Die Nürnberger Südstadt

Die Südstadt Nürnbergs

Der Süden Nürnbergs beginnt hinter dem Hauptbahnhof und erstreckt sich weitläufig über die Stadtteile Tafelhof, Galgenhof, Lichtenhof und Steinbühl. Da hier die Schäden durch Bombenangriffe während des Krieges am größten waren, ist die alte Bausubstanz kaum noch vorhanden.
Es reihen sich nun größtenteils Wohngebäude in schlichter Nachkriegsarchitektur aneinander, die den Liebhabern alter Baukunst weniger Interesse entlocken dürften.

Das Straßenbild ist eher geprägt von "MultiKulti" und in vielen Bereichen des Nürnberger Südens geben sich Bewohner verschiedenster Nationen ein Stelldichein.
Nichtsdestotrotz macht gerade dies den Reiz der Südstadt aus, da der Spaziergänger auf die unterschiedlichsten Geschäfte und Lokalitäten diverser Kulturkreise trifft.
Eine große Anzahl kultureller Veranstaltungen wie zum Beispiel das berühmte Südstadtfest sind ein Magnet für viele Einwohner und Touristen Nürnbergs.
Über 60 Vereine, Verbände und städtische Dienststellen veranstalten einmal im Jahr dieses Fest. Zahlreiche Freiwillige organisieren den Ablauf des Festes und helfen dabei das Programm äußerst vielfältig zu gestalten.

Darbietungen von Folkloregruppen, traditioneller Musikgruppen, Kunstworkshops (auch für Kinder) und ein reichhaltiges Angebot kulinarischer Schmankerl aus allen Herren Länder sorgen für einen bunten Reigen und tragen somit einen wichtigen Teil zur Völkerverbindung bei. Es ist eine Art gigantisches Nachbarschaftsfest über alle Stadtteile der Südstadt hinweg.

Das heimliche Zentrum der Südstadt ist das Gebiet rund um den Aufseßplatz. Der Platz, benannt nach dem Gründer des germanischen Nationalmuseums "Hans Freiherr von und zu Aufseß" ist mit seinen zahlreichen Geschäften, einer Vielfalt von Marktständen, die Obst, Gemüse, Gewürze und Pflanzen anbieten und seinen Lokalitäten die Einkaufs-Anlaufstelle für die Bewohner der südlichen Stadtteile.

Liebhaber der fränkischen Küche werden natürlich auch im Süden Nürnbergs fündig – hier sind viele Lokale noch im rustikalen Stil eingerichtet und verzichten auf Designer-Interieur. Dafür gibt es die original fränkische Küche und was noch wichtiger ist, das original fränkische Bier aus traditionellen Privat-Brauereien des Nürnberger Umlandes.

Freunde stärkeren Alkohols ist ein Besuch des "Celtic" in der Bulmannstraße anzuraten. Der Besitzer hat sein Hobby zum Beruf gemacht und einen Spezialitätenladen für Whiskey-Sorten aus Schottland, Irland, Wales, Kanada und den USA eingerichtet.
Hier findet sich so manches seltene Tröpfchen aus kleinen und kleinsten privaten Destilleries, die dem Whiskeykenner so manches Zungenschnalzen entlocken werden.

Wer Travestie-Cabaret liebt muss unbedingt dem "Paradies" in der Bogenstraße einen Besuch abstatten. Das "Paradies" gehört seit nunmehr 27 Jahren zu den kulturellen Besonderheiten Nürnbergs. Ständig wechselnde Akteure in verschiedenen Shows sorgen für ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm.

Fazit: Die Nürnberger Südstadt ist nicht, wie das Zentrum oder die Altstadt eine Gegend in der der Tourist von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit lustwandeln kann. Wer sich allerdings hier durch die Straßen treiben lässt, wird Nürnberg und seine dortigen Bewohner von der alltäglichen Seite erleben.
Wer hier auf Entdeckungsreise geht, wird es nicht bereuen.

Teilen: