20.03.2018

von B° RB

Schüler lesen

Nürnberger Wochen gegen Rassismus: Schüler lesen spontan in der U-Bahn

Schüler lesen spontan in der U-Bahn

Die Dr. Theo-Schöller-Mittelschule ist als „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ ein Standort mit acht sogenannten Ü-Klassen in Nürnberg. Diese helfen, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in das bayerische Schulsystem zu integrieren. 

Die Schule nimmt unter anderem mit Schülern dieser Klassen regelmäßig an den jährlichen Nürnberger Wochen gegen Rassismus teil, die das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg organisiert. In diesem Jahr war die besondere Idee der Jugendlichen, am Dienstag, 20. März 2018, zwischen 9.00 und 11.30 Uhr spontan kurze Texte in der U-Bahn zu lesen und so Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu bekommen. Die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg hat die Schüler und ihre Lehrkräfte bei diesem Experiment unterstützt.

Lesen für mehr Verständnis

Zwölf Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren, die fast alle neu in Deutschland sind, haben sich auf U-Bahn-Züge der Linien U2 und U3 verteilt und spontan zu lesen begonnen. Zwischen den Haltestellen hatten sie ca. 90 Sekunden Zeit, um Ihre oft sehr persönlichen Texte vorzutragen. Diese entstammten dem Buch „Forschungsreise“, das die Ü-Klassen der Dr. Theo-Schöller-Mittelschule selbst verfasst haben. Aber auch Texte aus „Papa, was ist ein Fremder?“ von Tahar Ben Jelloun und „Krieg, stell’ dir vor, er wäre hier“ von Janne Teller kamen zum Vortrag. Organisiert hat diese Aktion Carolin Buinevicius, die an der Schule die Koordinatorin für SOR – Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist und eine Ü-Klasse in der Oberstufe leitet. „Es ist für die jungen Menschen sicherlich nicht so einfach, sich so in der U-Bahn zu exponieren, aber es gibt ihnen Kraft und verleiht ihrem Anliegen Nachdruck“, weiß Carolin Buinevicius. Und auch die Rektorin der Mittelschule Siglinde Schweizer zeigte sich stolz auf ihre Schüler: „Ich unterstütze dieses Engagement aus vollem Herzen. Und übrigens: Wenn wir von Rassismus sprechen, meinen wir nicht nur Rassismus gegen Menschen anderer Herkunft, sondern auch gegen Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Glaubens, sexueller Orientierung oder anderem Aussehen – eben Große, Kleine, Dicke, Dünne, Blonde, Rothaarige und so wei- ter. Unser Motto ist dabei: In unserer Einzigartigkeit liegt unsere Vielfalt!“ Bei der Vorbereitung auf die Aktion gab es für die Schüler professionelle Unterstützung vom Nürnberger Forumtheater thevo e.V..

Für die VAG war schnell klar, dass sie das Experiment der Dr. Theo-Schöller-Mittelschule unterstützen würde. Schließlich sind nicht nur die Fahrgäste des Nürnberger Verkehrsbetriebes ein buntes Volk, sondern auch bei der VAG selbst arbeiten Menschen aus 31 Nationen friedlich zusammen.

Die Nürnberger Wochen gegen Rassismus dauern noch bis zum 25. März an. 

Ein Textauszug aus dem Buch „Forschungsreise“, das an der Dr.-Theo-Schöller-Schule entstanden ist:

„Meine ersten Monate in Deutschland

Der erste Monat war ein bisschen hart in Deutschland. Für mich war die Sprache schwer, weil sie so anders ist. Aber mir gefällt die Sprache, sie klingt schön und die Menschen gefallen mir. Trotzdem: Warum haben alle eine andere Sprache? Warum sprechen wir nicht eine Sprache?“ Albiona Hasani (Kosovo)

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