St. Walburga-Kirche in Nürnberg

Die Kirche St. Walburga steht wie St. Johannes-Baptist in Eibach. Im Inneren kann man einige Ausstattungsstücke des 18. und 19. Jahrhunderts wie das Triptychon-Altarbild, welches Szenen aus dem Leben der hl. Walburga darstellt, vorfinden.

Die Kirchenorgel wurde im Jahre 1982 von der Firma Jann installiert. Das Pfarrheim neben der Kirche ist durch den Umbau der 1910 vom Nürnberger Architekten Otto Schulz erbauten katholischen Kirche St. Willibald, mit neubarocker Ausstattung und einer 1937 in Eichstätt gebauten Bittner-Orgel im Jahre 1967 entstanden. Ein ursprünglich eigenständiger Zwiebelturm ragt aus dem nördlichen Dachbereich auf.

Seit 1910 existierte hier eine Notkirche. 1921 wurde die Gemeinde St. Walburga zur Pfarrei erhoben und von der Pfarrei St. Sebald in Schwabach abgetrennt. Bis 1953 behielt St. Willibald das Patrozinium (lat. Schutz durch einen Patron). Die heutige Kirche entstand nach Plänen des Architekten Friz Mayer (seit 1925 selbständiger Architekt in Nürnberg, seine herausragendste Arbeit während des Wiederaufbaus war die Wiederrichtung des Pellerhauses in den Jahren 1956/57 zusammen mit seinem Sohn, s.a. St. Johannes Baptist und Reformations-Gedächtniskirche) und wurde 1953 eingeweiht. St. Gabriel ist eine Filialkirchenstiftung von St. Walburga.

Die heilige Walburga wurde um 710 als Tochter des hl. Richard in England geboren und starb am 25.2.779 in Heidenheim. Sie gehörte dem Benedikterorden an und folgte ihren beiden Brüdern Willibald und Wunibald nach Deutschland, wo sie als Äbtissin in dem von ihr gestifteten Doppelkloster Heidenheim wirkte. Sie ist eine der beliebtesten Volksheiligen und wird im Norden Frankreichs, in Flandern, am Niederrhein und im Elsass verehrt. Nach ihr benannt ist die Walpurgisnacht, die Nacht vor dem 1. Mai, in der die Hexen auf ihren Besen ausreiten um auf dem Blocksberg (Brocken) mit dem Teufel zu feiern. Lange hielt sich der Brauch drei Kreuze und bestimmte Kräuterbüschel an die Stalltüren zu heften, um das Vieh vor den Hexen zu schützen. Auch heute noch werden in vielen Gemeinden Walpurgisfeuer angezündet. Im heidnischen Kalender ist die Walpurgisnacht der Göttin Beltane gewidmet.

Zur heiligen Walburga und dem "Walberla" bei Kirchehrenbach in der fränkischen Schweiz gibt es eine "schaurig-schöne" Geschichte bezüglich der Entstehung der dortigen Walpurgiskappelle. Es heißt, dass die heilige Walpurga auf einer ihrer Wanderungen auch nach Kirchehrenbach kam und die Ehrenbürg bestieg. Sie war von der wundervollen Landschaft und dem herrlichen Ausblick so begeistert, dass sie gelobte ein Kirchlein auf dem Tafelberg zu errichten. Die Einwohner von Kirchehrenbach trauten ihren Ohren nicht, als sie davon erfuhren, denn es war im Ort bekannt, dass auf der Ehrenbürg die Geister hausten und selbst der Pfarrer riet Walpurga von ihrem Vorhaben ab. Aber Walpurga ließ sich nicht beirren und engagierte einige mutige Männer, die ihr beim Bau der Kapelle helfen sollten. Jedoch nachdem der erste Stein gesetzt war fingen die Geister an sich zu wehren, der Himmel verdunkelte sich, Wolken zogen auf und Hexen und Dämonen flogen um die Helfer und Walpurga herum, spukten Feuer und bewarfen sie mit Steinen. Das schlug selbst die tapferen Männer in die Flucht, Walpurga jedoch ließ sich nicht vertreiben. Sie faltete die Hände, kniete sich nieder und begann zu beten und Gott erhörte ihre Gebete. Ihre Augen begannen so herrlich zu leuchten, dass sämtliche Geister von dem hellen Licht gebannt wurden. Da befahl ihnen Walpurga ihre Untertanen zu sein und die Kirche zu bauen. Zwei Tage und zwei Nächte lang baute die teuflische Heerschar an der Kirche und am Morgen des dritten Tages war sie fertig. Walpurga war sehr zufrieden und entlohnte die Geister, indem sie ihnen für eine Nacht im Jahr ihre Freiheit schenkte und diese Nacht ist die Nacht vor dem 1. Mai, die Walpurgisnacht. Noch heute treffen sich allerlei Hexen und Gespenster in dieser Nacht auf dem nach der heiligen Walpurga genannten "Walberla" bei Kirchehrenbach und natürlich nicht nur dort.

Kontakt:
Kath. Pfarramt St. Walburga
Eibenweg 12
90451 Nürnberg
Tel.: 0911-6427001
Fax:  0911-644586

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