Das Bismarckdenkmal in Nürnberg

Das eindruckvolle Bismarckdenkmal steht in Wöhrd am Prinzregentenufer. Es ist 25 m hoch und ein Reiterstandbild von Bismarck; eines der wenigen unter den etwa 500 Bismarckdenkmälern in Deutschland. Es wurde von Theodor Fischer und Joseph Floßmann erbaut und zum 100. Geburtstag von Bismarck, am 1.4.1915 enthüllt. Das Denkmal hätte eigentlich Teil einer Brückenanlage werden sollen, deren Pläne aber nie verwirklicht wurden. Das Komitee für Errichtung eines Bismarckdenkmals, das eigens im Jahre 1899 gegründet worden war, hatte ursprünglich Wilhelm Kreis zur Errichtung eines Bismarckturms beauftragt, ihm allerdings den Auftrag im Jahre 1907 wegen zu hoher Kosten wieder entzogen wurde.
Das Bismarckdenkmal symbolisiert in gewisser Weise die"vollendete "Integration der bürgerlichen Nation in den obrigkeitsstaatlichen Machtstaat", denn die politische Mentalität des Bürgertums kam anhand von Standort und Bildprogramm der Denkmäler des 19.Jh., v.a. des Kaiserreichs, und anhand der nationalen Rhetorik der Spendenaufrufe für diese Denkmäler und Ansprachen dazu deutlich zum Ausdruck, wie für das Bismarckdenkmal deutlich zeigt aber auch das Prinzregent-Luitpold-Denkmal in Tafelhof. Der Anteil Nürnbergs an der Denkmalherstellung wurde stets unter Hinweis auf die Tradition der Nürnberger Meister betont was bei den Denkmälern für Dürer und Sachs durchaus zutraf. Bei Massenprodukten wie dem Bismarck-, Prinzregent-Luitpold-, Krieger- und Kaiser-Wilhelm-Denkmal war dies allerdings nur noch eine Leerformel, um den seit dem 16.Jh. erlittenen Bedeutungsverlust zu kompensieren. Im zweiten Markgrafenkrieg wurden in mehreren grausamen Raubzügen große Gebiete im Nürnberger Umland verwüstet. Nürnberg war durch die Schäden und die hohen Kriegskosten aber stark geschwächt und büste seine bis dahin ungebrochene Finanzkraft und somit auch einen Großteil seiner politischen Entscheidungsfreiheit ein und konnte sich nicht mehr recht davon erholen.