17.07.2017

von B° RB

Judenfurcht und Türkenhoffnung

Vortrag von Thomas Kaufmann: Judenfurcht und Türkenhoffnung. Christliche Sichtweisen auf die fremden Religionen am Donnerstag, 20. Juli 2017 um 19:00 Uhr im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Kartäuserkirche

Nürnberg, aus der Schedelschen Weltchronik, 1493

Durch die Reformation wurde nicht nur das Verhältnis zwischen den Konfessionen komplizierter, sondern auch das zu fremden Religionen. Reformatoren förderten die Verbreitung mittelalterlicher Turcica, die sich kritisch gegenüber dem Islam äußerten. Auch antijüdische Texte – nicht zuletzt verfasst von Martin Luther – kursierten in großer Zahl. 

Fakten
Vortrag zu christlichen Sehweisen auf fremde Religionen zur Zeit der Reformation im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Eintritt frei

In einem Vortrag am Donnerstag, 20. Juli 2017 um 19:00 Uhr im Germanischen Nationalmuseum spricht der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann über christliche Sichtweisen auf fremde Religionen. Der Vortrag findet statt im Rahmen der internationalen Tagung „Juden, Christen und Muslime im Zeitalter der Reformation“, in der sich Fachwissenschaftler aus aller Welt mit den komplexen Beziehungen religiöser Strömungen zueinander beschäftigen. 

In ihrer kritischen Haltung anderen Religionen gegenüber stellte die Reformation nicht nur eine Verlängerung, sondern sogar eine Intensivierung des Mittelalters dar. Der Buchdruck beförderte die Verbreitung von Textbeständen fremder Religionen, die Vorstellung über deren Riten und Glaubensmustern wurde konkreter. Anklagen gegen Andersgläubige wegen Hostienfrevel oder ähnlicher Vergehen nahmen in protestantischen Städten – trotz wachsender Jugendfeindschaft – aber nicht zu. Auch jüdische Literatur wurde weiterhin vertrieben. Mit Ausnahme einzelner Prozesse gegen Täufer, die in einigen Fällen mit der Todesstrafe endeten, wurden Nicht-Protestanten in den reformierten Territorien mit Ausweisung, aber nicht mit Hinrichtung bedacht. An den rechtlichen Formen der Judenduldung änderte sich im Prinzip nichts. Und sofern Türken im Alten Reich heimisch wurden, konvertierten sie. 

In seinem rund einstündigen Vortrag erläutert Thomas Kaufmann die nicht immer unkomplizierten Beziehungen der Reformatoren zu Andersgläubigen und taucht tief in die Religionsgeschichte des 16. Jahrhunderts ein.

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