Das Wespennest zu Nürnberg

Das Stadtteil Wespennest in Nürnberg

Eine der vielen kleinen Gassen in Nürnbergs Innenstadt ist das so genannte Wespennest.
Der Name Wespennest braucht nun niemand zu verunsichern. Denn es ist keineswegs so, dass dort Schwärme von Wespen auf die ahnungslosen Spaziergänger lauern. Der Name Wespennest wurde dieser Gasse gegeben, weil die Häuser dort so eng und verschachtelt zusammengebaut waren, dass sie in ihrer Konstellation an die kunstvollen Bauten dieser Insekten erinnerten.

Früher war die kleine Straße eine Sackgasse und man erreichte sie nur von der Peter-Vischer-Straße aus. Heute ist sie via einer Treppe auch mit dem Gewerbemuseumsplatz verbunden.

Das Straßenbild des Wespennest ist geprägt von den alten Sandsteinbauten, die rechts und links die Gasse begrenzen. Das Wespennest übt auf eine eigenartige Weise einen mystischen, fast schaurigen Flair auf dessen Besucher aus. So sind auf der südlichen Häuserfront die Fenster vergittert und man fragt sich wer wohl in früheren Jahrhunderten dort gewohnt haben könnte und warum diese Menschen ihre Fenster mit schmiedeeisernen Gittern versehen hatten. Auf dem Haus gegenüber prangt  eine Tafel, auf der "Anna Glunz – Waren aller Art" stand.
Dennoch hat die Gasse nichts Unheimliches an sich. Im Gegenteil: sie ist zu einem Platz der gepflegten Nürnberger Gastlichkeiten geworden.

So findet man hier gleich an der Einmündung zur Peter-Vischer-Straße das "Zeit & Raum", eine Lokalität, die wie kaum eine andere ihrem Namen alle Ehre macht. Im Stile der modernen Event-Gastronomie kann hier sowohl gepflegt gespeist werden oder auch auf der Terrasse eine gute Tasse Kaffee genossen werden. Der Innenteil des Lokals bietet für jeden Geschmack das passende Ambiente. Im vorderen Teil eher im Stile eines Cafés gehalten, findet man im hinteren Bereich kleine verwinkelte "Separees" die orientalisch eingerichtet sind und fast an die Teehäuser in Marokko erinnern. Für die Nachtschwärmer gibt es in einem anderen Raum noch die "Rote Bar" in der Cocktail- und Longdrinkspezialitäten angeboten werden.

Umrahmt wird das "Zeit & Raum" rechts und links von einer Kneipe im typischen irischem Stil, dem "O’Sheas", das Spezialitäten der grünen Insel für Magen und Kehle gleichermaßen im Repertoire hat. Wer die irische Lebensart mag, der sollte hier unbedingt auf ein Guiness einkehren.

Doch damit nicht genug. Mit der Internationalität des Wespennestes kommen auch Asienfreunde hier auf ihre Kosten. In einem großen Gebäude, direkt zwischen der Treppe zum Gewerbemuseumsplatz und der Pegnitz findet sich das Thai- und Indochina-Restaurant "Indochine" und das japanische Grillrestaurant "Yakitori", die beide erlesene Gerichte aus Fernost für den verwöhnten Gaumen bieten.

Wer lieber selbst kocht, der kann unterhalb des "Yakitori" asiatische Lebensmittel erwerben.
Und um den "asiatischen Bogen" zu schließen, sollte man dem Serendib einen Besuch abstatten. Ein kleiner Laden für Naturmode wie Leinen und Seide, der im indischen Stil eingerichtet ist und bei dem auch Menschen mit größeren Größen fündig werden können.

Obwohl nicht im direkten Zusammenhang mit dem Wespennest, sei hier noch die Tatsache erwähnt, dass nach der Erklimmung der steilen Treppe am Rand des Gewerbemuseumsplatzes, sich zur rechten Hand die Nürnberger Stadtbibliothek befindet. Diese ist die älteste städtische Bibliothek im deutschsprachigem Raum, in der man bereits anno 1370 Bücher leihen konnte und die sich seit 1984 in den Räumen des wieder aufgebauten Katharinenklosters befindet.

Gegenüber der Stadtbibliothek ist das "Cinecitta" ein Multiplexkino, das dem Nürnberger Geschäftsmann und Kino-Enthusiasten Wolfram Weber gehört. Erwähnenswert ist dieses Kino schon allein deswegen, weil es Deutschlands größtes Kinocenter ist, dessen jährliche Besucherzahlen zeitweise sogar die der großen Kinocenter in Paris und London übertreffen.
Mit insgesamt 18 Kinosälen, die mit der modernsten Projektions- und Tontechnik ausgestattet sind und mit etlichen mit Cafés, Restaurants, einem Filmshop und DVD-Verleih bestückt, ist dieses Kino auch noch unterirdisch verbunden mit dem ebenfalls zum Cinecitta gehörenden "IMAX" -Komplex (dem größten in Europa). Daher kann man das Cinecitta schon fast als eine Stadt in der Stadt bezeichnen, der zugleich der kulturelle Vergnügungstempel für den gesamten nordbayrischen Raum ist.

Abends ist also reger Betrieb in und ums Wespennest. Denn was gibt es schöneres als nach einem guten Essen ins Kino zu gehen und danach, bei einem Drink, über den gesehenen Film mit Freunden zu diskutieren?

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