Das Stadtzentrum in Nürnberg mit Fußgängerzone

Die St. Lorenz Kirche im Stadtzentrum Nürnbergs

Nürnbergs Zentrum besitzt eine der ältesten (seit 1966) und auch eine der am weitläufigsten angelegten Fußgängerzonen Deutschlands. Hier gibt es nicht nur eine große Einkaufsstraße, sondern das gesamte Areal der Fußgängerzone ist in Nürnberg über einige Hauptstraßen und viele Nebenstraßen, so wie Gassen verteilt. Nirgendwo sonst verbinden sich Kultur, Kulinarisches und Shopping so eng miteinander, wie in der fränkischen Metropole.

Die vier großen Haupteinkaufsstraßen im Zentrum sind die Königsstraße, die gegenüber vom Hauptbahnhof in nordwestlicher Richtung zum Hauptmarkt verläuft, die Breite Gasse, die von der parallel zur Königsstraße liegenden Pfannenschmiedsgasse bis zum Weißen Turm reicht, die Karolinenstraße die weiter nördlich parallel zur Breiten Gasse verläuft und die Kaiserstraße, die oberhalb der Karolinenstraße vom Josephsplatz bis zur Königsstraße reicht.

Diese Straßen haben wiederum eine Unmenge an Querstraßen, Gassen und Gässchen, die ebenfalls zum Fußgängerzonenbereich gehören und oftmals viele versteckte Überraschungen an Lokalitäten oder Ladengeschäften bieten.

Man kann die großen Einkaufsstraßen des Nürnberger Zentrums, ihr Angebot betreffend, in grober Weise etwas einteilen, wobei es bei einer solchen Kategorisierung natürlich viele Überlappungen gibt.

Beginnen wir zuerst mit der Breiten Gasse, die wir von der Pfannenschmiedsgasse aus betreten. Hier ist zuerst an der Einmündung der beiden Straßen, befindet sich das große mehrstöckige Warenhaus der "Galeria Kaufhof-Gruppe" und gleich gegenüber zu Beginn der Breiten Gasse die Shopping-Mall "City Point" mit einer Unzahl an Fachgeschäften bekannter Ladenketten jeglicher Art und einem überwältigenden Angebot an Imbissstationen für den kleinen Hunger zwischendurch.
Das Angebot der Breiten Gasse ist zum großen Teil auf die Jugend zugeschnitten. Hier reiht sich eine Boutique an die andere, nur unterbrochen von kleinen Restaurants bzw. Schnellimbissen. Von A wie "Apart-In" bis Z wie "Zero" findet man hier nahezu alle namhaften Fillialen großer Ladenketten. Ab und an unterbrochen durch wenige noch vorhandene Einzelhandelsfachgeschäfte, wie z.B. das Schuhgeschäft "Mandolesi", welches sich durch sein Angebot individueller italienischer Schuhmode, unter anderem auch High-Heels oder Lacklederstiefel zu behaupten weiß und über einen treuen und langjährigen Kundenstamm verfügt.
Die Breite Gasse endet am Ludwigsplatz mit einer großen Filliale von "C&A".

Am nordöstlichen Ende des Platzes beginnt dann auch schon die Karolinenstraße, die im Gegensatz zur Breiten Gasse und ihren kleinen Boutiquen, eher mit einem breiten Angebot an großen Bekleidungshäusern aufwarten kann. Vom "K&L Ruppert", "Breuninger", "Ansons", "H&M" bis hin zum großen "Karstadt-Kaufhaus" reihen sich hier die Läden aneinander. Auch Buchliebhaber werden in der Karolinenstraße fündig: denn hier betreiben die Verlagshäuser "Hugendubel" und "Campe" jeweils große Fillialen.

Die Karolinenstraße endet am Lorenzer Platz. Hier kann man für einen Weile das Einkaufsvergnügen unterbrechen und sich Kulturellem widmen. Der Lorenzer Platz ist nicht nur der Standort der "Lorenzkirche" und des "Tugendbrunnens", sondern auch ein Platz der "Kleinkunst" in Form von Musikern aus aller Herren Länder, Akrobaten und Spaßmacher, die hier spontan auf dem Platz ihre Künste dem vorbeiziehenden Strom an Menschen darbieten und so manche von ihnen zum Innehalten anregen.

Die evangelische "Lorenzkirche" mit ihren beiden Türmen ist die größte und künstlerisch bedeutendste Kirche Nürnbergs. Ihre Errichtung wurde 1270 begonnen und um 1400 fertig gestellt. Der fast domähnliche Bau im gotischen Stil bietet sowohl von außen als auch von innen eine Vielzahl an künstlerischen Gestaltungen. So sieht man am 13 m hohen Westportal in figurenreichen, szenarischen Darstellungen die Jugendgeschichte Jesu. Das Westportal ist übrigens eines der größten Portale gotischer Kirchen in Europa. Im Inneren der Kirche befinden sich zahlreiche Altäre berühmter Künstler, die im Laufe der Jahrhunderte hier errichtet wurden. Allein für die vielen imposanten Fenster der Lorenzkirche und ihre detailreichen Glasmalereien braucht man zum genauen Studieren wohl Stunden, wenn nicht Tage.

Neben der "Lorenzkirche" steht der "Tugendbrunnen", 1584-1589 von Benedikt Wurzelbauer geschaffen, bietet er eine Vielzahl an Figuren und Darstellungen, die den sechs Haupttugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, Tapferkeit, Mäßigkeit und Geduld gewidmet sind. Als Krönung des Brunnens stehen die Gestalt der Gerechtigkeit und der Kranich, der die Wachsamkeit symbolisiert.

Von hier aus ein Stück bergab des Weges in Richtung Hauptmarkt, zweigt linker Hand die Kaiserstraße ab. Die Kaiserstraße, die bis 1810 "Unter den Hutern" hieß, benannt nach den Hutmachern, die hier ihre Arbeitsstätten hatten, hat ihren Namen nicht zu unrecht. Denn hier befinden sich eher die noblen Geschäfte Nürnbergs, die Waren für die etwas besser gefüllte Geldtasche anbieten.
Läden von "Aust", "Della Cesa", "Glenfield", "Hermes", "Louis Vitton", "SQR", "Schönherr", "Steiff", "Gordon", "Bally", "Renate Schuller" uvm. säumen links und rechts die Kaiserstraße und stehen für den gehobenen Geschmack. Wer hier eine Pause einlegen will, kann dies im "Lucas" tun, dass Restaurant, Bar und Café in einem Haus vereint.
Von der Terrasse des "Lucas" sieht man gegenüber ein Kriegerdenkmal, dass als Mahnmal für die Grausamkeiten und Unsinnigkeiten vieler Kriege steht.
Die Kaiserstraße mündet schließlich am westlichen Ende in den Josephsplatz.

Widmen wir uns nun der Königsstraße, der längsten Straße und zugleich Hauptachse des Nürnberger Zentrums. Zu Beginn der Königsstraße, gegenüber vom Nürnberger Hauptbahnhof ist linker Hand der Eingang zum "Handwerkerhof", einer Ansammlung kleiner Häuschen, in denen es traditionelle Nürnberger Handwerkskunst zu sehen und zu kaufen gibt.
Gegenüber auf der rechten Seite ist das K4 ein Künstlerhaus mit Kino, Diskothek und Ausstellungsräumen. Früher hieß dieses Gebäude "Komm" und war als autonomes Jugendzentrum in Betrieb, dessen Besucher mit so mancher, für die Regierenden unliebsamen Auktion bundesweit für Aufsehen sorgte.

An "St. Klara", einer katholischen Kirche, erbaut 1270 mit einem spätromanischem Chor, vorbei spazierend, gelangt man an die Einmündung zum Hallplatz. Hier steht an der Ecke die "Mauthalle".
Die "Mauthalle" war mit gut 80 m Länge und 20 m Breite der größte der reichsstädtischen Kornspeicher. In Ihren Räumen befanden sich zusätzlich seit 1572 sowohl die Stadtwaage, als auch das Zollamt. Der gut erhaltene Original-Säulenkeller der Halle, beherbergt heute das Restaurant "Barfüßer", ein Restaurant bei dem sich der Besuch schon allein wegen des selbst gebrauten Biers lohnt.
Weiter in Richtung Lorenzer Platz kommt linker Hand die "Mohren-Apotheke", 1442 das erste mal urkundlich erwähnt, ist es die traditionellste Apotheke Nürnbergs. Hier werden Medikamente und Heilwasser noch selbst vom Apotheker hergestellt.

Über den Lorenzer Platz hinaus, verläuft die Königsstraße bergab in Richtung Hauptmarkt.
Auf der rechten Seite, kurz nach dem "Tugendbrunnen", befindet sich der Kinokomplex des "Admirals" mit 5 Kinosälen, Restaurant, Café und Skybar. Letztere bietet außer vielen Cocktailkreationen auch einen wunderbaren Blick über die Stadt Nürnberg.
Die Königsstraße endet schließlich an der "Museumsbrücke". Die Brücke ist einer der ältesten Flussübergänge in der Altstadt. Erbaut um 1700 in barocker Form führt sie zum Nürnberger Hauptmarkt. Auf der Brücke befinden sich zahlreiche Stände, die Schmuck, Kleidung, Tücher und Lederwaren in unterschiedlichen Sortimenten anbieten und in ihrer Aufmachung an die fliegenden Händler erinnern, die einst ihre Waren den reichen Nürnberger Bürgern feil boten. So spannt sich in Nürnbergs Zentrum der Bogen von den modernen Shoppingzentren heutiger Tage, bis hin zu den Krämerläden und Ständen längst vergangener Jahrhunderte.

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