06.01.2010

von B° / LW

Retrospektive Fritz Lang

Das Filmhauskino widmet dem berühmten Regisseur eine umfangreiche Werkschau vom 07.01.-28.02.2010.


Retrospektive Fritz Lang im Filmhauskino Nürnberg vom 7.1.-28.2.2010

Das Filmhauskino widmet dem berühmten Regisseur – erstmals in Nürnberg – eine umfangreiche Werkschau. Unter der 24 Filme umfassenden Auswahl werden sich auch einige Nürnberger Erstaufführungen und restaurierte Fassungen befinden. Fritz Langs Meisterwerk und persönlicher Lieblingsfilm M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER wird die Reihe eröffnen. Der Schwerpunkt im Januar wird zunächst auf seiner deutschen Schaffenszeit liegen, der im Februar auf seiner amerikanischen. Ergänzt wird die Werkschau durch filmische Porträts von Fritz Lang und Produktionen, bei denen er das Drehbuch verfasste und als Darsteller wirkte.

Fritz Lang (1890 – 1976) gehört zu den bedeutendsten deutschen und zu den großen amerikanischen Filmregisseuren. Jean-Luc Godard erwies ihm 1963 die größte Ehre, er besetzte ihn in DIE VERACHTUNG als „Fritz Lang“, der Homers „Odyssee“ verfilmen soll. Gleich seinen Filmen, inszenierte Fritz Lang sich und sein Leben selbst, beförderte Legenden um seine Person, wollte privat unsichtbar bleiben, um desto nachdrücklicher sein eigenes öffentliches (Wunsch-) Bild zu lancieren.

Fritz Lang war fünf Jahre alt, als das Kino erfunden wurde. Es wurde sein Lebensmedium. „Wann immer ich zu wählen hatte zwischen meinem Privatleben und dem Film“, sagte er später einmal, „wählte ich den Film.“ Während der Weimarer Republik erzielte er seine ersten großen Erfolge mit seismographischen Reaktionen auf politische und gesellschaftliche Ver-änderungen. 1933 verließ er das nationalsozialistische Deutschland und emigrierte 1934 über Frankreich in die USA. In den 43 überlieferten Fritz-Lang-Filmen ist alles enthalten: Deutschland und Hollywood, Stummfilm und Tonfilm, Schwarzweiß und Technicolor, Marilyn Monroe und Marlene Dietrich, Berlin und New York, Inflation und Wirtschafts-wunder, Anarchie und Gesetz.
Fritz Lang war ein unsentimentaler Regisseur. „Unerbittlich“ nannte François Truffaut seinen Stil, „jede Einstellung, jede Kamerabewegung, jeder Ausschnitt, jede Bewegung eines Schau-spielers, jede Geste ist entschieden und unnachahmlich.“ „Die Wege des Menschen in einem Universum der Unsicherheit, ohne göttlichen Beistand, ohne den Trost von Heimat und Familie, ohne gesellschaftliches Projekt für Tugend oder Freiheit“, so der Filmkritiker Georg Seeßlen, sind das Thema von Fritz Langs Filmen. Langs Pessimismus zielt jedoch auf eine gesellschaftliche Mechanik, in der alle Bindungskräfte korrumpiert sind: Die Liebe durch die Neurose, das Gesetz durch Profiteure, die Kunst durch den Markt. So üben Fritz Langs Filme in zunehmendem Maße eine scharfe Kritik an der Gegenwart. Fritz Lang sucht die Abgründe nicht in der Seele sondern in den Täuschungen und Doppelbödigkeiten des menschlichen Zusammenlebens. Das Langsche Schicksal: Der Bruch des Einzelnen mit seiner Gesellschaft ist nicht aufzuhalten, zum Schuldigen wird er so oder so.

