27.09.2011

von Shio Textkunst - Silke Hillegeist / LP

Prager Kunstsalon

Zwischen dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche befindet sich der Prager Kunstsalon mit Designobjekten, Schmuck und...


Ausgefallene Designobjekte und Unikate im Herzen von Nürnberg – der Prager Kunstsalon am Hauptmarkt feiert sein 15-jähriges Bestehen

Am Nürnberger Hauptmarkt gibt es nicht nur Marktstände, Fastfood und Souvenir-Shops. Zwischen dem Schönen Brunnen und der gotischen Frauenkirche befindet sich der Prager Kunstsalon mit einer Auswahl an exklusiven und individuellen Designobjekten, Schmuck und Accessoires. Seit September 2010 bietet hier Vera Hinze gemeinsam mit ihrer Tochter Verena in den Räumlichkeiten des ehemaligen Geschenkhauses Leykauf ausgefallenes, handgefertigtes und individuelles Kunsthandwerk und Designobjekte an.

Interessiert hat sich die gebürtige Karlsbaderin Vera Hinze schon immer für die schönen Künste. Deshalb tauschte sie gerne das gelernte Hotelfach gegen eine eigene Agentur zur Vermittlung tschechischer Künstler in Deutschland ein. Im Mai 1996 gründete die Kunstliebhaberin ihre erste Galerie in der Nürnberger Augustinerstraße, um tschechischen Kreativen eine Präsentationsplattform zu bieten, zu denen sie bereits jahrelange Kontakte und Freundschaften pflegt. Mit dem Umzug in die Winklerstraße 2004 kam auch Tochter Verena in die neue Galerie. Mehr Öffentlichkeit dank des zentralen Standortes bietet seit 2010 der Salon am Hauptmarkt. Den Weg hierher finden nicht nur die vielen Stammkunden, sondern auch Marktbesucher und Touristen. Gestaltet von einem Prager Innenarchitekten, nach den Ideen der beiden Hinze-Frauen, ist der Prager Kunstsalon schon optisch edel und einladend. Der Kontrast von weißen Wänden, dunklem Fliesenboden und ebenso dunkler Decke ist sehr außergewöhnlich. In der Mitte des Raumes sorgt das Plätschern eines Granit-Brunnens des Künstlers Frantisek Svatek für entspannende Wohlfühl-Atmosphäre. Die betonte Schlichtheit ist beabsichtigt, um die Kunst- und Designobjekte in den Fordergrund zu stellen. Besonders edle Objekte glänzen in beleuchteten Glasvitrinen. Damit aber nicht der Eindruck entsteht, Besucher mit kleinerem Geldbeutel seien nicht willkommen, sind in den Schaufenstern Schmuckstücke und Objekte in allen Preisklassen ausgezeichnet. Ab ca. 10 bis 15 Euro kann hier jeder seine Liebe für schöne Dinge ausleben und sich selbst ein ausgefallenes, günstiges Designer-Schmuckstück leisten oder für seine Liebsten und Geschäftspartnern einen Geschenkgutschein erstehen. Manch betuchter Stammkunde beschenkt sich auch selbst mal eben mit hochwertigen Gläsern. Ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis ist den Hinzes jedoch sehr wichtig. Sicher, Qualität und Design haben ihren Preis, aber der sei fair kalkuliert, betont Verena Hinze.  

In den Bereichen Kunst und Design ist der Prager Kunstsalon nach wie vor auf tschechische Künstler spezialisiert. Darunter befinden sich Gemälde, Skulpturen, Glasobjekte und mundgeblasene Gläser, Vasen und Schalen zum Beispiel von der renommierten Glasmanufaktur Moser sowie Porzellan von international bekannten Designern und Künstlern. Seit etwa zehn Jahren haben die Hinzes auch Accessoires und Schmuck von deutschen und internationalen Designern in das Sortiment integriert. Wichtig ist die Präsentation von kleinen Werkstätten und Ateliers, die Wert auf Einzigartigkeit, Handarbeit und Kreativität legen. Dazu gehört Schmuck von Langani, Dori Csengeri, Tipico, Deco Echo, E-Kollektion und Cristaluna sowie Taschen aus gewebtem Rosshaar des deutschen Labels Olbrish, welche in Berlin hergestellt werden, Designer-Taschen der Holländerin Hester van Eeghen, die ihre Kollektion bei Bottega Veneta in Italien fertigen lässt, ausgefallene Schals aus Seide, Kaschmir und Schurwolle, extravagante Gürtel und vieles mehr. Übrigens können auch die Herren hier besonderen Schmuck und Accessoires für sich finden.

Highlights sind drei bis vier Mal im Jahr die Ausstellungen von Künstlern mit Gemälden und Objekten im Untergeschoss des Prager Kunstsalons, dem schwarzen Raum oder der „Black Box“.

Da das 15-jährige Jubiläum zeigte, wie schnell doch die Zeit vergeht, stand die Feier am Abend des 27. Mai ganz im Zeichen von Zeit und Uhren in vielen Variationen: Der Prager Uhren-Künstler Jan Cejka stellte seine Werke in der „Black Box“ aus. Nachdem Vera Hinze die geladenen Gäste begrüßt und den Künstler vorgestellt hatte, wies der Leiter des Amtes für Internationale Beziehungen, Dr. Norbert Schürger, in seinem Grußwort auf die 700 Jahre währenden engen Beziehung zwischen Nürnberg und Prag hin. Musikalisch untermalt wurde die Jubiläumsfeier von dem bekannten Prager Jazz Quartett Petra Ernyel. Zur Überraschung der Gäste gab auch das Multitalent Jan Cejka mit Gitarre selbst komponierte Songs über Uhren und Zeit zum Besten und forderte das Publikum mit Erfolg auf, den eigens ins Deutsche übersetzten Refrain mitzusingen: „Es gibt doch nichts, was nicht in eine schöne Uhr verwandelt werden kann...“. Dass er diese Aussage wörtlich meinte, davon konnten sich die beeindruckten Ausstellungsbesucher selbst überzeugen. Egal ob alte Schallplattenspieler, Gitarren, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiele und mehr, alles verwandelt der fantasievolle Künstler in dekorative Uhren-Objekte. Einige Uhren von Jan Cejka sind ständig im Sortiment des Prager Kunstsalons, nur seine erste Uhr von 1996 ist und bleibt unverkäuflich.

Was hoffentlich auch bleibt, ist der Prager Kunstsalon im Herzen Nürnbergs. Hier findet man wirklich außergewöhnliche Designobjekte, Schmuck und Accessoires mit Qualitätsanspruch zu angemessenen Preisen. Und das ist wirklich etwas Besonderes in einer Zeit von Billigimporten und Massenware! Herzlichen Glückwunsch Prager Kunstsalon – auf die nächsten 15 Jahre!

Silke Hillegeist - shiO-textkunst

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