25.04.2017

von B° RB

Albert Speer in der BRD. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit

Ausstellung in Nürnberg entlarvt Mythos Albert Speer. 28. April bis 26. November 2017 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Stadt Nürnberg

Albert Speer vor seiner Villa in Heidelberg, 1971

Mit der Legende von Albert Speer als „gutem Nazi“ räumt eine Sonderausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände auf. Über Jahrzehnte gesammelte Forschungsergebnisse über Speers Rolle in der Bundesrepublik Deutschland werden erstmals in einer Gesamtschau der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung „Albert Speer in der BRD. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit“ ist von 28. April bis 26. November 2017 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Stadt Nürnberg, Bayernstraße 110, zu sehen.

Speer war in der NS-Zeit als erster Architekt des Reiches verantwortlich für Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und die Umgestaltung Berlins. Er zählte zu Hitlers engsten Vertrauten, wurde 1942 sogar Rüstungsminister. 1946 verurteilten ihn die Alliierten im Nürnberger Prozess zu 20 Jahren Haft.

Nach seiner Entlassung 1966 begann Speers „zweite Karriere“ als scheinbar geläuterter Zeitzeuge des Nationalsozialismus. Durch zahlreiche Interviews und Publikationen konnte er seine bei Kriegsende entworfene und weiter ausformulierte Legende in die Öffentlichkeit tragen: Er habe von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, ohne persönliche Schuld in Krieg und Judenmord hineingeraten. Seine Bücher „Erinnerungen“ und „Spandauer Tagebücher“ wurden zu Bestsellern. Mit unkritischer Bereitwilligkeit folgten Historiker, Publizisten und auch die deutsche Öffentlichkeit Speers Erinnerungsmanipulation. Seine Legende war nicht zuletzt deswegen so erfolgreich, weil er gesellschaftliche Unterstützung durch ein bürgerliches Netzwerk erhielt und ein willkommenes Alibi für viele bot, die sich selbst dem Nationalsozialismus angedient hatten.

Zahlreiche Experten, von Heinrich Schwendemann über Susanne Willems bis Heinrich Breloer und Magnus Brechtken, kommen in der Ausstellung zu Wort und belegen anhand von archivalischen Zeugnissen Speers führende Beteiligung an den NS-Verbrechen.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Professor Magnus Brechtken, dem stellvertretenden Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München, dessen Biografie über Albert Speer im Frühsommer 2017 unter dem Titel „Albert Speer. Eine deutsche Karriere“ erscheint.

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