Nürnberg Mögeldorf

Der Stadtteil Mögeldorf in Nürnberg

Im Osten Nürnbergs liegt der Stadtteil Mögeldorf. Erstmals anno 1025 urkundlich, auf Grund einer Beherbergung des Kaisers Konrad II erwähnt, ist Mögeldorf sogar noch etwas älter als Nürnberg selbst. Der Name des Ortes ist auf den damals geläufigen Vornamen "Megilo" zurückzuführen. Ein Mensch mit diesem Namen war höchstwahrscheinlich der Gründer des Dorfes – deswegen "Megilosdorf" oder "Megelendorf", da es üblich war ein "Dorf" oder ein "Hof" an den Namen des Gründers anzuhängen, um somit eine Bezeichnung für den jeweiligen Ort zu haben.

Im 14. und 15. Jahrhundert entdeckten die in Nürnberg herrschenden Patrizierfamilien den Reiz der Natur und des gemütlichen Landlebens und begannen im großen Stile Bauernhöfe und Landflächen rund um Nürnberg, u.a. auch in Mögeldorf aufzukaufen. Ab diesem Zeitpunkt entstanden über Jahrhunderte hinweg zahlreiche kleine Schlösser und sogenannte Herrensitze wie das  "Hallerschloss", das "Schmaussenschloss" und das "Link’sche Schloss".

Da der Nürnberger Stadtrat anordnete, dass sich die Besitzer dieser Landsitze an die Auflage zu halten hatten, ihr Anwesen im Falle eines Weiterverkaufes, dies ausschließlich an Nürnberger Bürger zu tun, kam Mögeldorf mehr und mehr in eine Abhängigkeit zu Nürnberg.
Ein Vorteil aus dieser Entwicklung war allerdings die Tatsache, dass die Stadt sich auch ein Stationierungsrecht für ihre Soldaten in den neu gebauten Landsitzen sicherte. Dies wiederum kam natürlich auch der Sicherheit der Mögeldorfer Bürger zu Gute, da die Anwesenheit dieser Truppen in unruhigen Zeiten so manche fremde Kriegsherren davon abhielt, Mögeldorf anzugreifen.

Der kleine Ort behielt trotzdem lange Zeit seine Eigenständigkeit und wurde erst im Zuge einer Gemeindereform im Jahre 1899 zusammen mit 12 weiteren Dörfern in Nürnberg eingemeindet. Der letzte Bürgermeister Mögeldorfs, Johann Stiegler, ein Hopfenhändler der aus einer traditionsreichen und über 500 Jahre alten Bauernfamilie stammte, vollzog am 31. Dezember 1898 den Akt der Übergabe der Stadt im gotischen Rathaussaal zu Mögeldorf.

Heute ist Mögeldorf vollkommen im Stadtgebiet Nürnbergs integriert und verkehrstechnisch, wie zum Beispiel durch die große Nürnberger Ringstrasse oder die S-Bahn, sehr gut eingebunden.
So wie einst die Nürnberger Adelsfamilien ihr Picknick ins Grüne nach Mögeldorf verlegten, ist der Ort auch heute noch ein beliebtes Nah-Ausflugsziel für Einheimische und Touristen gleichermaßen.

Dies liegt natürlich in erster Linie daran, dass am Ortsrand von Mögeldorf der Nürnberger Reichswald beginnt. Hier kann man schöne Spaziergänge machen.
Beispielsweise eine kleine Wanderung den Schmaussenbuck hinauf zum 1888 erbauten Aussichtsturm, der einen schönen Rundblick über die Stadt gewährt, oder einen Besuch im Nürnberger Tiergarten.
Letzterer, der im Jahre 1939 erbaut wurde, gehört zu den landschaftlich schönsten Tierparks Europas, da das gesamte Areal mitten im Wald liegt und einzelne Gehege perfekt in die Sandsteinfelsen integriert wurden.

Auch das kulinarische Vergnügen kommt nicht zu kurz. In Mögeldorf gibt es zahlreiche Restaurants, die dem Gast ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken bieten.
In der "Satzinger Mühle" am Kirchenberg, kann man sein Bier auf einer schönen Terrasse genießen und sich dabei von den plätschernden Geräuschen des Mühlrades beruhigen lassen  oder man verleibt sich im "Doktorshof" in der Mögeldorfer Hauptstrasse einen "Schwärtelbraten" vom Schwein ein, ein klassisches fränkisches Gericht, dass mit einem rohen Kloß serviert wird.

Wer eher auf internationale Küche steht, dem sei zum Beispiel das griechische Spezialitäten-Restaurant "Hallerschloß" in der Herbartstrasse empfohlen.

Kurzum: ein "Trip" nach Mögeldorf lohnt sich in jeder Hinsicht!

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