Fünf Tage in Nürnberg

Einen Tag Ihres Besuchs sollten Sie für den historischen Kern der Altstadt reservieren. Eine Tour für Ihren Spaziergang haben wir in der Rubrik Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterEin Tag in Nürnberg für Sie zusammen gestellt.

Unsere Vorschläge für die Gestaltung des zweiten und dritten Tages finden Sie unter Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZwei bis drei Tage in Nürnberg.
 
Tag vier:

Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände
Zum Pflichtprogramm gehört in Nürnberg natürlich auch ein Besuch des Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, das Sie von der Innenstadt aus am Besten mit der Buslinie 36 erreichen. Die Linie verbindet 36 Sehenswürdigkeiten auf dem Stadtgebiet, die sich in unmittelbarer Nähe der Haltestellen befinden. Für das Reichsparteitagsgelände sollten Sie sich mindestens zwei bis drei Stunden Zeit nehmen, um die Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Während nämlich die meisten Menschen in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht wussten, was der nächste Tag bringen würde, planten die NS-Oberen bereits für die nächsten 1000 Jahre im voraus. Sie erschufen mit der Kulisse des Reichsparteitagsgeländes eine Realität, wie sie nur in den Köpfen von Albert Speer und Adolf Hitler existierte. Das architektonische Zeugnis des Größenwahns ist bis heute in großen Teilen erhalten und diente der Inszenierung der Macht des Führers auf den Reichsparteitagen. Bis in den Winter 1942/43 wurde an den Tempelhallen des NS-Wahns gebaut, die allesamt Zitate auf bereits existierende Symbole der Macht wie zum Beispiel das Kolosseum in Rom oder den Pergamonaltar sind. Selbst die Große Straße sollte in gedachter Linie das Parteitagsgelände mit der Kaiserburg verbinden und damit sinnbildlich das neue Reich mit dem Alten.

Das düstere Licht in dem die Dauerausstellung “Faszination und Gewalt” gehalten ist entspricht der Düsternis dieses Kapitels unserer Geschichte und informiert ohne jegliche Beschönigung oder Verharmlosung über die Ursachen, Zusammenhänge und Folgen des Nationalsozialismus. Ein Informationssystem mit großen Tafeln leitet die Besucher über das insgesamt 380 Hektar große Gelände von der Kongresshalle über Volksfestplatz und Zeppelinfeld bis zur ehemaligen SS-Kaserne.

Als Tipp für den Mittagstisch oder einfach für den kleinen Hunger zwischendurch empfiehlt sich das Restaurant Gutmann am Dutzendteich mit “fränkisch-karibischen” Biergarten. Sie haben die Qual der Wahl zwischen “Drei im Weggla” oder moderner fränkischer Cuisine, einem Hefeweizen aus eigener Brauerei oder einer Teich-Bowle im Goldfischglas. Der Name des Sees geht übrigens nicht etwa auf das “Dutzend”, also die angeblichen 12 Teiche zurück, sondern Doutze bedeutet einfach Schilfrohrkolben. Das Erholungsgebiet war bei den Nürnbergern schon im 17. Jh. ein sehr beliebtes Ausflugsziel.  

Spaziergang durch St. Johannis

St. Johannis ist der älteste Stadtteil Nürnbergs und wurde erstmals 1234 urkundlich erwähnt, weil sich dort eine Verwahrstätte für Leprakranke, der so genannte “Siechenkobel” befand. Die Siechen konnten in einem besonderen Trakt der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSt. Johanniskirche an der Messe teilnehmen, die Dahingesiechten wurden auf dem kleinen Pestfriedhof begraben, aus dem später der weltberühmte Friedhof St. Johannis entstand.

