Über das Dach der Franken

Bischofsgrün – Egerquelle – Schneeberg – Seehaus – Fichtelsee – Fichtelberg

16 km | 5 Std.


Mit der Erweiterung des Verbundgebietes am 1.1.2010 erschließt sich den mittelfränkischen Wanderfreunden eine neue, eindrucksvolle Wanderregion: das Fichtelgebirge. Schon durch das Wort „Gebirge“ wird dem VGN-Wanderer das Gefühl vermittelt, dass es sich hier um eine richtige Bergtour mit fast alpinem Touch handelt. Allein der Anstieg zum höchsten Berg der Franken, den 1053 m hohen Schneeberg, setzt sich von den bislang bekannten Gipfeln deutlich ab. Das Landschaftsbild wird von tiefen Nadelwäldern und riesigen, glatt geschliffenen Granitformationen geprägt – der Aussichtspunkt am Nußhardt (972 m) und der Fichtelsee als Farbtupfer hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Die Beschaffenheit der Wege gleicht auf etlichen Passagen dem Bett eines ausgetrockneten Gebirgsbaches – festes Schuhwerk und Wanderstöcke sind für diese anspruchsvolle Wanderung zu empfehlen. Die hervorragenden Markierungen des Fichtelgebirgsvereins mit Kilometerangaben tragen dazu bei, dass diese Tour jedem Wanderer in guter Erinnerung bleibt.

Ausgangspunkte/Haltestellen am Bayreuther Hbf – Buslinie 329:
Montag – Freitag:
Haltestelle Bayreuth Tunnelstraße (durch die Bahnunterführung in östlicher Richtung: Richtung Gleis 3 und 150 m geradeaus weiter bis zur gegenüberliegenden Straßenseite zu Haltestelle)
Sonn- und Feiertag: Haltestelle am Bahnhofsvorplatz (B 7)

40 Minuten dauert die Fahrt mit dem Frankenbus oder eines der beauftragten Busunternehmen hinaus aus Bayreuth, dann durch die Vorboten des Fichtelgebirges und am Weißen Main entlang bis nach Bischofsgrün, Haltestelle Rathaus.

Gleich schräg links gegenüber dem Bushäuschen treffen wir hinter dem Infopavillon auf die ersten Hinweisschilder. Die Markierung Blauer Punkt auf weißem Grund zur Egerquelle (4 km) ist unsere Markierung, die uns im Linksbogen durch den Naturkurpark mit seinem kleinen Musikpavillon führt. Nach wenigen Treppen abwärts kreuzen wir die Berliner Straße. Geradewegs weiter laufen wir zwischen Heckenreihen auf einem geschotterten, später auch stellenweise gepflasterten Weg weiter abwärts bis zu einer Abzweigung, bei der unsere Markierung nach links (Historischer Ortsrundgang) weist. Bereits davor ist rechts von uns der 1051 m hohe Schneeberg mit seinem klotzigen, früher für Aufklärungszwecke militärisch, momentan zivil genutzten Fernmeldeturm zu erkennen. Auf einem asphaltierten Pfad nur kurz zwischen zwei Grundstücken vor zur Straße nach Birnstengel, dort dann rechts – Egerquelle: 3,5 km.

Auf der linken Seite – bei 630 m über NN – präsentiert sich in den Sommermonaten ein altes, hübsch blumengeschmücktes Haus, die ehemalige Paterlehütte, von 1882 bis 1957 eine Glasperlenfabrik. Auf dem Gehsteig weiter überqueren wir den Weißen Main und halten uns weiter geradeaus. Langsam ansteigend führt der Weg über die neue Brücke der B 303. Dahinter, nach dem Haus Nummer 43, deuten die meisten hölzernen Hinweisschilder nach rechts – unsere Markierung lenkt uns aber zusammen mit der Markierung Blauer Strich auf weißem Grund geradeaus. Nach einem Linksbogen, vor dem Landgasthof, führt unser stetig ansteigender Weg bei der folgenden Abzweigung vor einer Holzscheune nach links endgültig aus dem Ort hinaus (Egerquelle: 2,3 km).

