Mühlen in Nürnberg

In Nürnberg und im gesamten Frankenland gab es seit dem 13. Jh. zahlreiche Wassermühlen, die die Wasserkraft der Flüsse nutzten, um vor allem Mehl zu mahlen, aber auch um Öl zu pressen, Holz zu sägen oder Leder zu walken.
In Nürnberg waren es die Pegnitz und ihre Seitenbäche Fischbach, Goldbach, Siechgraben, die Schwarzach, die Schwabach und die Rednitz, die die nötige Wasserenergie lieferten.
Innerhalb der Stadtbefestigung Nürnbergs, gab es 12 Mühlen, zehn an der Pegnitz und zwei am Fischbach. Sie waren in erster Linie wichtig für die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide, also zur Verwendung als Mahlmühlen. 
Diese waren folgende Mühlen: die Sandmühle, die Rotschmiedsdrechsel, die Katharinenmühle, die Pfannenmühle, die Schwabenmühle, die Nägeleinsmühle und die Dürrenmühle an der Pegnitz. Innnerhalb des heutigen Stadtgebiets waren es der Mühlhof und die Gerasmühle. Zudem gehörten auch die Neumühle entlang der Rendite, sowie die Almosmühle und die Krötenmühle am Fischbach dazu.
Im Laufe der Zeit wurden die Mühlen allerdings auch vermehrt vom Handwerk genutzt und zur Produktion vor allem in der Metall-, Textil- und Lederwarenherstellung genutzt. Daher wandelten sich die Mühlen im 18. Jh. in kleinere bis mittelgroße Manufakturen. Ab dem 19.Jh. zogen Handwerksbetriebe und Fabriken in die Gebäude der Mühlen ein und im Zuge der Industrialisierung wurde manche Mühle in eine Kunstmühle umgewandelt, eine Mühlentechnik, die aus den USA importiert wurde.
Kunstmühlen waren Mühlen, die einen "künstlichen" Antrieb anstelle der Wasserkraft nutzten. Diese nutzten wiederum Dampfmaschinen, die mit Kohle befeuert wurden. Später waren es Dieselmotoren. 
Kunstmühlen arbeiteten effektiver als mit Wasser betriebene Mühlen und produzierten günstigeres und länger haltbares Mehl.
In Nürnberg gab es 1876 16 Mühlen, wovon 12 reine Getreidemühlen waren und sich acht davon als Kunstmühlen bezeichneten. In den Städten hatte sich die Kunstmühle wegen günstigerer Verkehrsanbindungen weitestgehend durchgesetzt, aber auf dem Lande vollzog sich der Fortschritt deutlich langsamer. Erst ab Mitte des 19.Jh. entstand in Burgfarnbach eine Kunstmühle, die es technisch durchaus mit den Stadtmühlen aufnehmen konnte.
Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Mühlen in Nürnberg zerstört und im Zuge der Hochwasserregulierung der Pegnitz im Jahre 1951 beseitigt.
So wie die Mühlen in Nürnberg immer mehr an Bedeutung verloren, so gingen auch die Mühlen im Umland und in Franken immer mehr verloren.
Heute kann man im fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim wiederaufgebaute Mühlen besichtigigen und somit einen Einblick in die Technik der damaligen Zeit gewinnen.

Die Almosmühle in Nürnberg

Die Almosmühle wurde im Jahre 1234 erstmals als "Mühle beim Fischbach" oder "Bachmühle" in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs VII. an die Deutschordenskommende Nürnberg erwähnt und wurde bis 1891 betrieben. Ab 1882 wurde sie allerdings nicht mehr als Mühle verwendet, sondern als erstes Nürnberger Elektrizititätswerk.

Die Dooser Mühlen in Nürnberg

Die Dooser Mühlen lagen westlich von Nürnberg am südlichen Pegnitzufer, heute Niederweg 9-17. Sie waren seit 1464 urkundlich bekannt und verfügten über einen Hammer, eine Sägemühle und Schleifräder.

Die Dürrenmühle in Nürnberg

Die Dürrenmühle wurde zusammen mit der Nägeleinsmühle im frühen 15. Jh. errichtet um die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide zu gewährleisten. Zwei große Mahlmühlen, die internen Link im aktuellen FensterPfannenmühle und die internen Link im aktuellen FensterSchwabenmühle gab es zu der Zeit bereits in Nürnberg.

Die Erlenstegener Mühlen in Nürnberg

Die Erlenstegener Mahlmühle ist erst seit dem ausgehenden 18.Jh. urkundlich und bildlich belegt. Sie lag auf dem Gebiet des heutigen Naturgartenbades am Mühlbach, der vom Tiefgraben südlich des Ortsweihers abzweigte.

Die Gerasmühle in Nürnberg

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Gerasmühle im Jahre 1273, als der Ritter Bruno v. Immeldorf aus dem Geschlecht der Herren von Laufamholz, dem Kloster Engelthal eine Mühle in "Genherstorf" schenkte.

Die Hadermühle(n) in Nürnberg

Die Hadermühle, eine zwei geteilte Mühlenanlage, lag vor dem Wöhrder Tor nördlich der Pegnitz (erste Anlage) und südlich des linken Pegnitzarms (zweite Anlage). Ursprünglich wurde sie Gleißmühle genannt.

Hammer Mühle in Nürnberg

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hammer Mühle in Laufamholz im Jahre 1372. Neben ihr wurde im Jahre 1492 ein Messinghammer errichtet, der im Jahre 1552 zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau entstanden auf diesem Gelände Häuser, Arbeiterwohnungen und ein Schlösschen.

Die Katharinenmühle in Nürnberg

Die Katharinenmühle lag südlich der Pegnitz auf der Lorenzer Seite, westlich vom Katharinensteg. Gegenüber gab es eine kleine Schleifmühle auf der Insel Schütt, die im Besitz der Familie Coburger war.

Die Kleinweidenmühle in Nürnberg

Die Kleinweidenmühle (auch "Weidenmühle in der Lorenzer Pfarr" genannt) wurde zum erstenmal in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1234 erwähnt.

Die Krötenmühle in Nürnberg

Die Krötenmühle wurde erstmals im Jahre 1480 urkundlich erwähnt und lag östlich der Karlsbrücke am Lorenzer Pegnitzufer. Sie wurde vom Fischbach angetrieben. Sie war die kleinste der Nürnberger Mahlmühlen.

Die Nägeleinsmühle in Nürnberg

Die Nägeleinmühle wurde zusammen mit der Dürrenmühle im 15. Jh. vom Nürnberger Rat erbaut, um die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide zu gewährleisten. Die beiden Mühlen kamen zu den bereits vorhanden großen Mühlen, der Pfannen- und der Schwabenmühle dazu.

Die Pfannenmühle in Nürnberg

Die Pfannenmühle, wegen ihrer Lage an der vorletzten Stadtbefestigung der Sebalder Stadt, auch Mauermühle oder Mühle an der Mauer genannt, war eine Mahlmühle mit sieben Rädern.

Die Pulvermühlen in Nürnberg

Insgesamt sind im direkten Umfeld von Nürnberg vier Pulvermühlen überliefert: Zwei gab es östlich von Wöhrd vor dem Mögeldorfer Tor, eine im Oberen Veilhof und eine am Sandbühl östlich der Hadermühle, auch als Pulvermühle bei der Tullnau bekannt.

Die Rotschmiedsmühle in Nürnberg

Die Rotschmiedsdrechsel oder Rotschmiedsmühle oder auch Rotschmiedsdrechselmühle wurde im 16.Jh. von der Stadt für die Rotschmieddrechsler errichtet und war mit Scheiben zum Polieren, Schleifen und Drechseln von Messingwaren ausgestattet.

Die Sandmühle in Nürnberg

Die Sandmühle war die größte städtische Getreidemühle und hatte bis 1431 dem Katharinenkloster gehört. Sie verfügte bereits im Jahre 1339 über 18 Mühlräder zum Mahlen von Getreide und zur Tuch- und Lederbearbeitung.

Die Satzingermühle in Nürnberg

Vorgänger der Satzinger Mühle an der Pegnitz in Mögeldorf, die ihren Namen 1869 von Michael Satzinger (damaliger Käufer) bekam, war die mittelalterliche Mögeldorfer Getreidemühle.

Die Schnieglinger Mühle in Nürnberg

Die Schnieglinger Mühle befand sich nördlich der Pegnitz da wo heute die Silberstraße 7-15 ist. Schniegling wurde im Jahre 1281 zusammen mit Schnepfenreuth und Höfles den Nürnberger Burggrafen als Reichslehen übergeben.

Die Schwabenmühle in Nürnberg

Die Schwabenmühle war auf einer kleinen Insel zwischen Fleischbrücke und Karlsbrücke gelegen, mitten im südlichen Pegnitzarm und wurde als Mahlmühle für die Lorenzer Stadtseite betrieben.

Die Tullnauer Mühle in Nürnberg

Die Tullnau war eine von der Schönbrunnleitung durchflossene Au des Goldbachs östlich des Frauentors und war im 19.Jh. so wie der Dutendteich ein Naherholungsgebiet für die Stadtbevölkerung. Heute verbindet man mit der Tullnau lediglich den Bereich um den Weiher, begrenzt vom Wöhrder See im Norden, von der Tullnauer Straße im Westen und den Bahngleisen nach Lauf und Hersbruck im Süden und Osten.

Die Wöhrder Mühlen in Nürnberg

Die erste urkundliche Erwähnung einer Mühle in Wöhrd stammt aus dem Jahre 1326 als burggräfliches Lehen in der Nähe des Wassertors. Sie wurde im Jahre 1414 vom Burggrafen an Ulrich Haller und Peter Volckamer verkauft und ging 1427 mit dem Dorf Wöhrd in die Oberherrschaft der Reichsstadt Nürnberg über.

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