14.08.2018

von B° RB

being DON QUIJOTE?

Ausstellungseröffnung: "HERE I AM WHERE I AM WHO I AM" – Werke von Tammo Winkler. Begleitausstellung zu unserer Eigenproduktion "being DON QUIJOTE?" nach Cervantes

being DON QUIJOTE?

Der Maler und Schauspieler Tammo Winkler begleitet mit der Ausstellung HERE I AM, WHERE I AM, WHO I AM bereits zum zweiten Mal eine Inszenierung am Gostner Hoftheater in Nürnberg

Diesmal werden im LOFT Zeichnungen gezeigt, die während der Probenzeit zu dem Stück „being DON QUIJOTE?“ entstanden sind, in dem er auch selber auf der Bühne steht.

Ausstellungseröffnung am Do. 13.09. um 20.00 Uhr in der Theaterkneipe Loft.

Musikalisches Rahmenprogramm mit Christopher Scholz. 

Ausstellungsdauer bis Ende Oktober. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten an Veranstaltungstagen bis 1 Uhr.

 

URAUFFÜHRUNG – EIGENPRODUKTION!

"being DON QUIJOTE?" nach Cervantes

Regie: Laurent Gröflin, Bühne: Jörg Zyslik

Dramaturgie & Bearbeitung: Christine Haas

Spiel: Barbara Seifert, Tammo Winkler, Thomas Witte

Musik/Komposition: Robert Oschatz

Mit „being DON QUIJOTE?“ begeben wir uns auf eine abenteuerliche Tour durch Gostenhof und folgen den Spuren von DON und Sancho Panza. Wir starten am Gostner und marschieren unweit des Theaters in einen verwilderten Garten, um die Verrücktheiten DONS hautnah zu erleben. Danach geht es weiter zur Dreieinigkeitskirche, in der Sancho sein Bestes gibt, um DON von seinen aberwitzigen Einfällen abzubringen. In diversen verwunschenen Hinterhöfen versuchen die beiden Antihelden schließlich mit vollem Körpereinsatz zu ergründen, was nun Wahrheit oder nur Einbildung ist. Begleitet werden die wilden Abenteuer der beiden von amüsanten, musikalischen Intermezzi. Die Tour de force endet dann wieder heiter, aber auch melancholisch am Gostner. 

(Unser Tipp: Highheels zu Hause lassen und bei nasser Witterung wetterfeste Kleidung!).

Die Welt ist aus den Fugen – doch was soll man tun? Lamentieren, den Kopf schütteln, im Internet bissige Kommentare verfassen? Auf den Ritter in glänzender Rüstung warten, der schon alles in Ordnung bringen wird? Oder man nimmt die Dinge einfach in die Hand und wird selbst zum Helden: »Ihr sollt wissen, dass ich ein Ritter aus der Mancha bin, und es ist mein Amt und mein Beruf, durch die Welt zu ziehen, Unheil zu heilen und Unrecht zu rächen.« – und so beginnt die Reise von Don Quijote und Sancho Panza, einem der berühmtesten Paare der Weltliteratur. Dabei ist nie ganz sicher: Ist Don Quijote ein Wahnsinniger, ein Träumer oder doch ein Visionär? Ist er mutig, tapfer oder doch einfach nur verrückt? Über 400 Jahre nach Erscheinen des Romans übt die Figur des »sinnreichen Junkers« immer noch eine große Faszination aus. Vielleicht brauchen wir mehr Don Quijotes in unserem Alltag. Um dem Phänomen näher zu kommen, begeben wir uns gemeinsam mit dem Ritter von der traurigen Gestalt und seinem Knappen auf Wanderschaft.

Viele Stimmen haben sich zur Geschichte des Don Quijote geäußert, und sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Nach Erscheinen des ersten Teils 1605 soll Philipp III. über einen unbändig lachenden Studenten gesagt haben „Entweder ist der Mensch nicht bei Sinnen, oder liest gerade den Don Quijote“. Erwin Rohde schreibt 1875: ´Aller Ernst und alle Leidenschaft und alles, was den Menschen ans Herz geht ist Don Quixoterie, es ist gut dies zu wissen, für einige Fälle; sonst ist es für gewöhnlich besser es nicht zu wissen.´

Die Größe des Romans lässt sich daran erkennen, wie unterschiedlich die Werke sind, die sich von ihm inspirieren ließen, von Laurence Sternes ´Tristram Shandy´ bis zu Dostojewskis ´Der Idiot´. Schiller findet bei Cervantes den Anstoß für ´Die Räuber´, Marx und Engels entwickeln anhand des Ritters und seines Knappen ihre Geschichtsauffassung und Unamuno erhöht ihn zur Inkarnation des spanischen Geistes und zu einer christusgleichen Figur. 

William Faulkner liest den Roman jedes Jahr einmal und Goethe schreibt 1782 Charlotte von Stein, dass er ihn über den Akten hält ´wie ein Korckwamms den Schwimmenden´. 

Was fasziniert die Leser seit vierhundert Jahren an diesem Buch?

Die Antworten fallen so unterschiedlich aus, wie die zitierten Reaktionen und wahrscheinlich macht gerade das seine Anziehungskraft aus: Don Quijote ist nicht zu fassen.

Cervantes´ Zeitgenossen nahmen den Autor beim Wort, der im Vorwort schreibt, der Schwermütige solle bei der Lektüre lachen lernen und der Lachende noch lauter lachen. 

Öffentliche Probe: 17.09., 20 Uhr, Gostner Hoftheater

Premieren: 21. + 22.09., 20 Uhr, Gostner Hoftheater

27. – 29.09., 20 Uhr, Gostner Hoftheater

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