FILMHAUS NÜRNBERG
Programmübersicht Retrospektive Fritz Lang


M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER
D 1930/31, 117 Min.,Regie: Fritz Lang
Do., 7.1. um 19 Uhr, Fr., 8.1. um 21.30 Uhr, Sa., 9.1. um 17 Uhr

DER MÜDE TOD EIN DEUTSCHES VOLKSLIED IN SECHS VERSEN
D 1921, 105 Min., Regie: Fritz Lang
Musikbegleitung: Dr. Dieter Meyer
So., 10.1. um 19 Uhr

DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE
D 1932, 122 Min., Regie: Fritz Lang
Do., 14.1. um 19 Uhr, Do., 21.1. um 19.15 Uhr

BLINDE WUT
USA 1935/36, OF, 94 Min., Regie: Fritz Lang
Fr., 15.1. um 19 Uhr, Sa., 16.1. um 17 Uhr

DAS INDISCHE GRABMAL
TEIL I – DIE SENDUNG DES YOGHI
D 1921, 131 Min., Regie: Joe May Musikbegleitung: Wilhelm Höges
So., 17.1. um 19 Uhr

DIE SPINNEN: TEIL I – DER GOLDENE SEE
D 1919, 71 Min., Regie: Fritz Lang
Musikbegleitung: Dr. Dieter Meyer
Fr., 22.1. um 19.15 Uhr

DIE SPINNEN: TEIL II – DAS BRILLANTENSCHIFF
D 1919/20, 105 Min., Regie: Fritz Lang
Musikbegleitung: Dr. Dieter Meyer
Sa., 23.1. um 17 Uhr

DAS INDISCHE GRABMAL
TEIL II – DER TIGER VON ESCHNAPUR
D 1921, 110 Min., Regie: Joe May Musikbegleitung: Wilhelm Höges
So., 24.1. um 19.15 Uhr

DER TIGER VON ESCHNAPUR
BRD/F/I 1958/59, 101 Min., Regie: Fritz Lang
Mo., 25.1. um 19.15 Uhr & So., 31.1. um 17 Uhr

DAS INDISCHE GRABMAL
BRD/F/I 1958/59 102 Min., Regie: Fritz Lang
Di., 26.1. um 19.15 Uhr & So., 31.1. um 19.15 Uhr

GEHETZT
USA 1936/37, 86 Min., OmU, Regie: Fritz Lang
Fr., 5.2. um 19.15 Uhr

DIE NIBELUNGEN
1. FILM: SIEGFRIED
D 1922-24, 156 Min., Regie: Fritz Lang
So., 7.2. um 18 Uhr

HOUSE BY THE RIVER
USA 1949, 88 Min., OF, Regie: Fritz Lang
Sa., 13.2. um 19.15 Uhr

DIE NIBELUNGEN
2. FILM: KRIEMHILDS RACHE
D 1922-24, 163 Min., Regie: Fritz Lang
So., 14.2. um 18 Uhr

BEGEGNUNG MIT FRITZ LANG
BRD 1963, Regie: Peter Fleischmann
So., 17.1. um 19.30 Uhr

HEISSES EISEN
USA 1953, 90 Min., dF, Regie: Fritz Lang
Do., 18.2. & Fr., 19.2. um 19.15 Uhr

AUCH HENKER STERBEN!
USA 1942/43, 131 Min., OF, Regie: Fritz Lang
Sa., 20.2. um 19.15 Uhr

KÄMPFENDE HERZEN
D 1920/21, 79 Min., Regie: Fritz Lang
So., 21.2. um 19.15 Uhr

LEBENSGIER
USA 1954, 90 Min., OF, Regie: Fritz Lang
Fr., 26.2. & Sa. 27.2. um 19.15 Uhr

DIE VERACHTUNG
F/I 1963, 95 Min., OmU, Regie: Jean-Luc Godard
Sa., 27.2. & So., 28.2. um 17 Uhr, Di., 3.3. & Mi., 4.3. um 19 Uhr

METROPOLIS
D 1925/26, 144 Min., Regie: Fritz Lang
Originalmusik: Gottfried Huppertz
So., 28.2. um 19.15 Uhr

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