Über freies Feld – Ausblicke zum Schneeberg und Ochsenkopf (1024 m) inklusive – erreichen wir den Waldrand. Ein schmaler Pfad führt flankiert von zwei Gartenzäunen hoch zu einem kleinen Sträßchen, auf dem es linker Hand ein Stück weitergeht. Ein breiter Forstweg nimmt uns rechts auf und verläuft weiter bergauf – Egerquelle: 2 km. Vorbei an dem Abzweig zum Panoramaweg bleiben wir im Linksbogen auf dem Hauptweg, der bald auf einen Querweg trifft. Geradeaus geht es weiter auf einem kleinen, grasigen Pfad, der eben über eine Lichtung auf einen breiten Waldweg zusteuert, ihn aber nicht erreicht, sondern daneben weitergeht. Im Rechtsbogen führt der harmonische Pfad nun in den Wald hinein und kreuzt erneut einen breiten Forstweg. Weiter dem weißen Schild Egerquelle folgend – das hohe Gras streift auf dieser Lichtung im Sommer angenehm an den Waden – überqueren wir zügig auch den nächsten Querweg (Egerquelle: 700 m). Der nur anfangs mit Gras überzogene Pfad verwandelt sich zum breiteren, flachen Hohlweg und erreicht abwärts dann hinter einem Forstweg die offizielle Quelle der Eger. Ein großzügig angelegter Rastplatz lädt zum Verweilen ein –  Infotafeln informieren u. a. über die Waldquellen allgemein.

Die Egerquelle
Wichtigster Quellbach der Alten Eger ist der Zinnbach. Er entspringt im Fichtelgebirge am Nordhang des Schneeberges. Wegen ihrer besseren Erreichbarkeit wurde 1850 eine andere Quelle mit einem Gedenkstein markiert. Diese gilt seither als offizielle Egerquelle. Lange Zeit genügte ein einfacher Stein mit der Inschrift „Egerquelle 1850“. Die heutige Quellfassung von 1923 geht auf die Initiative der ehem. böhmischen Stadt Eger (heute: Cheb) zurück und wurde 1986 von der Egerländer Gmoi Marktredwitz erneuert. Von hier begibt sich die Eger, in der Tschechischen Republik Ohre, auf ihre insgesamt 291 km lange Reise, die bei Litomerice (Leitmeritz) in der Elbe endet.

Ab sofort wandern wir ein Stück auf dem Quellenweg mit der Markierung Gelbes Q als neues Wegezeichen zunächst rund 150 m vor Richtung Kreisstraße Weißenstadt – Bischofsgrün (Bushaltestellen). Vor der Straße kann man sich an einer Wandertafel noch einmal über den weiteren Verlauf unserer Tour einen Eindruck verschaffen. Wir überschreiten die Straße schräg nach rechts und orientieren uns dort an dem Wegweiser „Weißenhaider Eck: 1,5 km“. Der mit Wurzeln überzogene Weg steigt zuerst langsam an, führt geradewegs mit der Markierung über einen breiten Waldweg und fällt nach zwei Lichtungen wieder ab. Der Boden wird grasiger und verläuft wieder eben bis zu einen Forstweg. Die Markierung Blauer Querstrich stößt hier von links kommend zu uns. Wir halten uns geradeaus noch kurz an die Markierung Gelbes Q, durchschreiten auf dem naturbelassenen Abschnitt ein verwachsenes Sträucherfeld und treffen dahinter auf eine große Kreuzung (Weißenhaider Eck).

Schneeberg/Backöfele: 1,8 km – wir wählen den unmarkierten, direkten Weg hinauf zum Gipfelplateau, das bis 1996 noch Sperrgebiet war. Schnurgerade, Schritt für Schritt, führt uns die alte Zufahrtsstraße durch die unberührte Landschaft hinauf zum höchsten Berg Nordbayerns. Weitreichende Ausblicke deuten hier schon an, was uns oben erwartet. Bitte achten Sie hier auf meist in hohem Tempo bergab fahrende Radfahrer! In einer Linkskurve verlassen wir den geteerten Belag wieder und wandern auf einem Schotterweg zunächst weiter der Nase nach, dann in einigen Bögen weiter den Nordhand des Bergers hoch. Dort, wo der Fränkische Gebirgsweg von rechts zu uns stößt, lädt eine Rastbank zu einem Zwischenstopp ein, bevor auf den letzten 400 m der finale Endspurt ansteht.

