Die Tullnauer Mühle in Nürnberg

Die Tullnau war eine von der Schönbrunnleitung durchflossene Au des Goldbachs östlich des Frauentors und war im 19.Jh. mit dem Dutendteich ein Naherholungsgebiet für die Stadtbevölkerung. Heute verbindet man mit der Tullnau lediglich den Bereich um den Weiher, begrenzt vom Wöhrder See im Norden, von der Tullnauer Straße im Westen und den Bahngleisen nach Lauf und Hersbruck im Süden und Osten.

In der Mitte des 14.Jh. war der Goldbach aufgestaut worden und der Tullnauer Weiher entstanden. Ein Hammer am Ausfluss des Weihers wurde erstmals im Jahre 1465 urkundlich erwähnt. Er gehörte der Patrizierfamilie Nützel und wurde ab 1502 auch als Papiermühle eingesetzt. Nach dem Zweiten Markgrafenkrieg (1552-54) wurde hier grobes Entwicklerpapier für die Heftleinmacher hergestellt. Dafür wurde die Mühle auch erweitert, d.h. dem damaligen Müller Bernhard Buffsky wurde erlaubt die Pulvermühle oberhalb von Wöhrd anzugliedern und in eine Papiermühle umzuwandeln. Sein Nachfolger Niklas Rumpler erweiterte die Mühle abermals, indem er die Satzingermühle anschloss und zur Papierproduktion nutzte. Bis zum Beginn des 19.Jh. wurde in Tullnau und den angegliederten Mühlen Papier produziert. Im Jahre 1808 zog dann die Flachsspinnerei Rausch in die Gebäude ein, mit ihnen eine Baumwollspinnerei und eine Wattefabrik. Im Jahre 1845 wurden die Gebäude durch ein Hochwasser stark beschädigt, dennoch wieder aufgebaut und das Herrenhaus wurde in ein Ausflugslokal umgewandelt, das gerne besucht wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage jedoch komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut.

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