Die Sandmühle in Nürnberg

Die Sandmühle war die größte städtische Getreidemühle und hatte bis 1431 dem Katharinenkloster gehört. Sie verfügte bereits im Jahre 1339 über 18 Mühlräder zum Mahlen von Getreide und zur Tuch- und Lederbearbeitung. Sie lag am nördlichen Ufer der Pegnitz gegenüber der Kleinen Insel Schütt.

In den Jahren 1402 bis 1415 wurde auf der Sandmühle die mechanische Drahtziehung erfunden und technisch umgesetzt, weshalb sie auch als "Drahtziehermühle" bezeichnet wurde. Bis ins 18. Jh. blieb sie die größte städtische Getreidemühle mit Drahtzug- und Schleifrädern. Ab 1702 wurde sie darüber hinaus auch als Brasilholzmühle genutzt: Brasilholz wurde zur Farbherstellung für die Färber pulverisiert und die Getreideräder wurden bisweilen auch für das Brechen von Malz für die Bierbrauer verwendet. Im 19. Jh. wurde die Sandmühle zur Kunstmühle umgewandelt, um die Produktion von Teigwaren und Oblaten erweitert und zum Betrieb einer mechanischen Werkstadt im Nachbargebäude (Hintere Fischgasse 3) genutzt. Im frühen 20. Jh. wurden Schachspiele und Christbäume aus gefärbten Federn in der Mühle gefertigt und zudem Glas geschliffen. Die Sandmühle wurde wie die anderen Mühlen im Zweiten Weltkrieg zerstört und im Zuge der Pegnitzregulierung entfernt.

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