„Willkommen auf dem Dach Frankens“ – so begrüßt uns eine Infotafel am Gipfelplateau des Schneeberges und informiert über die Entstehung und wechselvolle Geschichte des Berges, mit 1051 m ü. N.N. der höchste Nordbayerns und somit im gesamten Verbundgebiet. Auf dem Gipfel befindet sich ein früher militärisch, heute zivil genutzter Fernmeldeturm und daneben, von alters her „Backöfele“ genannt, ein vom Fichtelgebirgsverein errichteter und am 29.8.1926 eingeweihter Aussichtsturm. Von 1976 bis 1996 lag dieser im militärischen Sperrgebiet, das den Fernmeldeturm umgab, und konnte nicht genutzt werden. Am 29.8.1996 wurde er wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er besteht zum größten Teil noch aus dem Holz von 1926! Neben der Bundeswehr hatten auch die Amerikaner Fernmeldeeinrichtungen auf dem Gipfel.

Je nach Jahreszeit beeindruckt aber hier vor allem die noch unberührte Natur, auch wenn der Fernmeldeturm sich dominant vor uns ausbreitet. Natürlich lohnt sich der Aufstieg zum Aussichtturm „Backöfele“, von dem man einen traumhaften Rundblick – so weit das Auge reicht – genießen kann: Drüben der Ochsenkopf mit seinem Sendemast, links unterhalb der Fichtelsee und dahinter der markante Kegel des Rauhen Kulms bei Kemnath, ein Vulkan der nie zum Ausbruch kam.

Nach einer verdienten Rast ist auf den nächsten 3 km das Wegezeichen des Fränkischen Gebirgsweges unser Begleiter auf dem Abstieg bis zum Seehaus, einer netten Berghütte auf immerhin noch 922 m ü. N.N.. Der Weg ist ausgezeichnet markiert und benötigt trotz mancher Richtungs wechsel keine detaillierte Beschreibung. Genießen Sie Landschaft, Felsformationen und Natur pur!
Vor allem sollten Sie aber den gut ausgeschilderten Abzweig Nußhardt nicht verpassen. Nach einem Gang durch die „Nußhardtstube“ erreicht man dort eine Aussichtsplattform auf imposanten Felsformationen.

Der Nußhardt, mit 972 m ü. NN dritthöchster Berg im Fichtelgebirge, ist ein charakteristischer Felsengipfel aus grobkörnigem Kerngranit, der mit einer herrlichen Aussicht besticht. Mittlerweile ist der Berg in das Geotopverzeichnis des Bayerischen Geologischen Landesamtes aufgenommen.

Wieder zurück zum weiter abwärts führenden Waldweg, vorbei an etlichen großen und kleinen Granitblöcken, wird der Weg flacher und breiter. Die erste Einkehrmöglichkeit nach guten 10 km – das Seehaus – taucht vor uns auf und lädt uns zum Verweilen ein.

Für die letzte Etappe – 4 km bis Fichtelberg Busbahnhof – halten wir uns bis nach Fichtelberg an die Markierung Weißes Kreuz auf blauem Grund, das hinter der Terrasse ein kurzes Stück auf dem Zufahrtssträßchen abwärts verläuft, dann aber gleich linker Hand in den Wald hinein deutet (Fichtelsee: 2 km). Bemooste Felsen flankieren den Waldweg auf beiden Seiten. Auf dem folgenden, breiten Querweg nur kurz links halten, denn nach wenigen Metern taucht ein Pfad rechts weiter abwärts in den Wald ein. Die Markierung Weißes Kreuz auf blauem Grund (Fichtelsee: 1,5 km/Fichtelberg: 3,5 km) bleibt unser Wegezeichen. Auch beim nächsten Querweg die gleiche Links-rechts-Kombination und weiter abwärts in den dichter werdenden Wald erreichen wir bald die B 303, die es vorsichtig zu überqueren gilt. Im Zick-Zack durch die Leitplanken fällt zunächst die Jakobsmuschel, dann aber gleich wieder linker Hand unsere vertraute Markierung Weißes Kreuz auf blauem Grund ins Auge.
Der Weg wird grasig, führt eben über einen kleines Bächlein und nähert sich einem Kinderspielplatz. Hinter dem Seilzug schlendern wir nach links und sehen bei Sonnenschein schon die glitzernde Wasseroberfläche des Fichtelsees.

