St. Elisabeth Kirche / Elisabethkirche in Nürnberg

Die Elisabethkirche in Nürnberg

Die Elisabethkirche steht in der Lorenzer Altstadt.

Am Standort der Elisabethkirche befand sich ursprünglich die Kapelle des St.-Elisabeth-Spitals der Deutschordenskommende Nürnberg, eine schlichte romanische Kapelle.

Das Elisabethspital war eines der größten Hospitäler, die der Deutsche Orden im Reich betreute. Der Spitalbetrieb ist seit 1230 unbestritten nachgewiesen, aber wahrscheinlich gab es schon seit 1210 ein Hospital, das von der Nürnberger Bürgerschaft gestiftet worden war. Der Deutsche Orden hatte den sogenannten Königshof südlich der Pegnitz im Jahr 1209 von Kaiser Otto IV (1198 bis 1218) geschenkt bekommen, woraus die Kommende Nürnberg entstanden war. Der Orden führte den Spitalbetrieb bis zu seiner Auflösung 1806.
Nach der Gründung des Heiliggeistspitals erhielt das Elisabethspital den Namen "Altes Spital". Beide Spitäler waren durch Zustiftungen eng miteinander verbunden und im Jahre 1806/08 wurde das Vermögen der Elisabethstiftung in die Heilig-Geist-Spital-Stiftung überführt.

Die Kapelle wurde vom Orden in gotischem Stil umgebaut wurde und im 17. Jh. drei Mal renoviert, bis man die Baufälligkeit des Dachstuhles entdeckte und einen Neubau anstrebte. Die Reichsstadt Nürnberg wiedersetzte sich aber dem Abbruch, so dass der Deutsche Orden den Abriss gerichtlich erstreiten musste. Im Jahre 1784 wurde die Kapelle schließlich abgerissen und am 19.5.1785 der Grundstein zur Elisabethkirche gelegt.

Für die Dauer der Bauzeit wurde den Gläubigen die Kartäuserkirche zugewiesen. Der Bau ging aber nur zögerlich voran, so dass erst 1803 der Rohbau fertig gestellt werden konnte. Nach der Mediatisierung des Ordens im Jahre 1806 wurde die Elisabethkirche als Militärdepot genutzt. Im Jahre 1884 konnte allerdings die Erzdiözöse Bamberg die Kirche für 5000 Mark erwerbem und neben den Kirchen "Unserer Lieben Frau" und "St. Klara" eine dritte katholische Kirche in der Altstadt begründen.

Am 26.06.1905 wurde die neue Elisabethkirche eingeweiht; es war ein monumentales, klassizistisches Bauwerk entstanden, mit Zentralraum und zwei tonnengewölbten Seitenräumen im Osten und im Westen. Der Außenbau ist kubisch und wird von einem Tambour (der Unterbau einer Kuppel) und einer Kuppel mit dem Kreuz des Deutschen Ritterordens überhöht. Die Schaufassade ist geprägt durch einen vorspringenden, dreijöchigen Mittelrisalit mit "Dreiecksgiebel über vier ionischen Säulen". Der Innenraum ist geprägt von 16 marmornen korinthischen Säulen, der Tambour wird in den Hauptachsen durch Rechteckfenster gegliedert und in den Nieschen stehen 12 vollplastische Apostelfiguren in vier Dreiergruppen von Heinrich Schwabe und Philipp Kittler (Hafner, Bildhauer, Medailleur, 1861 bis 1944). Der Hochaltar ist aus Marmor.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, allerdings in den Jahren 1947 bis 1950 wieder aufgebaut und 1975/76 auch außen restauriert. Die Innenschale der Kuppel wurde dabei neu kasettiert und seit 1989 befindet sich in der Substruktion ein tonnengewölbter Andachtsraum.

Namenspatronin der Kirche ist die heilige Elisabeth von Thüringen. Sie wurde durch ihr Handeln zum Symbol der Nächstenfürsorge. Elisabeth wurde im Jahr 1207 als Tochter des ungarischen Königs, Andreas II. und seiner Frau Gertrud von Andechs-Meranien, auf Burg Sáros Patak in Ungarn, geboren. Im Alter von dreizehn Jahren heiratete sie den sieben Jahre älteren Landgrafen Ludwig IV von Thüringen. Als dieser, im Jahr 1225 nach kurzer Ehe auf einem Kreuzzug verstarb, entschloss sie sich ihren ganzen Besitz aufzugeben und sich fortan den Armen und Leidenden zu widmen. Sie spendete Almosen, besuchte Kranke und Bedürftige und errichtete ein Hospital. In diesem wurden jeden Tag die Armen gespeist und Kranke gepflegt. Als im Jahr 1225 das ganze Land hungerte, öffnete sie die Vorratskammern um den Hungernden Essen zu geben. Sie wurde im Jahre 1235 (17.11.) Heilig gesprochen. In Deutschland feiert man sie am 19. November.

Mediatisierung:
Der Begriff stammt von dem lateinischen Wort "mediat" was soviel bedeutet wie mittelbar. Es bedeutete im Deutschen Reich bis 1806 nicht unmittelbar dem Kaiser, sondern einem Zwischenlehnsherrn untergeordnet. Seit dem Mittelalter gelang es mächtigen Reichsständen, kleineren Ständen die Reichsunmittelbarkeit zu nehmen. In größerem Umfang kam es zu solchen  Mediatisierungen durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und die Rheinbundakte von 1806; dadurch wurde das Gebiet der Mediatisierten einem weltlichen Reichsfürstentum eingegeliedert. Gebietsrechtlich handelte es sich dabei um Annexionen.

Philipp Kittler:
Er zählte ab 1900 zu den führenden Bildhauern der Stadt Nürnberg. Stilistisch folgte er allen Kunstströmungen vom Jugendstil bis hin zur Kunst des Nationalsozialismus. Seine Hauptwerke sind: der Minnesängerbrunnen in der Rosenau, die Bauplastik am Opernaus, die es heute nicht mehr gibt, die Portalskulpturen für den alten Tiergarten, der Pomonabrunnen, das Grabmal Kittler auf dem Johannisfriedhof, die Trauernde Noris auf dem Westfriedhof und die Venus auf dem Apollotempel im Cramer-Klett-Park. Die Philipp-Kittler-Straße in Gleißhammer ist nach ihm benannt.

Adresse:
Pfarramt St. Elisabeth:
Jakobsplatz 7
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/9401280
Fax: 0911/9401289

Homepage: www.innenstadtkirche.de

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