Die Reformations-Gedächtniskirche in Nürnberg

Die Reformations-Gedächtniskirche steht am Berliner Platz 11, östlich vom Stadtpark.

Sie wurde, wie der Name schon sagt, zur Erinnerung an die Reformation errichtet. Eigentlich sollte sie im Jahre 1917 (400 Jahre nach Luthers Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablasshandel) zum Reformationsjubiläum fertig sein. Da sich aber die Stadt nicht einigen konnte und mehrere Projekte diesbezüglich abgelehnt wurden, wurde sie erst in den Jahren 1935 bis 1938 nach den Entwürfen von Gottfried Dauner (Schüler von German Bestelmeyer, dem Erbauer der Friedenskirche) errichtet. Sie ist Kirchenburg und Denkmalskirche in einem. Den zwölfeckigen Zentralbau schützen drei Glockentürme mit hohen Spitzhauben. Die drei Türme stehen für Taufe, Abendmahl und Wort, sowie für die Dreieinigkeit. Der Burgcharakter soll an das Reformationslied erinnern. Das rustikale Bruchsteinmauerwerk wird von einfachen Rundbogenfenstern und einer hochsitzenden Zwerggalerie durchbrochen. Die Portale sind mit Reliefen geschmückt. Am Nordprotal findet sich ein Relief mit Bezug zur Reformationsgeschichte, am Südportal ein Relief, das als Kinder- und Taufportal gestaltet ist. Das Innere der Kirche ist mit rotem, unverputztem Klinkerstein gestaltet. Die zwölf Arkadenpfeiler, die den Umgang vom Raumkern abtrennen, symbolisieren die zwölf Apostel und verleihen dem Inneren eine "hermetisch-abgeschlossene Raumwirkung". Die Zeltdecke aus Holz wurde erst nach 1945 angebracht. Die Entwürfe für die Steinkanzel und den Altar stammen von German Bestelmeyer. Die Triumphkreuzgruppe über dem Altar stammt von dem NS-Bildhauer Bernhard Bleeker. In den Jahren 1946 bis 1948 wurde die Kirche nach der Zerstörung im Krieg durch Fritz Mayer (Architekt, 1889) bis 1964 wieder aufgebaut.

Pfarramt Jutta Meier
Anschrift:
Berliner Platz 20
90489 Nürnberg
Tel.: 0911 / 58 63 7-0
Fax: 0911 / 58 63 7-23
Email: Pfarramt@maxfeld-evangelisch.de

Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch: 15 - 18 Uhr

Die Reformation:

Eine durch Martin Luther (geb. in Eisleben, am 10.11.1483, gest. ebd., am 18.02.1546) ausgelöste Bewegung, die zur Teilung der abendländischen Kircheneinheit führte und neue kirchliche Gemeinschaften und eine neue religiöse Haltung (Protestantismus) entstehen ließ. Vorraussetzung für die Spaltung waren u. a. die Krise im Paptsttum im 14. und 15. Jh., die weltliche Haltung der Renaissancepäpste, die Kritik des Humanismus an der Lebensführung des geistlichen Standes und "der Individualsmus der Mystik". Die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg um 1450 trug ebenfalls einen Großteil zur raschen Verbreitung der Gedanken Luthers und somit zum Erfolg der Reformation bei. Zudem entluden sich gleichzeitig Spannungen, die sich zwischen den aufstrebenden Städten und der Kirche angestaut hatten und auch die Landesfürsten trachteten danach ihren Einfluss in der Kirche zu verstärken.  Es gab also eine enge Verbindung zwischen den Glaubensfragen und politischen Forderungen, die zur Spaltung der Kirche und dem Entstehen einer protestantischen Kirche führten. So löste die Epoche der Reformation mit der "Rechtfertigung aus dem Glauben" und "der Freitheit eines Christenmenschen" die traditionellen Bindungen des späten Mittelalters ab und führte mit Humanismus und Renaissance und der von ihr ausgelösten Gegenreformation zu einem generellen Kulturwandel. Den Stein ins Rollen gebracht hatten die 95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablasshandel, die er am 31.10.1517 an die Kirchentür von Witten geheftet hatte.

Fritz Mayer (Architekt)
Er arbeitete seit 1925 selbständig als Architekt in Nürnberg, seine Hauptarbeiten waren: Die Planung des Theresienkrankenhauses (1927/28) und die Ehrenhalle im Luitpoldhain (1928/29). Während er NS-Zeit errichtete er verschiedene Kirchen, s. o. und das Gästehaus der "Stadt der Reichsparteitage Nürnberg"  am Hauptbahnhof. Am Wiederaufbau der Stadt war er auch beteiligt: Spitalapotheke, Westseite des Hauptmarktes und die Gesamtplanung des Egidienplatzes stammen von ihm. Als herausragend gilt sein Wiederaufbau des Pellerhauses in den Jahren 1956/57 zusammen mit seinem Sohn.

Teilen: