17.11.2017

von B° RB

Barbara Engelhard

Barbara Engelhard ist die "Künstlerin des Monats" November 2017 der Metropolregion Nürnberg

Barbara Engelhard

Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg hat Barbara Engelhard aus Fürth zur "Künstlerin des Monats" November 2017 gekürt.

Sie lebt und arbeitet in Fürth, ist durch ihre Aktionen sowohl in der Metropolregion Nürnberg wie auch international bekannt. In ihren Arbeiten eröffnet sie immer wieder neue Perspektiven und Ausdrucksmöglichkeiten des Künstlerischen. 

Ihr spielerischer und experimenteller Charakter im jeweiligen Kunstwerk ist durchdrungen von wohl durchdachten Konzepten, tief- gründigen Überlegungen, gepaart mit Neugier und Humor.

Die 1974 in Nürnberg geborene Künstlerin hat zu Beginn ihrer künstlerischen Ausbildung zunächst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Malerei bei Prof. Christine Colditz und Prof. Werner Knaupp studiert und Jahre später noch ein Aufbaustudium in Bereich „Kunst und öffentlicher Raum“ bei Prof. Simone Decker absolviert.

Als freischaffende Künstlerin und Mediengestalterin hat sie sich in den zurückliegenden 20 Jahren ein breites Handwerkszeug an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zugelegt, welches ihr den Zugang zu einer spartenübergreifenden Kunst erlaubt. Wenn sich Barbara Engelhard sowohl auf private wie auf halbprivate und öffentliche Räume als Ausgangspunkt ihrer Arbeiten bezieht, so folgt sie einem programmatischen Plan. Man spürt förmlich, mit wie- viel Elan und Gespür Engelhard das potenzielle Betrachterpublikum an ihre Arbeiten heranlocken möchte, um eine weitere Dimension ihrer Arbeit zu erschließen - die Begegnung und Verwicklung der Betrachtenden mit ihren Kunstwerken.

Dabei sind ihre Arbeiten Ausdruck einer Ansprache von Menschen, die mit ihren Arbeiten auf individuelle Art in Beziehung treten sollen. Das muss nicht immer Zustimmung sein, das kann auch kritische Distanz oder gar Ablehnung sein. Engelhards Anspruch liest sich aus den Arbeiteten als ein Impulsgeben gegen Sprachlosigkeit, Starre und Verschüchterung. Sie möchte Sinne öffnen, menschliche Regungen provozieren, Bewegung in das Soziale bringen. Das Verstörende für den einen kann auch das Betörende für den anderen sein. In dieser Spanne setzen sich Engelhards Arbeiten einem Spannungsfeld aus, das nicht fest umgrenzt ist und von Offenheit, Mut und Heiterkeit zeugt. Ein schönes Beispiel ist ihre Arbeit „Komm und setz Dich“ auf dem Rathausplatz Würzburg: Über 300 gesammelte Stühle, Ho- cker und Bänke von Würzburger Bürgern werden als Sitzgruppen zu einer raumgreifenden Skulptur zusammengefügt. Es entsteht eine begehbare Installation zum Sitzen, Benutzen und Aneignen. Bürger reagieren fasziniert und irritiert, aber immer doch bewegt und überrascht und erfreut über das Mögliche im Bishernichtdagewesenen.

Wollte man einen Satz bilden, in dem Engelhards Kunstschaffen sich wiederfindet, so komme ich auf folgende Formel: Barbara Engelhard nutzt begehbare Räume und physische Körper, um ideelle und geistige Freiräume entstehen zu lassen, sehen zu können und begreifen zu lernen. 

Das Medium ist nicht das Ziel, sondern der Weg zu einem Mehr an sinnlicher Kompetenz - für sie selbst und für alle, die sich von ihr ansprechen lassen. Dieser offene Weg ist ein Weg der Befreiung, den die Kunst braucht und den die Metropolregion Nürnberg als anerkennenswerte Leistung sieht. Georg v. Matuschka

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