Tetzel, der im Jahre 1440 verstarb, kann eine Verbindung nachgewiesen werden. Fertiggestellt wurde die Kapelle erst durch Jobst Tetzel, dem Vetter des mutmaßlichen Stifters Haller, im Jahre 1470. Die Fertigstellung erfolgte so spät, da es immer wieder Einsprüche seitens des Bamberger Bischofs und des Lorenzer Pfarrers gab. Ab dem Jahr 1470 ist St. Peter durch den Anbau eines Langhauses an das bestehende Kapellchen, gestiftet von Gabriel Tetzel als Kirche vollendet.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie vier Mal restauriert: 1746/56, 1824, 1879 und 1945/48. Das Langhaus mit 3/8 Chorschluss besitzt eine dreiseitig umlaufender Empore, die wahrscheinlich aus der Mitte des 18. Jh. stammt. Über dem Chorbogengiebel befindet sich ein bemerkenswerter sechsseitiger Dachreiter. Der Hauptaltar stammt aus der Zeit des Barock um 1700. Zudem sind der nördliche Seitenaltar (gestiftet von Nikolaus Koeler) und der südliche Seitenaltar (um 1460), gestiftet von Nikolaus III. Muffel und seiner Frau Margarete von Laufenholz erwähnenswert. Die Kanzel stammt aus dem Rokoko, um 1750. Darüberhinaus findet man zahlreiche interessante Gemälde, Epitaphien, Glasmalereien und Totenschilde in der Kapelle.

Die Kirche St. Peter so wie wir sie heute kennen, stammt vom Architekten Josef Schmitz*2 (1860 bis 1936), der sich mit diesem Sandsteinbau an den gotischen Kirchen der Nürnberger Altstadt orientierte. Der Grundriss zeigt ein Schiff, ein Querhaus, einen Westchor und seitlich den Turm. Das Schiff ist gewölbt und verfügt über eine Empore. Bemerkenswert sind der Choraltar im Inneren, der einem spätgotischen Flügelaltar nachempfunden ist, die Kanzel und der Taufstein mit Kupferdeckel. In den Jahren 1946 bis 50 wurde die während des Krieges zerstörte Kirche wieder aufgebaut.

*1 St. Peter Siechkobel:
Sogenannte Siechkobel oder Leprosenhäuser entstanden im 13. und 14. Jh. an den vier großen Ein- und Ausfallstraßen von und nach Frankfurt/Main, Augsburg, Regensburg und Prag. Dort wurden Aussätzige oder Menschen mit anderen ansteckenden Krankheiten betreut, s. a. St. Leonhard. Zu Beginn (ab 1327) wurde in St. Peter Siechkobel nur Frauen aufgenommen, im Jahre 1484 wurde er in einen Mannskobel umgewandelt. St. Peter war wohl der unbedeutenste von allen Siechkobeln in Nürnberg, denn es gab nie einen eigenen Seelsorger. Bis zur Reformation oblag die kirchliche Betreuung dem Geistlichen von St. Leonhard in Vertretung des Lorenzer Pfarrers, danach dem Diakon von St. Egidien. Nach Aufhebung des Siechkobels im 19. Jh. entwickelte sich die evangelische Gemeinde St. Peter.

*2 Josef Schmitz, seine wichtigsten Arbeiten in Nürnberg:
Bauleitung der Wiederherstellung der Sebalduskirche und der Moritzkapelle (1888 bis 1905)
Restaurierung der Lorenzkirche (1903 bis 1928)
Zahlreiche Neubauten (z. B. St. Anton in Gostenhof (1911), die ehemalige Poliklinkik am Marientorgraben) worunter die Kirche St. Peter der bedeutenste ist.

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Quellen:

Stadtlexikon Nürnberg, herausgegeben von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, W. Tümmels Verlag, Nürnberg, 2000.
dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden, Verlag F. A. Brockhaus, Mannheim, 1989.

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