Unser Spaziergang beginnt am Hallertor und führt der Pegnitz entlang über die Hallerwiese. Anfangs des 15. Jh. als die Stadt das Gelände erwarb war es noch sumpfiges Überschwemmungsgebiet; es wurde später mit Linden bepflanzt und als Sport-, Spiel-, Fest- und Schützenplatz hergerichtet. Auch die wegen Kindsmord oder Ehebruch verurteilten Frauen „ertrenckte“ man hier - für die Männer gab es eine eigene Richtstätte im Süden der Stadt. An die Schützenfeste und Schießübungen erinnert heute noch der kleine Brunnen mit dem Armbrustschützen und in der Hausnummer 16 darüber residiert seit 1886 mit einer Unterbrechung im Nationalsozialismus die Freimaurerloge.

Am Ende der Wiese sollten Sie unbedingt einen kleinen Abstecher über die Brücke auf die Kleinweidenmühl-Seite machen, wo in der Nr. 8 Papier geschöpft wurde. Es war sogar eine Zeit lang die einzige Mühle in Nürnberg, die das so genannte “Lumpenprivileg” besaß, das zur Produktion des reinen, weißen Hadernpapiers mit dem Stadtwappen als Wasserzeichen berechtigte. Das liebevoll renovierte, große Fachwerkhaus mitten auf dem Platz ist das ehemalige Gesindehaus.

Wieder zurück auf der anderen Seite biegen wir noch kurz in die Großweidenmühlstr 9 ein. Dort hat das Restaurant “Etage” mit gehobener thailändischer Küche seinen Sitz in uriger Atmosphäre, die ganz von den räumlichen Gegebenheiten der ehemaligen Mühle geprägt. Durch die Lindengasse geht es nun weiter zum Riesenschritt. Am Fuße stehend kann man sich schon ein Bild von den typischen Barockgärtchen der Patrizier machen. Wenn Sie das Treppchens erklimmen, verstehen Sie auch, warum es diesen Namen bekommen hat, denn die Stufen liegen so weit auseinander, dass eben nur ein wirklich groß gewachsener Mensch ohne Zwischenschritt hinauf kommt. Rechts am Weg liegt dann der Zugang zu den Hesperidengärten.

Die Hesperiden sind griechischen Sage nach drei Nymphen. Sie hüteten zusammen mit einem Drachen im unbeschreiblich schönen Garten der Götter den Baum mit den goldenen Äpfeln. Die Früchte des Baumes verleihen ewige Jugend und niemandem sonst nur dem Herakles soll es einst gelungen sein, drei Äpfel aus dem streng bewachten Garten zu stehlen. Als Hesperides wurden später auch die Zitrusfrüchte bezeichnet und der Nürnberger Geldadel war besessen vom Ehrgeiz, es den Fürsten mit ihren Orangerien gleich zu tun. Die Patrizier ließen also im 17. und 18. Jh. ihre Gärten nach - angeblich - antikem Vorbild gestalten. Auch wenn die sehr freie Interpretation mit dem Original wenig gemein hat, sind die Gärten mit den vielen Skulpturen und Brunnen, die sich hinter Häuserfronten und Mäuerchen verbergen, wo man sie nie vermuten würde, heute kleine Juwelen der Gartenarchitektur.

Am Ende des Riesenschritts liegt der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterFriedhof St. Johannis, für den man sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen und am Besten an einer Führung teilnehmen sollte, denn es gibt dort so vieles zu entdecken und die alten Gräber sind aufgrund der schwer lesbaren Inschriften manchmal kaum zu finden. Alle liegen sie dort versammelt, die gesamte Nürnberger Prominenz des Mittelalters: Willibald Pirckheimer, Veit Stoß, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlbrecht Dürer, Adam Kraft, Anselm Feuerbach u.v.m. Auch die düstere Holzschuherkapelle ist ein bemerkenswertes Zeitzeugnis, das den Prunk dokumentiert, den die reichen Patriziergeschlechter bis nach dem Tode pflegten.

In der kleinen Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterKaffeestube am Hesperidengarten kann man danach bei einer Tasse Kaffee und einer Waffel mit Erdbeeren und Sahne im lauschigen Innenhof ein Päuschen einlegen, bevor es über das Tiergärtnertor zurück in die Altstadt geht, vorbei am ehemaligen Wohnsitz von Johannes Scharrer in der Johannisstr. 39. Zum krönenden Abschluss Ihres Ausflugs sollten Sie unbedingt noch einen Blick in das wunderbar restaurierte Barockgärtchen des Willibald Pirckheimer werfen, der sich hinter dem Tor in der Hausnummer 13 versteckt.

Tag fünf:


Die östliche Altstadt
Wenn Sie sich einen Eindruck davon machen wollen, wie die Familie Tucher damals in der Stadt residierte, sollten Sie sich das Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMuseum Tucherschloss in der Hirschelgasse keinesfalls entgehen lassen. Normalerweise vergnügte sich der Nürnberger Geldadel auf seinen Landsitzen, der Herrensitz der Tucher war das einzige Gartenschlösschen innerhalb der Stadtmauern. So wie die Zimmer eingerichtet sind, möchte man eigentlich am Liebsten direkt dort einziehen, denn das Leben der großen Handelsfamilie mit dem Mohren im Wappen war durchaus komfortabel, die Geschäfte gingen gut und es wurde reichlich getafelt. Im Rahmen der Besichtigung werden Sie auch dem Renaissancegarten und dem berühmten Hirsvogelsaal einen Besuch abstatten, einem Prachtbau in Auftrag gegeben von Lienhard III. Hirsvogel, der wie sich herausstellen sollte ein echter Heiratsschwindler war. Der Saal war das Hochzeitsgeschenk für seine Auserwählte, die Kaufmannstochter Sabine Welser aus Augsburg. Deren Eltern hatten der Verbindung zugestimmt, weil Hirsvogel ebenfalls als sehr wohlhabend galt, doch der hatte sein gesamtes Vermögen verschleudert oder in dubiose Geschäfte gesteckt und war hoch verschuldet. Mit der Heirat wollte er sich sanieren, doch da spielten die Welsers nicht mit - die Ehe wurde kinderlos geschieden.

Weit weniger spektakulär ist die Geschichte der Sieben Zeilen und dennoch sind die kleinen Weberhäuschen sehenswert. Sie wurden eigens für Fachkräfte errichtet, die man aus Augsburg angeworben hatte, damit der neue Produktionszweig, der ein für damalige Zweiten sehr modernes Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle herstellte, sich auch in Nürnberg ansiedelte. Die Weber erhielten freies Bürgerrecht, zeitlich begrenzte Steuerfreiheit und sogar billige Kredite. Von zu Hause her waren sie jedoch die Zunftfreiheit gewohnt, die es ja in Nürnberg, wo das Handwerk dem Rat der Stadt unterworfen war, nicht gab. wanderten sie bald wieder ab. Weiter geht es zum Egidienplatz, auf dem sich lange Zeit ein ganz besonderes Juwel der Stadt befand - das Pellerhaus. Es galt einst als schönster und prächtigster Bürgersitz des ganzen Reiches und einer der bedeutendsten Renaissancebauten Europas überhaupt. Wenn Sie das Stadtmuseum Fembohaus besucht haben, haben Sie bereits eine ungefähre Vorstellung davon, wie das berühmte Gebäude ausgesehen hat, denn dort wird neben einem hölzernen Modell des Hauses auch das “Schöne Zimmer” präsentiert, das vor der Zerstörung im zweiten Weltkrieg bewahrt werden konnte. Der Innenhof des Pellerhauses war der wahrscheinlich schönste deutsche Arkadenhof, der alles übertraf, was man bis dahin in Nürnberg gesehen hatte, wird derzeit restauriert. So klein der Platz, so zahlreich die dort versammelten Sehenswürdigkeiten: Vor einer Besichtigung der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKirche St. Egidien sollten Sie unbedingt das Pfarramt anrufen (Tel.: 0911/2141141), da Ihnen ansonsten der Zutritt zur spätgotischen Wolfgangskapelle mit den Flachreliefs von Veit Stoß ebenso versperrt bleibt wie zu einer der ältesten Sakralbauten der Stadt - die romanische Euchariuskapelle aus dem 12.Jh.

Gegenüber der Kirche steht das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I., das bei genauer Betrachtung einen kleinen Schönheitsfehler aufweist: Das Pferd läuft im Kamelschritt. Der Weg führt vorbei an den Denkmälern von Philipp Melanchton, der 1526 das älteste humanistische Gymnasium Deutschlands begründete und Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMartin Behaim, Patrizier, Seefahrer und Erfinder des ersten Globus von 1491 - noch ohne Amerika - auf dem Theresienplatz. Durch die Bindergasse, vorbei an der ältesten Apotheke der Stadt “Zum Goldenen Stern”, wo es das berühmte “Dr. Mausers Knochenöl gegen Gelenkschmerzen” gibt, geht es weiter zum Obstmarkt. Auf dem Hans-Sachs-Platz trifft man nicht nur auf das Denkmal des Schuhmachers und Dichters zugleich, sondern auch auf den Gedenkstein zur Erinnerung an die Synagoge, die in vorauseilendem Gehorsam schon ein viertel Jahr vor der Reichskristallnacht geschleift wurde, weil sie, so Julius Streicher: „das schöne deutsche Stadtbild empfindlich störte.“

Als einer der vermögendsten Kaufmänner der Stadt wenn nicht der Reichste überhaupt galt Konrad Groß - er stiftete Anfang des 14. Jh. das Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterHeilig-Geist-Spital und delegierte mittels dieser guten Tat sozusagen die Fürbitte für sein Seelenheil an die Bedürftigen, die dort Aufnahme fanden. Durch das Stiften glaubte man nämlich damals fürs Jenseits Punkte sammeln zu können und somit wurde gestiftet, was das Zeug hielt. Viele Kunstwerke wären ohne diesen Handel mit Gott nie entstanden. Das Restaurant im Spital ist übrigens sehr empfehlenswert für den Mittags- oder Abendtisch mit vielen regionalen Spezialitäten. Durch den Hanselhof gelangt man zur Gaststätte, dort befindet sich auch der Hanselbrunnen, die älteste Gussplastik der Stadt (Original, errichtet um 1380, im Germanischen Nationalmuseum). Ein besonderes Erlebnis ist es, im Kreuzigungshof zu speisen. Man kennt das ja mit den Kruzifixen in bayerischen Wirtsstuben, aber wenn einem so ein überlebensgroßer Angenagelter beim Essen über die Schulter schaut, hat das schon etwas ganz eigenes. Es handelt sich bei den imposanten Figuren um die Kreuzigungsgruppe von Adam Kraft, die ursprünglich vor dem alten Friedhof in St.Johannis stand.
 
Ein Sommerspaziergang mit allen Sinnen: Pegnitz und Wöhrder Wiese
Die Insel Schütt wird sozusagen umarmt von den beiden Armen der Pegnitz. An ihren Ufern lagen Mühlen, sie diente als Bleiche für weiße Wäsche und als Austragungsstätte für Volksbelustigungen wie zum Beispiel Paraden, Standgerichte oder die Schütter Kirchweih. Sie ist auch heute noch ein Besuchermagnet beim Bardentreffen und beim Altstadtfest. Die bunten Käfige waren Teil eines Kunstprojekts während der WM 2006 und werden heute von Kindern und Jugendlichen als Mini-Street-Soccer-Plätze genutzt.

Zur rechten sehen Sie am gegenüberliegenden Ufer den größten Kinokomplex Deutschlands, das Cinecitta. Das unterirdisch gelegene IMAX-Kino besitzt eine Kuppelleinwand mit 1000 Quadratmetern Fläche. Unser Weg führt uns weiter zum Hohen Steg, wo wir einen kleinen Abstecher auf den Andreij-Sacharow-Platz machen. Dort stehen vor dem ehemaligen Herrenschießhaus, einem Teil der alten Stadtbefestigung, seit 1993 die “Blauen Reiter” des Bildhauers Johannes Brus - ein erfrischend originelles Reiterstandbild in leuchtendem blau eingerahmt von vier mächtigen Eisenfeilern mit Betonkapitellen. Sie verkörpern wie unschwer zu erahnen unter anderem eine Anspielung auf Franz Marcs blaue Pferde. Leider hat ein Reiter inzwischen durch Vandalismus schon seinen Kopf verloren.  

Über den Hohen Steg zurück der Pegnitz entlang gelangen Sie zum Krakauer Haus an Hinteren Insel Schütt, einem Teil der ehemaligen Stadtmauer. Im Krakauer Turm befindet sich ein ebenfalls sehr beliebtes Restaurant. Das “Kopernikus” bietet fränkische und polnische Spezialitäten und man kann im Sommer entweder im mittelalterlichen Wehrgang direkt über der Pegnitz oder auf der alten Burgmauer im Biergarten sitzen und deftige Piroggen oder sagenhaft große Schnitzel verzehren und dazu dunkles fränkisches Landbier verkosten. Durch das Kasemattentor geht unser Spaziergang nun weiter in Richtung Wöhrder Wiese, einer von hohen Bäumen umgebenen Grünanlage. Vorbei an der U-Bahn-Station, wo übrigens auch die neue führerlose U-Bahnlinie 3 entlang fährt, biegen wir dann rechts ab über die zweite Brücke in Richtung Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne/Johann-Soergel-Weg.

Die Wöhrder Wiese ist so etwas wie der Nürnberger “Central Park”. Sie wird ganzjährig für verschiedene Sportarten genutzt, ist aber ganz besonders im Frühjahr, Sommer und Herbst eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Stadt. Zu den Attraktionen gehören auch kleine Wanderbühnen und manchmal ein Zirkus, im Wesentlichen aber das Erfahrungsfeld der Sinne und der große Wies’n Biergarten. Das Erfahrungsfeld ist ein echtes Erlebnis für alle Altersgruppen, die gerne spielerisch auf Entdeckungsreise gehen. Die Attraktionen sind so zahlreich, dass Sie sich für einen Besuch mindestes drei Stunden Zeit nehmen sollten, man kann sich aber auch ohne Weiteres den ganzen Tag in der Anlage aufhalten. Ein Besuch lohnt sich in jedem Falle für experimentierfreudige und neugierige Menschen, die sich aktiv in vielen Variationen mit dem Thema “Wahrnehmung“ beschäftigen wollen. Hier steht nicht so sehr die Information im Vordergrund, sondern einfach das Tun und Erleben. Die wohl spannendsten Stationen sind die Dunkelgänge und das Dunkelcafé im Hirsvogelbunker. Dort können die Besucher in vollendeter Dunkelheit selbst die Erfahrung machen, wie es ist, blind zu sein und die Umgebung nur durch Ertasten wahrnehmen zu können. Im simulierten U-Bahnschacht oder in der Küche sind wir ohne die Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderung hilflos und das Kaffeetrinken wird zur echten Herausforderung, genauso wie anschließend das Bezahlen, weil wir Sehenden ohne Licht Scheine und Geldstücke kaum unterscheiden können.

Für ein Picknick zwischendurch sind Bänke und Tische vorhanden, aber auch der Biergarten gegenüber mit den urigen Holzhütten und den für Bayern so typischen Spezialitäten wie Obatzter mit Krustenbrot und Sülze mit Musik ist sehr empfehlenswert. Gemäß der Bayerischen Biergartenverordnung ist übrigens das Mitbringen einer eigenen Brotzeit erlaubt, solange die Getränke vor Ort gekauft werden. Selbst an kühleren Tagen lässt es sich dann abends am großen Lagerfeuer gut aushalten und die zahlreichen Kerzen auf den Biertischen verbreiten nach Einbruch der Dunkelheit auf der ganzen Wiese eine gemütliche und stimmungsvolle Atmosphäre. Ein besonderer Service sind auch die Liegestühle, die man im Biergarten kostenlos ausleihen und sich’s damit auf der großen Wiesefläche bequem machen kann.

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