Die Almosmühle in Nürnberg

Die Almosmühle wurde im Jahre 1234 erstmals als "Mühle beim Fischbach" oder "Bachmühle" in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs VII. an die Deutschordenskommende Nürnberg erwähnt und lief bis 1891. Ab 1882 wurde sie allerdings nicht mehr als Mühle betrieben, sondern als erstes Nürnberger Elektrizititätswerk, angeregt durch Sigmund Schuckert. Die Stadt Nürnberg hatte 1877 die "Mühlengerechtigkeit" über die Almosmühle erworben, um sie still legen zu können, nachdem der Fischbach kanalisiert worden war. Schuckert meinte aber, man könne die verbleibende Energiekapazität nutzen und so wurden mit ihrer Energie die Kaiserstraße und der Josefsplatz beleuchtet.

Im Jahre 1419 war die Mühle Eigentum der Stadt Nürnberg geworden und wurde dem Kapitalstock des Reichen Almosens zugefügt. Die Stiftung "Reiches Almosen" war von Burkhard Sailer und seiner Frau Christine Fürleger ins Leben gerufen worden und sollte dafür Sorge tragen, dass jeden Sonntag Essen an Bedürftige ausgegeben wurde, zunächst an 20, später an 40 "hausarme Leute". Zustiftungen, v. a. durch Burkhard Helcher vergrößerten die Stiftung, bis die Verwaltung dem Rat der Stadt übertragen wurde und ein Pfleger eingesetzt wurde; 1522 wurde das Reiche Almosen in den Almosenkasten umgewandelt und 1525 dem Oberalmosenpfleger unterstellt. Der Name Almosmühle leitet sich also von der Stiftung ab. Die Gebäude dienten als Kornspeicher, die Mühle selbst war eine Mahlmühle (es gab auch Walkmühlen, Gipsmühlen, Ölmühlen, Lohmühlen, Säg- und Furniermühlen). Sie hatte vier Mahlräder, die vom Fischbach angetrieben wurden. Ab 1620 diente das vierte Rad dem Antrieb eines Pumpwerks (Almosmühle-Pumpwerk), das das Wasser aus Grundwasserquellen über mehrere Stationen durch Röhrenleitungen (Unschlittplatz, Maxbrücke, Maxplatz, Weintraubengasse, Karlstraße, Schustergasse, Schulgässchen) in den Rathausbrunnen pumpte, der bis dahin nur durch eine Lochwasserleitung (ab dem 16. Jh. ein unterirdischer Wassergang von der Burg zum Rathaus) gespeist worden war.

Die Gebäude, die heute noch in der Mühlgasse stehen, stammen aus dem Jahre 1617, als sie nach einem Brand neu errichtet wurden.

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