Das Kunsthaus in Nürnberg

Das Kunsthaus in Nürnberg

Seit 1910 hatten die Nürnberger Künstler durch das Mäzenatentum einiger Nürnberger und Fürther Bürger ein Künstlerhaus. Nach 1948 konnten sie immerhin in der fränkischen Galerie - der heutigen Kunsthalle Nürnberg - ihre Kunstobjekte ausstellen. Das Künstlerhaus am Königstor war durch Bombenschäden in Mitleidenschaft gezogen und teilweise nur behelfsmäßig gesichert worden.
Schließlich wurde es Anfang der 1970er Jahre vorübergehend von den Künstlern aufgegeben, doch ein Umdenken bezüglich der alten Bausubstanz im Bereich der östlichen Stadtmauer verhinderte den geplanten Neubau, in dem größere Räume für die Künstlerschaft vorgesehen waren. Es etablierte sich ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, das Kommunikationszentrum.

1978 war es soweit:
Die berechtigten Klagen der freien Künstlergruppen und der berufsständischen Vertretungen führten durch den Anstoß des damaligen Schul- und Kulturreferenten Dr. Hermann Glaser zur Gründung der »Aktionsgemeinschaft Nürnberger Künstlerhaus - Freunde Fränkischer Kunst e.V. (gemeinnützig)«. Nun war die Basis vorhanden für eine gemeinsame Interessenvertretung. Doch diese musste sich in der praktischen Ausstellungstätigkeit erst beweisen. So bezog man bis Anfang 1984 einen großen Raum in einem Bürogebäude (Galerie in der Sterngasse), und am 15. Juli 1984 wurde das KUNSTHAUS Nürnberg mit der gesamtfränkischen Ausstellung »Fränkische Kunst ´84« eingeweiht. 127 Künstler zeigten damals rund 200 Arbeiten.

In mehr als 16 Jahren gingen vom KUNSTHAUS in der Karl-Grillenberger-Straße viele Impulse aus. Über 200 Ausstellungen mit Künstlern aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, aus Nordbayern, ganz Deutschland und dem Ausland wurden gezeigt. Ebenso Ausstellungen, die im Haus selbst und außerhalb (in Schloss Almoshof, der Ehrenhalle im Alten Rathaus, in Partnerstädten Nürnbergs, der Kunsthalle oder dem Kunstbunker) veranstaltet wurden. Die Artothek Nürnberg (Bildverleih) hatte hier ihren Nukleus und späteren Sitz. Der internationale Künstleraustausch mit Partnerstädten von Nürnberg wurde initiiert. Mitarbeiter des KUNSTHAUSes und der Artothek bezogen die Galerie Interim - Zwischenräume für Kunst, organisierten die ersten Galerie- und Atelierwochenenden »Voll Stoff« und »Volume I + II«.

Kunstvideovorführungen zeigten ein Programm, wie es danach auf der Dokumenta vorgeführt wurde. Internationale Konstruktivisten, renommierte Einzelkünstler und immer wieder auswärtige Künstlergruppen traten hier hervor. Aus der turnusmäßigen Schau »Fränkische Kunst...« (1989 auch der erste und wohl einzige unzensierte Kunstaustausch mit der damaligen DDR - noch hinter Stacheldraht und Minenfeld in Gera präsentiert ohne den Versuch der Einflussnahme) wurde die »KunstRaumFranken«.
Januar 2001: Mit dem Einzug in die Räume im Südflügel des ehemaligen und seit 1999 offiziell wieder so benannten Künstlerhauses (KUNSTHAUS Nürnberg im Künstlerhaus) beginnt ein weiterer Abschnitt der Vereinsgeschichte.

Größere Ausstellungen (in entsprechenden Räumen) sind »unabdingbare Voraussetzung, um die regionale Kunstszene mit der überregionalen zu verbinden. Besonders auch jungen Künstlern muss die Gelegenheit zur Überprüfung und Fortentwicklung ihres Schaffens ermöglicht werden.«, schrieb Dr. Glaser 1984.

Im KUNSTHAUS war stets der richtige Ort, »um zu zeigen, wie eine geografische Bedingtheit durch die künstlerische Unbedingtheit aufgelöst wird.«, so Vorstand Herwig Graef 1989. Aus dem diffusen Gefühl Anfang der 1980er Jahre, an der Peripherie des Kunstgeschehens zu stehen, ist das Selbstbewusstsein geworden, dass es in Franken genug Künstler gibt, deren Qualitäten vergleichbar sind mit denen überregional bekannter Kunstmarktgrößen. Jenseits von Ismen, Genres, Stilen oder Schulen appelliert der Programm-Mix des KUNSTHAUS an Offenheit, geistige Beweglichkeit und Denk-Lust.
©Hans-Peter Miksch

Anschrift:
Kunsthaus Nürnberg
Künstlerhaus, Königstraße 93
D - 90402 Nürnberg
Telefon: 0911/203110
Telefax: 0911/2418106


Informationen zu Öffnungszeiten & Preisen finden Sie hier.


Verkehrsanbindungen:
U-Bahn:
Alle Linien, Haltestelle Hauptbahnhof
Straßenbahn:
Linie 5, 7, 8 und 9, Haltestelle Hauptbahnhof
Parkhäuser:
Hauptbahnhof, Katharinenhof, Sterntor, City Point

So finden Sie das Nürnberger Kunsthaus.
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