Die Schwabenmühle in Nürnberg

Die Schwabenmühle war auf einer kleinen Insel zwischen der Fleischbrücke und der Karlsbrücke mitten im südlichen Pegnitzarm gelegen und wurde als Mahlmühle für die Lorenzer Stadtseite betrieben. Sie nutzte ein im Jahre 1450 errichtetes Wehr, das auch von der Pfannenmühle genutzt wurde. Die Schwabenmühle hatte elf Mühlräder, von denen acht zum Getreidemahlen und zum Teil auch zum Malzbrechen für die Bierbrauer verwendet wurden. Drei Räder wurden ab dem 16. Jh. als Schleif-, Polier- und Sägerad genutzt.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Schwabenmühle, deren Name sich von der im 16. Jh. belegten Müllersfamilie Schwab ableitet, im Jahre 1298 als die Nürnberger Burggrafen das Lehn der "Mühle an der Füll" von König Albrecht I. aufgetragen bekamen. Neun Jahre später kaufte Ulrich Haller die Nutzungsrechte. Zeitweise wurde sie wegen ihrer Lage nördlich der Kaiserstraße auch "Mühle unter den Hutern" genannt. Im Jahre 1427 wurde sie zusammen mit der Pfannenmühle Eigentum des Rates.

Im Jahre 1856 wurde die alte Mühle wegen Schwachstellen bei Hochwasser abgerissen und ein Werkstattgebäude mit Wasserpumpwerk (bis 1885 in Betrieb) für diverse Gewerbetriebe am Lorenzer Ufer gebaut. Hier gründete u.a. Sigmund Schuckert im Jahre 1873 sein Weltunternehmen.

Um die Mitte des 19. Jh. waren fast 40 Pächter in dem Werkstattgebäude niedergelassen. Dessen Zahl sank bis zu Beginn des 20. Jh. allerdings auf unter zehn, weshalb die Stadt die Nutzung der Flächen für Werkstätten, Läden und Wohnungen frei gab.

Das Gebäude wurde 1945 zerstört. Auf den Ruinen entstand ein Gewerbebetrieb und eine Gaststätte mit Biergarten. Die Wasserbauten wurden im Zuge der Pegnitzregulierung in den 50er Jahren entfernt.

Teilen: