Das Nürnberger Ei

Das Nürnberger Ei

Das Nürnberger Ei ist - wie viele vielleicht schon vermuten - kein Ei, sondern eine Uhr. Der Ausdruck bezieht sich auf einen kugel- oder eiförmigen Typ von Taschenuhr, der um den Hals getragen wurde. Diese "Uhr" wurde ca. ab 1550 entwickelt.

Der Ausdruck Ei entwickelte sich wegen der Form der Uhren aus "orlein" zu "eierlein". Vom lateinischen Wort "horologium" (Zeitmesser) leitete sich die Bezeichnung "orrlei/orlein" für eine kleine Tisch- oder Taschenuhr ab.

Nürnberg war ein frühes Zentrum der europäischen Feinmechanik gewesen und so hatten sich auch viele Uhrmacherhandwerker in der Stadt etabliert. Der wohl bekannteste davon war Peter Henlein (s. a. Peter-Henlein-Brunnen), der zierliche und mechanisch zuverlässige Uhren herstellte, die zunächst dosenförmig waren. Nachdem sie dann rund oder eiförmig wurden, wurden sie eben "eierlein" genannt.

Der Begriff "Das Nürnberger Ei" wurde letztendlich durch die Tragödie "Das Nürnberger Ei" von Walter Harlan geprägt, die im Jahre 1939 von Veit Harlan mit Heinrich George in der Hauptrolle verfilmt wurde.

Peter Henlein wird bisweilen auch als Erfinder der Taschenuhr bezeichnet, was so nicht stimmt, denn er hat lediglich eine tragbare Uhr entwickelt, die etwa 48 Stunden zuverlässig lief. Seine "Dosenuhren" (ab ca. 1510) sind jedoch nicht mit den "Nürnberger Eiern" identisch.

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