BRUNO PAUL – Architekt des Nürnberger Hauptbahnhofes

Hier sehen Sie Bruno Paul, den Architekten des Nürnberger Hauptbahnhofes

Geboren am 19. Januar 1874 in Seifhennersdorf
Verstorben am, 17. August 1968 in Berlin

Zu Anfang unseres Jahrhunderts begründete Bruno Paul seinen Ruf als einer der führenden Möbelgestalter und als der seinerzeit gefragteste Innenausstatter Deutschlands. Im Rheinland und in Westfalen ist Bruno Paul vor allem durch seine späteren architektonischen Werke bekannt. Seit 1921 unterhielt er ein Atelier in Köln, baute Villen und Landhäuser z. B. in Köln-Marienburg und Soest und avancierte regelrecht zum „Architekten der Gesellschaft". Mit dem Kölner Disch-Haus von 1928/30 und den Erweiterungsbauten für die Verwaltung des Gerling Konzerns 1930/38 schuf er erstklassige Beispiele für die Beherrschung der unterschiedlichen stilistischen Strömungen dieser Zeit.
Seine Bedeutung als Möbelentwerfer erreichte er jedoch schon wesentlich früher.
Seit 1898 arbeitete er mit den soeben gegründeten „Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk" zusammen, später auch mit den Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau. Teure Luxusausstattungen -natürlich als Unikate- entwarf Paul ebenso wie Typenmöbel für die serielle Fertigung.

Chronologie Bruno Pauls:

  • 1892-94: Malereistudium an der Akademie der Künste, Dresden, Ausbildung in einem Dresdner Baubüro
  • 1894: Akademie der schönen Künste in München, Malerei bei Paul Höcker, Architektur an der TH München
  • 1897: Beginn der Mitarbeit als Karikaturist beim "Simplicissimus"
  • 1898: Beginn der Zusammenarbeit mit den 1897 gegründeten "Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk"
  • 1900: Erste internationale Anerkennung: Drei Goldmedaillen auf der Weltausstellung in Paris
  • seit 1904: Mehrere prämierte Innengestaltungen; Aufträge der Bayrischen Staatsregierung (u.a. Wartesaal im Nürnberger Hauptbahnhof)
  • 1907-24: Leiter der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin
  • 1907: Mitbegründer des Deutschen Werkbundes
  • 1907-09: Ausstattung von Schiffen des Norddeutschen Lloyd
  • 1910: Künstlerische Verantwortung für die Deutsche Abteilung auf der Weltausstellung in Brüssel
  • 1914: Begründung der national orientierten Zeitschrift "Wieland"
  • 1919: Aufnahme in die Preußische Akademie der Künste
  • 1919: Programmschrift "Erziehung der Künstler an staatlichen Schulen"
  • 1921: Einrichtung eines Baubüros in Köln, in den folgenden Jahren Villenbauten in Köln-Marienburg, Soest, u.a.
  • 1924-33: Leiter der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin
  • 1928/30: Erstes Berliner Hochhaus für Kathreiner's Malzkaffee
  • 1928/30:  Disch Haus, Köln. Büro- und Geschäftshaus der Hotel-Disch AG
  • 1929/30: Aula der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
  • 1930/38: Erweiterung des Gerling Verwaltungsgebäudes, Köln
  • 1933: Bruno Paul legt sein Direktorat an den Vereinigten Staatsschulen nieder; im November in den Ruhestand versetzt
  • 1937: Ausschluss aus der Preußischen Akademie der Künste
  • 1938-45: Anonyme Arbeiten für die Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau, für die Argus-Motorenwerke u.a.
  • 1951: Übersiedelung nach Düsseldorf, Zusammenarbeit mit Gollnow und Sohn. Hinwendung zum Ingenieurbau
  • 1954: Zum 80. Geburtstag Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
  • 1955: Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
  • 1957: Endgültige Rückkehr nach Berlin
  • 1969: Ehrenurkunde des Bundes Deutscher Architekten der DDR
  • 1968: Verstorben in Berlin.




Falls Sie mehr über den Nürnberger Hauptbahnhof wissen möchten, empfehlen wir Ihnen das Buch Hauptbahnhof Nürnberg - Geschichte und Visonen Herausgegeben von Karl Heinz Ferstl und Heinrich W. Kaiser. Sie erhalten es in den Buch- und Zeitschriften-Geschäften im Nürnberger Hauptbahnhof.

Wir bedanken uns bei Hern Karl Heinz Ferstl (Leiter des Bahnhofsmanagement) und Herrn Träger (DB-Museum Nürnberg) für die freundliche Unterstützung. 

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