27.01.2016

von Stadt Nürnberg B° LP

Notspiele

Eine kleine Auswahl „Notspiele“ aus der Zeit nach Kriegsende 1945 präsentiert das Deutsche Spielearchiv ab 30. Januar 2016.


Eine kleine Auswahl sogenannter „Notspiele“ aus der Zeit unmittelbar nach Kriegsende 1945 präsentiert das Deutsche Spielearchiv Nürnberg ab 30. Januar 2016.

Die Ausstellung „Not macht erfinderisch! Spiele der Nachkriegsjahre“ im Spielesaal des Pellerhauses, Egidienplatz 23, ist eine inhaltliche Fortführung der Ausstellung „Notspielzeug. Die Phantasie der Nachkriegszeit“ des Spielzeugmuseums und wird bis 27. März 2016 gezeigt.

Sie kann an folgenden Tagen jeweils von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden: Samstag, 30. Januar, Montag, 1. Februar, Sonntag, 14. und 28. Februar sowie an den Sonntagen 13. und 27. März 2016. Nach Voranmeldung können Gruppen die Ausstellung auch montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr besuchen. Der Eintritt ist frei.

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten sowohl Material als auch die Infrastruktur für die Produktion von Gesellschaftsspielen. Deshalb improvisierten die Hersteller bei Verpackungen, Spielbrettern und Spielmaterial mit dem, was vorhanden war. Zum Beispiel wurden die Rückseiten von bereits bedrucktem Karton oder Papier zweitgenutzt oder Familien zeichneten und bastelten sich Spiele aus der Erinnerung und mit viel Einfallsreichtum selber nach. In der Ausstellung sind unter anderem ein Tischkegelspiel aus leeren Munitionshülsen und ein handgezeichnetes und -koloriertes Bilderlotto zu sehen, aber auch qualitativ hochwertige Prototypen. Anhand von besonderen, häufig äußerst detailreich angelegten oder auch kuriosen Spielen zeigt die Ausstellung, dass Spiele sowohl in Bezug auf ihre Gestaltung als auch auf ihre Inhalte immer als Spiegel ihrer Zeit fungieren und ihre gesellschaftliche Bedeutung über das bloße Kinderspiel als Zeitvertreib weit hinausgeht. Sie führt zudem vor Augen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten Spiele von professionellen Herstellern keinesfalls selbstverständlich waren.

Die Ausstellung basiert auf Leihgaben aus der Sammlung Rudolf Rühle. Rühle ist einer der bedeutendsten Spielesammler Deutschlands und ein gefragter Spielekritiker und -forscher. Seine Sammlungsschwerpunkte liegen auf Spielen aus der DDR und der Sowjetischen Besatzungszone.

Diese Ausstellung ist die erste einer Reihe, die künftig dem Spielesaal eine wissenschaftliche Dimension verleihen wird. Dazu wurden die unter Denkmalschutz stehenden Bücherregale verglast und sind jetzt als „Vitrinen im Retro-Look“ der stimmige Rahmen für Präsentationen zur Geschichte des Gesellschaftsspiels. Auch der Bodenbelag und das Mobiliar wurden, teilweise im Stil der 1950er Jahre, erneuert. Die Renovierung wurde realisiert mit Unterstützung der Firma Haba und des Vereins Spieleverlage e.V.

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