Eppelein von Gailingen

Die Legende des Eppelein von Gailingen

Als im Mittelalter die Kreuzzüge aufhörten und die Macht des deutschen Kaisers immer mehr schwand, wurde der Ritterstand überflüssig. Die Ritter saßen nunmehr auf ihren Burgen und lebten von den Abgaben ihrer Bauern. Bald verarmten sie aber immer mehr. Teils aus Stolz, teils aus Mangel an Möglichkeiten, konnten sie sich auf keinen anderen Beruf umstellen. Auf die immer reicher werdenden Städter und Kaufleute hatten sie verständlicherweise großen Zorn, denn in ihnen sahen sie die Ursache ihrer Armut. Da auch der Kaiser nichts mehr für sie tat, überfielen sie bald die Kaufmannszüge und wurden so zu Raubrittern. Auch Nürnberg hatte unter dieser Entwicklung viel zu leiden. Nicht nur in der Fränkischen Schweiz, auch im Westen und Süden der Stadt waren viele Burgen von Raubrittern. Und der Berüchtigtste von ihnen war Eppelein von Gailingen. Die von Gailingen sind bei Gunzenhausen nahe Nürnberg und Illesheim durch Urkunden als Burgherren bezeugt. Von Eppelein selbst weiß die Geschichtsschreibung nichts Genaues.
Umso mehr kann aber die Sage berichten: in Verkleidung stahl er den Nürnbergern einmal ein goldenes Vogelhaus aus der Stadt, ein andermal soll er eine reiche Patrizierbraut an ihrer Hochzeit überfallen und geküsst haben. Kurz vor seiner ersten geplanten Hinrichtung soll er durch einen tollkühnen Sprung mit dem Pferd über den Graben der Nürnberger Burg entwischt sein. Davon zeugen noch heute zwei Hufeindrücke in der Burgmauer am Fünfeckigen Turm. "Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn zuvor" witzelt man bis zum heutigen Tag in ganz Deutschland.

Trotzdem büßte Eppelein von Gailingen später für seine Schandtaten mit dem Leben: Im Jahre 1381 wurde er bei dem Dorf Postbauer durch die Nürnberger gefangen, aufs Rad geflochten und enthauptet.

(Quelle: Pressetexte der Stadt Nürnberg)

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