Weihnachtsbrauchtum Nürnberg

In Nürnberg begann in früheren Zeiten die Vorweihnachtszeit mit dem 4. Dezember, dem Barbaratag. Man steckte Zweige in warmes Wasser, damit sie an Heilig Abend blühten, was teilweise auch heute noch üblich ist. Aus diesen Zweigen hat sich der Überlieferung nach in Nürnberg der heutige Weihnachtsbaum entwickelt, der in Nürnberg im Jahre 1795 erstmals (für ganz Deutschland) schriftlich bezeugt wurde. Er wurde damals Barbarabaum genannt und war ein Gebinde aus Kirsch-, Äpfel- und Holunderzweigen, das man mit kleinen Geschenken behängte. Allgemeine Verbreitung fand der Weihnachtsbaum in Deutschland erst ab dem 19. Jahrhundert.
Zur Geschichte des Weihnachtsbaums kann man sonst nur sagen, dass er sich wohl allmählich vom Beginn des  16. Jh. an im alemannischen Raum ausgebreitet hat (es gibt Belege für das Einholen von Winter- und Weihnachtsmaien). Aus dem Jahre 1494 ist eine frühe Schrift überliefert, die das "Auftecken von Tannenzweigen als abergläubische Segenserwartung" verurteilte. Liselotte von Pfalz hat den heute üblichen Kerzenschmuck des Weihnachtsbaums erstmals um 1660 für den Hannoverschen Hof erwähnt.

Um 1800 hat Benedict Wilhelm Zahn, ein reichstädtischer Beamter (1738-1819), einen handschriftlichen Folioband ("Nürnberger Sprichwörter und deren Erklärung") hinterlassen, der auch noch andere Nürnberger Weihnachtsbräuche beschrieb: den "Kindleinsmarkt" (den heutige Christkindlesmarkt), das Kindleinbescheren und die Kindleinschüler (Sternsinger). Die Kindleinschüler zogen mit brennenden Laternen durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Der Folioband des Herrn Zahn umfasst 200 Artikel, wovon die Hälfte Mundartausdrücke beschreibt. An ihn erinnert heute noch ein Denkmal im Irrhain.

Darüber hinaus ist überliefert, dass die Nürnberger Kinder am zweiten Weihnachtstag, dem Stephanstag, in die Schlafzimmer ihrer Eltern kamen und deren nackten Beine mit grünen Ruten "fitzelten" oder "pfefferten", weshalb dieser Tag in Nürnberg lange Zeit "Pfefferladooch" hieß.

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