08.01.2017

von B° RB

Parallele Leben

Vortrag. Parallele Leben: Mathilde Scheinberger und Karl Hofer. Am Mittwoch, 11. Januar 2017 um 19 Uhr im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Aufseß-Saal

Karl Hofer, um 1950. Fotografie von Gerda Schimpf

Ihre Ehe begann glücklich: Mathilde Scheinberger (1874-1942) und Karl Hofer (1878-1955) lernten sich Anfang des 20. Jahrhunderts kennen und heirateten 1903. In einem Vortrag am Mittwoch, 11. Januar 2017 um 19:00 Uhr berichtet Prof. Gerd Hardach über die Beziehung dieser beiden, die schwierige Zeiten nicht überstand und traurig endete. 

Fakten
Eintritt frei

In den zwanziger Jahren stieg Karl Hofers Ansehen in der Kunstwelt. Der prominente, und immer noch mit Mathilde verheiratetet Maler begann damals eine Beziehung mit einer anderen Frau. Er und Mathilde lebten seitdem getrennt, ihre Ehe wurde aber zunächst nicht geschieden. Dann kam die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Hofer verlor seine Anstellung an der Berliner Kunsthochschule, seine Bilder galten als „entartet“. Dennoch war er bemüht, seine Arbeit weiter fortzusetzen. Mathilde gehörte der evangelischen Kirche an, galt aber nach der Rassenideologie des Nationalsozialismus als „Jüdin“, weil sie jüdische Vorfahren hatte. 1938 wurde die Ehe von Mathilde Scheinberger und Karl Hofer aufgehoben. Mathilde kam 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ums Leben, Karl Hofer überstand die schwierigen Jahre. Nach dem Ende der Diktatur erfuhr er bis zu seinem Tod als engagierter Künstler hohe Anerkennung. 

Das Deutsche Kunstarchiv verwahrt einen umfangreichen Teil des Nachlasses von Karl Hofer. Die Recherche für eine 2016 erschienene Publikation über die Geschichte von Mathilde Scheinberger und Karl Hofer führte den Referenten Gerd Hardach auch nach Nürnberg. Von seinen Funden wird er berichten. 

Begrüßung: Dr. Roland Prügel

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