21.05.2014

von B° AG

(Quelle: Mobiles Kino)

Filme im Goldenen Saal

Der adäquate Umgang mit der NS-Vergangenheit und deren architektonischen Überbleibseln ist für Nürnberg immer ein Thema.


Der Goldene Saal, die Empfangshalle der Zeppelintribüne, war einst dem Führungskader der NSDAP und anderen hochrangigen Gästen vorbehalten. Heute verfällt der Ort, ein Konzept zur Erhaltung und weiteren Nutzung ist noch nicht gefunden. Zusammen mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände macht das Mobile Kino e.V. den Saal im Rahmen einer Filmreihe zugänglich. Vom 22. bis zum 25. Mai 2014 werden unter dem goldenen Deckenmosaik jeweils um 18 Uhr und um 21 Uhr Filme gezeigt, die sich thematisch mit dem Nationalsozialismus auseinander setzen, aber ihr Publikum dabei auch unterhalten wollen.

Die amerikanische Filmindustrie nutzte die politischen Vorgänge seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten als willkommenen Erzählstoff – allen voran Charlie Chaplin, der als „Der große Diktator“ schon 1940 dem Hitler-Regime den satirischen Spiegel vor hielt (Donnerstag 22.5., 18 Uhr und Samstag, 24.5., 21 Uhr). Welches Ausmaß an Leid die Rassenideologie des Deutschen Reichs schlussendlich produzierte, war dagegen nur schwer in Bilder und Worte zu fassen. Und so bedient sich auch der moderne Kassenschlager „Inglorious Basterds“ von Erfolgsregisseur Quentin Tarantino zwar der geschichtlichen Rahmenhandlung, erzählt aber eine fiktive Geschichte und will den Zuschauer nicht unbedingt schrecken, sondern unterhalten (Freitag, 23.5., 21 Uhr und Sonntag, 25.5., 18 Uhr).
Der in die USA emigrierte deutschstämmige Jude Ernst Lubitsch verarbeitete die Geschichte der Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht zu einem satirischen Thriller. Sein 1942 produzierter Film „Sein oder Nichtsein“ zeigt eine Shakespeare-Theatergruppe, die der Warschauer Widerstandsbewegung mit Kostümierung und Inszenierung dabei helfen, Hitler und seine Schergen außer Landes zu jagen (Donnerstag, 22.5., 21 Uhr und Samstag, 24.5., 18 Uhr). In den späten 60er Jahren drehte schließlich der bekannte Satiriker Mel Brooks den Streifen „Frühling für Hitler“: zwei erfolglose Broadway-Produzenten wollen mit einem Musical über Hitler einen geplanten Flop landen und sich aus dem Staub machen – doch unerwartet wird der lieblose Plot zum Straßenfeger (Freitag, 23.5., 18 Uhr und Sonntag, 25.5., 21 Uhr).
Vor jeder Filmvorstellung wird es von einem Experten des Dokumentationszentrums eine Einführung zum historischen Ort geben. Karten sind zu 7,70 EUR (inklusive VVK-Gebühr) im Online-VVK unter www.mobileskino.de erhältlich. An der Abendkasse kosten die Tickets 8 EUR regulär / 7 EUR ermässigt.
Spielortadresse: Zeppelintribüne | Eingang Tribünenrückseite | über Zeppelinstraße
Mobiles Kino e.V.
Muggenhofer Str. 141
90429 Nürnberg

Tel.:     0911 379484
Fax.:     0911 397004

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    www.mobileskino.de
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