Der Fichtelsee
Seine Entstehung ist eng mit dem Bergbau in dieser Region verbunden. 1650 wurde vom Hochmoor aus nach Fichtelberg ein Graben gezogen. Er sollte neben der Fichtelnaab zusätzliche Wasserkraft zum Antrieb der Hämmer liefern. Mit fortschreitender Zeit trocknete das Moor jedoch immer mehr aus. Da das Wasser nun knapp wurde, errichtete man daher 1739 einen künstlichen Stauweiher: den Fichtelsee, ein in 750 m zwischen Wald und Moor gelegenes Waldbad. Die heutige Größe von rund 11 ha wurde erst in den Jahren 1983–1986 geschaffen. Heute lädt der See je nach Jahreszeit ein zum Schwimmen, Bootfahren – oder einfach nur zum Spazierengehen.


Wanderer, die den nachfolgend beschriebenen Weg vom Fichtelsee bis zum Busbahnhof in Fichtelberg folgen, sollten 45 Minuten Gehzeit einkalkulieren. Wer die Tour hier ausklingen lassen will, kann an der nur rund 300 m von der Gaststätte nach dem Damm entfernten Haltestelle „Fichtelsee“ im Ortsteil Neubau zusteigen (Fahrt wieder über Bischofsgrün zurück nach Bayreuth, Linie 369).

Wir haben die Wahl, den unteren Teil des Fichtelsees zu umrunden: Links über den Parkplatz (mit der Markierung Weißes Kreuz auf blauem Grund) oder ohne Markierung über beide Stege. Beide Uferwege treffen am rechten, südlichen Ende zusammen. Dort verlassen wir den See Richtung Fichtelberg gleich durch eine offene, hölzerne Schranke, kreuzen ein Sträßchen und wandern im Wald abwärts. Im Mischwald schlängelt sich der leicht geschotterte Weg stetig bergab und zweigt rechts ab (Wegezeichen an einem abgeschnittenen Holzstamm – links ein Abzweig zum Luginsland).

Nach den ersten Häusern von Fichtelberg auf der rechten Wegseite erreichen wir im Schneebergweg beim Haus Nr. 36 den Ort. Gleich bei der folgenden Querstraße links abbiegen (Haus Nr. 30), wir bleiben immer noch im Schneebergweg, die Hausnummern werden niedriger. Nacheinander passieren wir auf der linken Seite die Straßen Sonnenleite und Richardweg. An einem Elektrokasten auf der linken Gehsteigseite deutet die Markierung Weißes Kreuz auf blauem Grund nach rechts in einen Fußweg, der im Linksbogen weiter bergabführt. Nach der Hausnummer 8 a überschreiten wir geradeaus einen Querweg und orientieren uns auf einen asphaltierten Pfad abwärts am Kirchturm.Der Hochofenweg rechter Hand hoch und der Marienplatz weiter unten als zusätzliche Anhaltspunkte.

Dort links abwärts folgen der Reihe nach das Hotel/Gasthof Post, die Sparkasse und das Rathaus (Anneliese-Fischer-Platz). Gegenüber des Schlecker-Marktes ist an der Hausnummer  4 a erkennbar, das wir uns in der Gablonzer Straße befinden, die hinunter zu einer großen Kreuzung (Wunsiedler und Bayreuther Straße) mit den gelben Hinweisschildern zum Ochsenkopf, nach Bayreuth, Kemnath oder Wunsiedel führt. Geradeaus weiter in die Poststraße sind wir nach wenigen Metern vor der Brücke der Fichtelnaab. Links in die Bahnhofstraße abgebogen, sind wir am Ziel unserer Wanderung, dem Busbahnhof in Fichtelberg.

Rückfahrmöglichkeiten nach Bayreuth:
Buslinie 329 über Bischofsgrün
Buslinie 369 über Warmensteinach

Je nach Zeitlage bietet sich in Bayreuth der Ausstieg neben der Tunnelstraße auch am ZOH (Zentraler Omnibus Halt) an. Von dort ist es nur ein Katzensprung hoch zum Marktplatz mit seinen zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Diejenigen, die Richtung Nürnberg zurückfahren möchten, sollten gute 20 Minuten Fußweg zum Bahnhof einkalkulieren.

Informationen:

Weitere Informationen finden Sie unter: www.vgn.de

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