07.04.2008

Erprobungsbetrieb der U3

Das Projekt RUBIN, hinter dem sich Deutschlands erste automatisierte U-Bahn-Linie verbirgt, fährt dem Ziel entgegen. Seit Mitte Dezember 2007 läuft der Erprobungsbetrieb für die Nürnberger U-Bahn-Linie U3

Sie sehen auf dem Foto Hr. Dombrowsky, Nürnbergs OB Maly, Hr. Hiesinger


Erprobungsbetrieb läuft nach wie vor gut - Offizielle Eröffnung der U3 am 14. Juni 2008

Das Projekt RUBIN, hinter dem sich Deutschlands erste automatisierte U-Bahn-Linie verbirgt, fährt dem Ziel entgegen. Seit Mitte Dezember 2007 läuft der Erprobungsbetrieb für die Nürnberger U-Bahn-Linie U3 (Gustav-Adolf-Straße – Maxfeld). „Wir liegen gut im Plan und sind insgesamt mit dem Verlauf zufrieden“, so der Vorstandsvorsitzende der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, Herbert Dombrowsky.
Beendet wird der Erprobungsbetrieb Mitte April 2008. Im Anschluss an den Erprobungsbetrieb schreiben die Gutachter für die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) bei der Regierung von Mittelfranken die abschließenden Stellungnahmen. Nach Prüfung der Unterlagen und der Stellungnahmen steht dann die endgültige Freigabe des automatisierten U-Bahn-Systems durch die TAB an. Derzeit erstellen TAB, Gutachter und die Projektteams von Siemens und der VAG den exakten Zeitplan für die letzten Wochen vor der offiziellen Eröffnung. Je nachdem wie lange der Begutachtungs- und Freigabeprozess dauert, wird die VAG die so genannte stufenweise Inbetriebnahme der U3 mit Fahrgästen noch vor der offiziellen Eröffnung terminieren. Dieser Termin steht inzwischen fest. Die U3 wird am Samstag, 14. Juni 2008 endgültig für den Fahrgastbetrieb freigegeben.
Am 15. Juni wird dann der Fahrplan umgestellt. Für die offizielle Eröffnung haben inzwischen als Vertreter der Bundesregierung der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, sowie als Vertreter des Landes der Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Markus Söder, zugesagt. Zur offiziellen Eröffnung wird es in jedem Fall kostenlose Fahrten mit der automatischen U-Bahn zwischen den U-Bahnhöfen Maxfeld und Gustav-Adolf-Straße geben. An beiden Endbahnhöfen der U3 sind Bürgerfeste geplant.

Aktueller Projektstand
Ziel des mindestens dreimonatigen Erprobungsbetriebs ist es sicherzustellen, dass das System und dessen Bedienung reibungslos funktionieren. Der Fokus liegt dabei also nicht mehr alleine auf dem System an sich, sondern verstärkt auf den betrieblichen Abläufen und den Personen, die das System bedienen. Intensive Schulungen und Trainings sind vorausgegangen, laufen aber weiterhin parallel, soweit sich Bedarf ergibt.
Mit Blick auf das Gesamtsystem stehen während des Erprobungsbetriebes die Stabilität und Verfügbarkeit auf dem Prüfstand. Das gesamte System wird noch einmal unter die Lupe genommen, alle Abläufe noch einmal durchgespielt und durchleuchtet. Zentrale Frage: Reagieren alle Systeme, ob in der Leitstelle, entlang der Strecke oder im Zug so, wie sie es sollen? Es folgen zudem präzise Messungen zur Verfügbarkeit sowie, daraus resultierend, laufend Optimierungen am Gesamtsystem. Auch die Bedienbarkeit wird auf Basis der aktuellen Erfahrungswerte noch weiter verbessert. Letztendlich soll das Gesamtsystem sicher sein, aber auch gewährleistet werden, dass die Züge in der Regel fahren, also nur stehen, wenn dies tatsächlich geboten ist.
Die automatischen Fahrten laufen seit Beginn des Erprobungsbetriebs täglich jeweils ab 9.00 Uhr bis zum Betriebsschluss. Auf einen Einsatz der automatischen Züge vor 9.00 Uhr wird nach wie vor verzichtet, um in jedem Fall sicherzustellen, dass der morgendliche Spitzenverkehr möglichst reibungslos laufen kann.
Das Fahren nach Fahrplan ist Daueraufgabe im Erprobungsbetrieb. Eingestreut werden in den Regelbetrieb 150 so genannte Testfälle, also betriebliche Szenarien und Abläufe. Zu jedem Testfall gibt es ausführliche Beschreibungen, wie diese idealtypisch ablaufen sollen. Es gibt Testfälle, die täglich (auch mehrfach) durchgespielt werden, damit jeder Mitarbeiter, der für die U3 zuständig ist, ob in der Zentralen Serviceleitstelle, im Kunden- und Systemservice oder in der U-Bahn-Wagenwerkstatt, die gestellte Aufgabe lösen muss. Es gibt aber auch Testfälle, in der Regel Notfallszenarien, die seltener oder nur einmal durchgespielt werden. Hier sind teilweise auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste mit im Boot. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintreten, ist zwar relativ gering, aber sie müssen dennoch bedacht und durchexerziert werden, damit auch in diesen Fällen jeder Griff, jede Aktion sitzt.

Vorläufige Bilanz Erprobungsbetrieb
Der Erprobungsbetrieb ist aus Sicht des VAG-Projektteams bisher insgesamt gut gelaufen. Belegt ist inzwischen die Systemsicherheit. Sämtliche Programme reagieren demnach zuverlässig zur sicheren Seite hin, was nichts anderes bedeutet, als dass die U-Bahnen dann gestoppt werden bzw. nicht losfahren, wenn die Systeme entsprechende Meldungen bekommen. Um zwei Beispiele zu nennen: Ist eine Tür nicht ordnungsgemäß geschlossen, fährt der Zug nicht ab oder steht am nächsten Bahnhof ein Vorzug, so fährt der folgende Zug nicht an, um einen Halt im Tunnel zu vermeiden. „Fast alle systematischen Fehler sind  beseitigt“, zieht VAGBetriebs- und Projektleiter Konrad Schmidt Bilanz. Mit Siemens sind wir derzeit vor allem daran, auch Einzelfehler, wie Türstörungen, zu beheben.“ Entspannt zurücklehnen können sich die Projektteams dennoch nicht. Der Feinschliff der Systeme wird die Projektteams auch während der nächsten Wochen intensiv beschäftigen. Grundsätzlich stehen weitere Optimierungen auch mit Beginn des Fahrgastbetriebes an. Dann wird sich beispielsweise  zeigen, ob die Haltezeiten, die für die einzelnen Bahnhöfe ermittelt wurden, tatsächlich ausreichen.

Kommunikation und Information
Genutzt wird die Zeit bis zum Beginn des Fahrgastbetriebes von der VAG auch noch einmal für eine intensive Kommunikation und Information mit den Fahrgästen. So wandert in den nächsten Wochen ein Infostand weiter von U3-Bahnhof zu U3-Bahnhof. Zudem können Informationsveranstaltungen gebucht und besucht sowie die Fahrzeuge noch einmal besichtigt werden.

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Die letzte Runde ist eingeläutet: Seit Mitte Dezember 2007 läuft im Projekt RUBIN (Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg) der Erprobungsbetrieb durch die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. Die automatische U-Bahn fährt damit der Zielgeraden entgegen.

Als Herbert Dombrowsky, damals bereits Vorstandsvorsitzender der VAG Nürnberg, am Sonntag, 1. Februar 1998 um 1.00 Uhr nachts am Nürnberger Hauptbahnhof den Startschuss für zwölf NightLiner-Linien gegeben hat, ahnte niemand, wie erfolgreich die Nachtbuslinien werden würden.

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