07.08.2017

von B° RB

SommerNachtFilmFestival

Mobiles Kino e.V.: Ein Auftakt nach Maß für das 30. SommerNachtFilmFestival

Einsamkeit und Sex und Mitleid

Der Eröffnungsabend am Mittwoch war fabelhaft: das Publikum in der restlos ausverkauften Desi war begeistert von Ausnahmekünstler Andreas Martin Hofmeir und den Tönen, die er seiner Tuba entlockte. Nun geht es Schlag auf Schlag weiter – in der ersten Festivalwoche laufen parallel die Spielorte am Marienbergpark, im Pellerhaus, in der Katharinenruine sowie der Desi und An der Bleiche in Erlangen. Hinzu kommen Gastspiele an den Sonderspielorten Schrottplatz und Stadion. 

Wer die kurzen, knackigen Filme liebt, ist dieses Jahr auf dem Schrottplatz richtig: Sophie und Janis haben für den 6. August ein vergnügliches Programm zusammengestellt, und wie immer werden sie ihre handverlesenen Perlen mit Witz und Charme selbst anmoderieren. Der Schrottplatz hätte eigentlich längst den Baukränen für das neue Nürnberger Stadtviertel Lichtenhof weichen sollen, doch noch liegt das 100 Hektar große Areal im Süden der Stadt brach. Umso schöner für das Mobile Kino, das an dem stimmungsvollen Spielort auch den Science-Fiction-Liebesfilm „Passengers“ (5.8.) im Programm hat.

Ein Lieblingsort kehrt zurück ins SommerNachtFilmFestival: das Pellerhaus erstrahlt nach seinem Wiederaufbau in neuem Glanz und beherbergt von 6. bis 14. August eine Filmreihe, die sich um Kunst und Künstler dreht. Unter anderem werden hier das Leben von Jazzlegende Chet Baker in „Born to Be Blue“ (9.8.) und der umjubelte Dokumentarfilm „Beuys“ (10.8.) gezeigt. Am Samstag, den 12. August wird Regisseur Frank Amann selbst anwesend sein, um seinen spektakulären Film „Shot in the Dark“ vorzustellen, in dem er blinde und sehbehinderte Künstler portraitiert hat.

Die Werke von Künstlern aus dem Film-Fach finden sich auch in der Desi: neben Ken Loachs preisgekröntem Sozialdrama „Ich, Daniel Blake“ (6.8.) wird die wunderbare Parabel vom Dichter „Paterson“ am 9. August gezeigt. Regisseur Jim Jarmusch erzählt in gewohnt ruhigen, perfekt durchkomponierten Bildern von einem liebenswerten Sonderling. Und am 11. August sorgt dann Aki Kaurismäkis trockener Humor für beste Unterhaltung, wenn er in „Die andere Seite der Hoffnung“ die Flüchtlingsthematik auf die finnische Art erzählt.

„Willkommen bei den Hartmanns“ war im vergangenen Kinojahr der deutsche Kassenschlager. Wer ihn noch nicht gesehen hat, dem sei am 8. August ein Ausflug zum Picknickkino am Marienberg empfohlen. Zwei Tage später, am 10. August, wird dort die European Outdoor Film Tour Station machen. Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren, denn die spektakulären Outdoor-Kurzfilme haben sich in den letzten Jahren eine gewaltige Fangemeinde erobert. 

Im Max-Morlock-Stadion werden die Kinozuschauer auf der Haupttribüne Platz nehmen und statt Fußball ausnahmsweise eine Leinwand vor sich sehen. Thematisch bleiben wir dem Ort natürlich treu: am Dienstag, den 8. August wird man in „Das Wunder von Bern“ einen der größten Tage in der sportlichen Karriere von Max Morlock nacherleben können. Und am nächsten Abend wird Regisseur André Schäfer dem Publikum selbst erklären, warum er unbedingt über die Fußballhymne „You’ll never walk alone“ einen Film drehen wollte und wen er als Mitstreiter gewinnen konnte. Die Karten für die Führungen sind bereits restlos ausverkauft. 

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