Die Bedeutung des Namens "Noris"

Die Nymphe Noris als allegorische Namensgeberin der Stadt Nürnberg

„Noris" ist ein allegorischer Name für die Stadt Nürnberg.

Es handelt sich bei dieser Bezeichnung um eine künstliche sprachliche Neuschöpfung aus dem 17. Jahrhundert. Der Arzt Dr. Fritz Helwig, der dem Pegnesischen Blumenorden (einem literarischen Zirkel) angehörte und als dessen Mitglied den Ordensnamen "Montano" führte, veröffentlichte im Jahre 1650 eine Art Führer durch die Stadt Nürnberg und ihre Umgebung. Darin ist die Stadt als "Nymphe Noris" personifiziert, die dem Leser in idyllisierender Weise die Schönheiten ihres Reiches erleben lässt. Die Weitläufigkeit des Buchtitels ist typisch für die literarische Mentalität des Barockstils. Er lautet: "Die Nymphe Noris in zwei Tagzeiten vorgestellt, darbey mancherley schöne Gedichte und wahrhafte Geschichte nebenst unterschiedlich lustigen Rätseln, Sinn- und Reimenbildern auch artigen Gebänden mitangebracht durch Mitgenossen oder Pegnitzschäfer.

"Die Wortschöpfung "Noris" knüpft an die im Spätmittelalter aufgekommene lateinische Ortsbezeichnung "castrum Noricum" an, die ihrerseits auf der falschen Annahme basiert, die früheste Gründung Nürnbergs reiche ins klassische Altertum zurück und hätte etwas mit dem keltischen Volksstamm der Noriker zu tun. Diese Möglichkeit entfällt aber schon deshalb, weil zur Zeit des Römischen Reiches der Raum nördlich der Donau bereits ausschließlich von germanischen Stämmen bevölkert war.

(Quelle: Pressetexte der Stadt Nürnberg)

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