Der Grübelsbrunnen in Nürnberg

Der Grübelsbrunnen ist dem Nürnberger Mundartdichter Johann Conrad Grübel (Flaschner, Mundartdichter, 1736 bis 1809) gewidmet. Johann Konrad Grübel war nicht nur ein exzellenter Handwerker (er hat den Sebalder Nordturm gedeckt), er war auch als Geschworener tätig, indem er bei Problemen zwischen dem Rat der Stadt und dem Flaschnerhandwerk half. Auch als Gassenhauptmann half er, bei der Einquartierung der Franzosen im Jahre 1801, die aufgebrachten Gemüter zu besänftigen. Als Dichter wird er bisweilen als der Hans Sachs des Rokoko bezeichnet. Er hinterließ ein Werk von über 20.000 Versen, die das stadtbürgerliche Leben in allen seinen Facetten wiederspiegeln. Noch heute bekannt sind die Gedichte "Der Käfer" und "Der Schlosser und sein Gesell".

Den Grübelsbrunnen findet man in der Sebalder Altstadt auf dem Inneren Laufer Platz vor dem Willstädter Gymnasium.  Er wurde von Friedrich Wanderer entworfen und nach einem Model von Johann Rössner in der Kunstgießerei Burgschmiet Lenz gegossen. Das Postament ist im Stil des Rokoko verziert. An den Seiten sind Figuren aus Grübels Gedichten zu sehen. Die Figur des Dichters ist in nachdenklicher Haltung dargestellt. Er hält ein aufgeschlagenes Buch in der linken Hand und trägt die Mode seiner Zeit. Ebenfalls dargestellte Flaschnerwerkzeuge deuten auf Grübels Beruf als Flaschner hin.

Als Johann Konrad Grübel am 8. März 1809 stirbt wird er mit dem Dichterkranz geschmückt und auf dem Johannisfriedhof bestattet.

Quellen:

Stadtlexikon Nürnberg, herausgegeben von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, W. Tümmels Verlag, Nürnberg, 2000.
Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten, Herausgeber Christoph von Imhoff, Verlag Albert Hofmann, Nürnberg, 1984

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