Weißer Turm, Josephsplatz und Jakobsplatz

Der Weiße Turm in Nürnberg

Im Südwestlichen Teil der Nürnberger Altstadt steht der Weiße Turm als Rest der vorletzten Stadtmauer, die um Nürnberg herum im Jahre 1250 gebaut wurde.

Der Turm selbst, sowie sein Vorhof sind fast noch im Original erhalten und zeigen, dass vormals hier ein Tor in den Stadtbereich führte. Wer nun allerdings einen Bau im Stile eines Elfenbeinturms erwartet, also in weißer oder heller Farbe, der sieht sich getäuscht. Denn den Farbzusatz beim Namen hat der Turm auf Grund des ehemals weißfarbenen Verputzes der Ziegelsteinmauern, von dem heutzutage aber nichts mehr zu sehen ist.

Direkt östlich vor dem Turm, der übrigens heute als Eingang zu einer Nürnberger U-Bahnhaltestelle gleichen Namens dient, steht auf dem Ludwigsplatz "Das Ehekarussell" - ein Brunnen, entworfen von dem Göttinger Künstler Jürgen Weber.
Der Brunnen wurde 1984 errichtet und lehnt sich an ein Gedicht von Hans Sachs an, welches Freud und Leid der Ehe beschreibt. Er ist zweifelsohne ein Blickfang erster Güte und sorgte nach seiner Aufstellung für heftige Diskussionen, da die sechs figürlich dargestellten Eheszenen, die symbolisch das Auf und Ab einer Ehe beschreiben, doch so manchem biederem Geist als zu derb oder zu unästhetisch erschienen sind.
Befürworter halten hingegen den Brunnen für einen absoluten Blickfang und finden die Darstellungen als sehr trefflich gelungen.

Der Ludwigsplatz mit seiner weiten und ausladenden Fläche am Rande der Nürnberger Innenstadt ist somit auch schon Teil der Fußgängerzone mit ihren zahllosen Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Hier steht zum Beispiel das wuchtige Gebäude des Nürnberger Kleidungshauses "Wöhrl", dass mit seinem riesigen Sortiment an modischen Markenartikeln seit jeher ein Anziehungspunkt für Familien ist. Gleich daneben betreibt die Firma "Sport-Scheck" ein imposantes Kaufhaus für Sportartikel und Sportmode.

Am östlichen Ende des Ludwigsplatz, an der Stirnseite direkt in der Gabelung, steht das "Sin-A-Matic", ein Geschäft für die Freunde des Piercings und Liebhaber außergewöhnlicher, aber auch erotischer Kleidung im Lack-, Leder- und Gothicstyle. Südöstlich verläuft die Karolinenstraße direkt ins Nürnberger Zentrum. Nordöstlich schließt sich der Josephsplatz an.

Früher hieß der Josephsplatz Kornmarkt und wurde erst zu Ehren des Königs Max-Joseph von Bayern im Jahre 1810 umgetauft. Neben dem alteingesessenen "Feinkost-Bernet" mit seinen Wild-, Geflügel- und Fischspezialitäten findet sich schräg gegenüber eine Neuerung in Nürnbergs Innenstadt: Das "Für Sie". Ein breites Angebot an Feinkost für den verwöhnten vegetarischen Gaumen zum Mitnehmen oder gleich probieren.
Wer Kleidung in "größeren Größen" sucht, dem ist der Josephsplatz schon lange bekannt, den hier residiert "Ulla Popken" mit ihrem Angebot für die Frau, und das Modehaus "Hirmer" mit exklusiven Sachen für den Herrn.

Noch mehr Ausgefallenes gewünscht? Für Heiratswillige ist der Platz ebenfalls eine gute Anlaufstelle, denn am Übergang zur Kaiserstraße befindet sich das "Anam Cara" (keltisch für Seelenfreund), ein Fachgeschäft für exklusive Brautmoden.

Besucher Nürnbergs, die zentral übernachten wollen, um sich lange Wege zur Nürnberger Innenstadt zu ersparen, können dies im Avenue-Hotel oder im Garden Hotel tun. Beide Häuser bieten für viele Events in Nürnberg auch Sonderpreise an.

Zurück zum "Weißen Turm" und dessen Rückseite.
Hier auf der Westseite des Turms schließt sich der Jakobsplatz mit zwei großen Kirchen Nürnbergs, der katholischen "Elisabethkirche" und der protestantischen "Jakobskirche" an.
Die "Elisabethkirche" mit ihrem imposanten Kuppeldach, ist einer der wenigen klassizistischen Bauten der Stadt. Sie entstand 1789-1800 unter Leitung des Architekten Wilhelm Lipper.
Das Gebiet nebst Kirche gehörte zum Besitz des Deutschen Ritterordens (davon zeugt heute noch das goldene Deutschordenskreuz auf der Spitze der Dachkuppel). Dem Orden gelang es während der Reformationszeit das Souveränitätsrecht auf diesem Gebiet zu erhalten und somit war der Platz lange Zeit die einzige katholische Insel im reformierten Nürnberg.

Der Bau links neben der Kirche wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts vom Land Bayern als Sitz der Polizeidirektion Nürnberg genutzt.

Fast wie ein Gegenpol zur "Elisabethkirche" wirkt die gegenüber stehende "Jakobskirche". Erbaut im 14. Jahrhundert im gotisch-altfränkischem Stil mit dem spitzen Turm, gehörte sie zwar ursprünglich ebenfalls zum Ritterorden, doch gelang es den Nürnberger Stadträten den katholischen Einfluss hier soweit zurückzuschrauben, so dass die Kirche schließlich für die Reformationsbewegung als Ort des Glaubens zur Verfügung stand.

Südwestlich vom Jakobsplatz, in Richtung Spittlertor beginnt übrigens der Nürnberger Rotlichtbereich mit der Ottostraße und der nach Osten verlaufenden Frauentormauer, die ihrem Namen alle Ehre macht, da hier zahlreiche Damen auf Besucher warten, die eher sinnliche Vergnügungen im Kopf haben.

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