12.06.2008

Ausstellung Das Gelände

Die Ausstellung „Das Gelände“ in der Kunsthalle Nürnberg (6. Juli bis 31. August 2008) bezieht sich auf das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Susanne Kriemann: Olympia (Nazi Party Rally Grounds Nuremberg), 2005, 110 x 145 cminkjet on paper, Edition 3 + 2 AP, courtesy Susanne Kriemann und Galerie Wilfried Lentz Rotterdam.


Das Gelände – Ausstellung der Kunsthalle Nürnberg vom 6. Juli bis 31. August 2008

Die Ausstellung „Das Gelände“ in der Kunsthalle Nürnberg (6. Juli bis 31. August 2008) bezieht sich auf das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Es dokumentiert als größtes zusammenhängendes Ensemble von Bauten den Größenwahn und Machtanspruch des nationalsozialistischen Regimes. Das Gelände ist
gleichermaßen Freilichtmuseum und Freizeitareal; es fungiert als frei zugänglicher Ort der Geschichte, der ebenso als Naherholungsgebiet wie auch für kommerzielle Großveranstaltungen genutzt wird.

Die Ausstellung versammelt Arbeiten von zwölf Künstlerinnen und Künstlern: Winfried Baumann, Ross Birrell, Claus Föttinger, Bernd Krauß/Nina Svensson, Susanne Kriemann, Jonathan Meese, Bernhard Prinz, Patrick Ruckdeschel, Wolf Sakowski, Jürgen Teller, Artur Zmijewski.
Sie haben sich auf individuelle Weise und aus eigener Initiative mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände befasst. Ausgehend von Bauten wie der Großen Straße, der Kongresshalle oder der Zeppelintribüne setzen die Kunstwerke dem ideologisch geprägten Monumentalismus individuelle Ansätze sowie die Fokussierung auf bestimmte Aspekte entgegen. Sie werfen Fragen auf nach dem Verhältnis von historischer Aufladung und kommerzieller oder touristischer Nutzung (Kriemann, Zmijewski) sowie nach der Relation (auto)biografischer Aspekte zu solchen von kollektiver und nationaler Bedeutung (Baumann, Birrell, Föttinger, Krauß/Svensson, Teller). Ideologie und Inszenierung als Mittel politischer Diktatur werden auf unterschiedlichste Weise dekonstruiert und diskutiert (Prinz, Ruckdeschel, Sakowski), während umgekehrt die „Diktatur der Kunst“ (Meese) als radikale anarchische Gegenmacht gefordert wird.

Die Eröffnung findet statt am Samstag, 5. Juli 2008, um 20 Uhr.
Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation mit Beiträgen von Eckard Dietzfelbinger, Inge Manka, Ellen Seifermann, Hans-Christian Täubrich und Jan Verwoert.
In Kooperation mit der Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg findet vom 13. Juli bis 3. August 2008 das Projekt „Gras wächst“, konzipiert und organisiert vom GrashalmInstitut Nürnberg (Kurator: Thomas May), auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände statt. Zwölf Künstler werden sich dazu in einer temporären Ausstellung vor Ort mit dem Gelände und dessen Spuren auseinandersetzen und mit kleinen Eingriffen auf seine Geschichte in sensibler Weise einwirken. Alle Ausstellungsbeiträge vermeiden größere bauliche Veränderungen und sind in der Regel so angelegt, dass sie sich von selbst renaturieren – ganz im Sinne von „Gras über die Sache wachsen zu lassen“. Als stets aktueller „Infopoint“ in der Innenstadt fungiert der Projektraum der Kunsthalle Nürnberg.
Eingeladene Künstler sind Albert Braun, Nykarleby/Finnland, Klaus Dauven, Köln, Wilhelm Koch, Amberg, Werner Pregler, Nürnberg, Randomroutine, Budapest/Ungarn und Helsinki/Finnland, Retrogradisten, Stuttgart/Babenhausen, Richard Schindler, Freiburg, Pirko Schröder, Nürnberg, SOSKA,  Charkiv/Ukraine, Florian Tuercke, Nürnberg, Adam Wiedemann, Krakau/Polen, Stefan Wischnewski, München, Ralf Witthaus, Köln.
Weitere Informationen hierzu im Internet unter Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.graswaechst.de und Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.grashalminstitut.de.

Parallel zur Ausstellungseröffnung „Das Gelände“ findet vom 4. bis 6. Juli das Veranstaltungswochenende „SchattenOrt – Die profane Nutzung der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg“ statt (Kongresshalle, Bayernstraße 100, Nürnberg); ein Projekt des Schauspiels am Staatstheater Nürnberg und des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

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